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Yamaha Ténéré-Treffen zum 25sten

Humba–Humba–Humba–Ténéräää …

Die Ténéré wird 25 – Grund genug, eine standesgemäße Party zu feiern. Rund 500 Fans kamen ins elsässische Mothern, hier die Nachlese der Redaktion MotorradABENTEUER mit XXL-Bildergalerie.

Text: Andreas Hülsmann / Fotos: Andreas Hülsmann, Christoph Driesen

Yamaha Ténéré-Treffen

Mario Cibien hatte einen Traum. Er hatte diesen Traum – wie könnte es bei Ténéré-Fahrern anders sein – auf einer Reise. Mario Cibien, Präsident des schweizerischen Ténéré Owners Club, wollte feiern, aber nicht einfach so, sondern den 25. Geburtstag des beliebten Einzylinders. Mario musste seinen Reisebegleiter Boris Morović, selbst langjähriger Liebhaber des Wüstenschiffes, nicht lange von einer solchen Party überzeugen: »Als es endgültig feststand, dass wir etwas machen, hatten wir noch neun Monate Zeit, alles zu organisieren, und wir haben jeden Tag gebraucht«, erinnert sich Boris an die hektische Zeit der Vorbereitungen. »In dieser Veranstaltung steckt eine Menge privates Engagement vieler Leute.«

Yamaha Ténéré-Treffen

Die Idee mit der Feier zog schnell internationale Kreise. »Die Organisation war länderübergreifend, alle waren sie dabei«, beschreibt Boris die Vorbereitungen. Und so waren sie alle gekommen, am letzten Wochenende im Mai. Der Veranstaltungsort, das Gelände des Motosport-Club in Mothern, füllte sich schon am Freitag mit allerlei betagten Einzylindern. Darunter viele Singles, die schon einiges von der Welt gesehen haben. Kilometerleistungen weit jenseits der 100.000er-Marke waren keine Seltenheit. Aus fast allen Teilen Europas waren sie angereist. Selbst aus Ungarn. Und als ob die direkte Entfernung nicht schon weit genug wäre, machte die »Puszta-Fraktion« noch schnell einen kleinen Umweg über Paris, weil es eben »soviel Spaß macht, mit dem Ding zu fahren«. Die Delegation aus den Niederlanden, mit mehr als 100 Mitgliedern einer der größten Clubs in Europa, reiste äußerst gut gelaunt mit einer Truppe von 40 Motorrädern an.

Selbst die Industrie zeigte Flagge, um der Ténéré zum Geburtstag zu gratulieren. Yamaha Europe brachte aus Holland gleich 15 neue Ténérés zum Probefahren mit. Für die zahlreichen XTZ-Fans aus Deutschland die erste Möglichkeit überhaupt, mit diesem Motorrad direkt in Kontakt zu treten. Bis spät in die Nacht füllte sich der Zeltplatz. Darunter auch viele Fahrer anderer Marken, die der Legende ihren Respekt erweisen wollten.

Die Campingwiese präsentierte sich als ein multikulturelles Kleinod reisetauglicher Motorräder verschiedenster Hersteller. Nicht unbedingt üblich, denn bei vielen Markentreffen heißt es für Fremdfabrikate: »Wir müssen draußen bleiben«.
Doch solch ein weltoffenes Verständnis passt zu einem Reisemotorrad wie der Ténéré. »Wir wollen ein familiäres Treffen. Jeder ist willkommen, und wir achten nicht darauf, was er für ein Motorrad fährt«, erklärt Boris und fügt noch mit einem Augenzwinkern hinzu: »Sie sind ja selber Schuld, wenn sie keine Ténéré fahren.«

Yamaha Ténéré-Treffen

Selbst ein Hauch von Dakar wehte auf der Geburtstagsfeier. Jean Claude Olivier hatte seine Wüstenrallye-Schätze zur Verfügung gestellt. Mehrere Rallyemaschinen waren zu sehen, ein historischer Querschnitt der Dakar. Neben seinem Namen waren auch die anderer Fahrer wie Thierry Magnaldi oder Cyril Despres an den Verkleidungen zu lesen. Dakar-Legende-Franco Picco ließ es sich nicht nehmen, selbst nach Mothern zu kommen. Ende der 1980er-Jahre fuhr der Rallyeprofi mit dem italienischen Yamaha Team »BYRD« seine größten Erfolge ein. Er war immer in den Top Ten der Gesamtwertung zu finden, verpasste 1988 und 1989 nur knapp den Sieg und musste sich mit dem zweiten Platz zufrieden geben. Dass Picco noch nicht in die Jahre gekommen ist, bewies er auf dem Cross-Parcours von Mothern. Er drehte mit der neuesten Ténéré ein paar Runden und zeigte so, was auch mit der Serienversion im Gelände alles möglich ist. Auch Fahrer älterer Modelle wagten sich auf den Cross-Kurs und stellten unter Beweis, dass auch betagte Technik noch flott auf losem Untergrund bewegt werden kann.

Der Samstag Abend gehörte der Geschichte. Ingo Löchert, einer der Köpfe der Szene hatte sich ausgiebig mit der Historie auseinandergesetzt. Und bei seiner bebilderten Zeitreise war so manches »Ach ja«, »Weißte noch«, oder »Stimmt genau«, zu hören. Zu den Säulen der europäischen Ténéré-Gesellschaft gehört ebenfalls Gerke Jordens. 460.000 Kilometer legte der Belgier mit seiner Super Ténéré zurück und wechselte lediglich einmal den Motor.

Dass Ténéré-Fahrer auch ein großes Herz haben, zeigten die Initiatoren mit einer Spende. Der Überschuss der Veranstaltung wird an die italienische Organisation »Bambini nel desierto« gespendet, die in der Ténéré-Wüste Brunnen für die Menschen baut. Natürlich war das Wochenende viel zu kurz, und schweren Herzens machten sich die Teilnehmer am Sonntag wieder auf den Weg nach Hause. Angesichts einer solch harmonischen Veranstaltung freut man sich schon auf den 30. Geburtstag. Ob es dann wieder eine Feier geben wird, ließ Boris Morović jedoch offen.

Aber zum 50. wird es wieder eine Party geben, das hat er fest versprochen.

Yamaha Ténéré-Treffen

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