
Backcountry Discovery Routes
Offroad ohne Grenzen
Hunderte Kilometer reisen ohne lästige Asphaltstraßen – was für europäische Enduristen wie ein Fiebertraum klingt, ist in den Vereinigten Staaten möglich. Zumindest wenn man sich soviel Mühe bei der Planung gibt wie die Offroad-Enthusiasten rund um Bryce Stevens und Andrew Cull. Die beiden Tüftler haben das Konzept der Backcountry Discovery Routes entwickelt. Text: Andreas Reimar, Fotos: Helge Pedersen
Angefangen hat alles mit der »Washington Backcountry Discovery Route«. Was als bierseliger Einfall in die Welt gekommen war, nahm bald als ambitioniertes Projekt so richtig an Fahrt auf: es galt eine Reiseroute durch den Staat Washington auszuarbeiten, die so gut wie ausschließlich abseits asphaltierter Straßen verläuft.
Nach ausgiebiger Vorrecherche und intensiven Befahrungen stand die Strecke schließlich fest. Von Stevenson ganz im Süden bis hinauf nach Nighthawk an der kanadischen Grenze schlängelt sich die Route. Über Bergketten, durch Ebenen mit feinstem Staub, durch die Endzeit-Landschaften rund um den Vulkan Mount St. Helens. Verfallene Bergbaustädte gibt es zu sehen ebenso wie trostlose Tankstellen in the middle of nowhere.
Städte werden nur tangiert, wo es das Auffüllen der Vorräte erfordert. In den USA heißt Offroadreisen jedoch nicht, völlig auf zivilisatorische Errungenschaften zu verzichten. Nicht nur in den Nationalparks gibt es jede Menge Campingplätze und Motels, auch ansonsten ist eine zumindest rudimentäre Infrastruktur gegeben.

- Hunderte Kilometer Pisten und Trails erwarten den Enduristen auf den Backcountry Discovery Routes in verschiedenen US-Bundesstaaten.
Genau nach dem gleichen Konzept haben die Enthusiasten nun einen weiteren Bundesstaat erschlossen. Die »Utah Backcountry Discovery Route« führt von den Wüstengebieten im Süden des Mormonenstaates durch landschaftliche Highlights wie den Moab Nationalpark oder das Valley of the Gods. Es gilt, die Abajo und die La Sal Mountain Ranges zu bezwingen. Der Nine Mile Canyon und die nördlichen Wasatch Mountains werden auf dem rund 1400 Kilometer langen Trail ebenso passiert wie zahlreiche weniger bekannte aber nicht minder schöne Gebirge und Halbwüsten.
Die Strecken sind so gewählt, dass sie von geübten Fahrern mit Reiseenduros oder mit einem sehr geländegängigen 4x4-Auto bewältigt werden können.
Richtig Lust auf diese Offroad-Abenteuer der Extraklasse machen die aufwendig produzierte Dokumentationen von Noren Films, die auf DVD erhältlich sind.
Und wer beim Betrachten Lust auf eigene Offroad-Abenteuer bekommt, der kann sich gleich selbst an die Planung machen, denn die Route ist kein Geheimnis und wurde ausdrücklich zum Nachfahren entwickelt. Hierfür stehen die GPS-Daten zum kostenlosen Download auf einer eigens eingerichteten Internetseite bereit.
Routen in weiteren US-Bundesstaaten sind in Vorbereitung.
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