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Vectrix Maxi-Scooter / Fahrbericht

Die Zukunft ist da

Zu langsam, zu wenig Reichweite, zu lange Ladezeiten: Diese Argumente werden immer wieder gegen Elektrofahrzeuge vorgebracht – bislang oft genug zu Recht. Das Besondere am Vectrix Maxi Scooter ist, dass sie für ihn keine Gültigkeit mehr haben.

Vectrix Maxi-Scooter

Man muss schon etwas genauer hinsehen, um zu erkennen, dass der Vectrix Maxi Scooter ein ganz besonders bunter Vogel in der tendenziell leicht schrillen Rollerwelt ist. Nichts deutet zunächst darauf hin, dass dieses Fahrzeug so ganz anders tickt, dass dieser Streamliner tatsächlich einer ist. Dabei elektrifiziert der Vectrix mit außerordentlichen Eckdaten: Bis zu 110 Kilometer Reichweite bei 40 km/h, in nur zwei Stunden wieder zu 80 Prozent geladen, Höchstleistung 20,2 kW, Höchstgeschwindigkeit 100 km/h, null auf achtzig Sachen in 6,8 Sekunden – das geht doch. Ganz sicher für den Verwendungszweck, für den er gedacht ist: als wendiger und flexibler Personentransporter in urbanen Lebensräumen.

Ladevorrichtung Vectrix Maxi-Scooter
Anschluss gesucht: Um den Vectrix in zwei Stunden zu laden, reicht eine herkömmliche Steckdose.

Der erste direkte Kontakt mit dem Vectrix zeigt keinerlei Auffälligkeiten, alles scheint am rechten Platz. Auch nachdem der Schlüssel im Zündschloss gedreht wurde, stellen sich keine Überraschungen ein, allein die ungewöhnlichen Anzeigen auf den bläulich schimmernden Displays werfen Fragen auf. Richtig ungewöhnlich dann jedoch die Startprozedur: Erst den linken Hebel ziehen, dann noch kurz den rechten – und nichts passiert. Besser gesagt fast nichts, denn immerhin taucht auf dem linken Display plötzlich der dicke Button »Go« auf – … Go? Der Motor läuft doch gar nicht, völlige Stille – schon kaputt?

Doch der Dreh am Gasgriff belehrt eines Besseren. Kräftig schiebt der Vectrix nach vorn, die Stille wird abgelöst von einem feinen Surren, das mit zunehmender Geschwindigkeit höher wird – da ist sie also, die Zukunft. Und sie fühlt sich auf Anhieb sehr handlich an, denn da die mächtige Akku-Zentrale im unters­ten Kellergeschoss des immerhin 210 Kilo schweren Maxi Scooter untergebracht ist, liegt der Schwerpunkt auch ganz da unten. So zeigt sich der Vectrix als flotter großer Bursche mit recht überzeugenden Fahreigenschaften. Gangwechsel entfallen, ein am Hinterrad integriertes Planetengetriebe sorgt für gleichmäßige Kraftentfaltung des Gleichstrom-Dauermagnetmotors im Hinterrad, der in der Spitze ein Drehmoment von 65 Nm abliefert.

Vectrix Maxi Scooter
Im Hinterrad des Vectrix Maxi Scooter versteckt sich der 27 PS starke Gleichstrom-Motor

Erst beim Bremsen wird es wieder anders. Man kann dazu über die beiden Hebel am Lenker in die Brembo-Scheiben kneifen, viel mehr Spaß und auch Sinn macht es jedoch, einfach den Gasgriff in die andere Richtung zu drehen. Die Wirkung ist mit einer starken Motorbremse zu vergleichen und hat zudem den erfreulichen Nebeneffekt, dass diese Art der Bremsung der Energierückgewinnung dient. Dieses Patent hilft auch beim Rangieren, denn dreht man im Stand den Gasgriff in die andere Richtung, rollt der Scooter langsam rückwärts.

Der Akkustand und die Reichweite werden stets im Display angezeigt, und sind die Batterien einmal leer, braucht es eine normale Steckdose, um sie wieder zu laden. Die Ni­-ckel-Metallhydrid-Akkus (NiMh) sind laut Vectrix für rund 1700 Ladevorgänge gut, dort rechnet man das um in eine Laufleistung von rund 80.000 Kilometern oder eine Laufzeit von zehn Jahren. Was ein neuer Akkusatz dann kosten wird, vermag derzeit niemand zu sagen, zu rasch schreiten die Entwicklungen voran, und wer weiß, was Akkus in zehn Jahren leisten, was sie kosten?

Unsere erste Begegnung mit dem Vectrix war jedenfalls eine eher positiv geladene. In Kürze werden wir einen ausführlichen Bericht darüber nachliefern, wie sich der Elektromeister im TF-Testalltag bewährt hat. Der Preis von rund 10.000 Euro sorgt zwar für einen kurzen Atem-Kurzschluss, doch relativiert sich das um die rund 90 Prozent niedrigeren Energiekosten, die Steuerfreiheit und die nicht geschriebenen Rechnungen für Öl- und Filterwechsel. Außerdem kann man mit dem guten Gefühl unterwegs sein, weder Lärm noch Emissionen zu produzieren, um sich von A nach B zu transportieren. Und dabei – aber das nur am Rande – auch noch jede Menge Spaß zu haben.

Vectrix Maxi Scooter
Alles ganz normal: Der Vectrix Maxi Scooter kommt daher wie ein ganz normaler Roller. Er braucht nur kein Benzin.

 

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