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Motorrad + Mensch

HPN: Die Boxer-Freunde

HPN — 1979 gegründet und seit jeher immer erste Wahl, wenn es um Extremeinsätze von Boxer-Motorrädern der Marke BMW geht. Sascha Christof hat sich mit den beiden »Köpfen« der Edelschmiede, Alfred Halbfeld und Klaus Pepperl, unterhalten.

Text: Sascha Christof / Fotos: HPN / Illustration: K.-H. Weiner

Porträt HPN
Helmut Pohl (Fahrer) und Alfred Halbfeld (HPN) bei der Atlas Rallye in Marokko 1982.

Die drei Buchstaben HPN tauchen immer dann auf, wenn es um die Veredelung BMW-Boxern  geht. Hinter dem Kürzel verbergen sich die Namen Alfred Halbfeld, Klaus Pepperl und Michael Neher, der aber 1987 das Unternehmen wieder verließ. Doch was macht HPN anders als andere Veredler, dass jedem Boxer-Fan diese drei Buchstaben fast ehrfürchtig über die Lippen kommen? Um das zu erfahren, besuchte ich den Betrieb in Seibersdorf unweit von Passau. Es ist ein kleiner, verträumter Ort mit engen Gassen und Sträßchen. Ein kleines Schild an einer Buche mit der Aufschrift »HPN rechts« ist der einzige Hinweis. Kein groß beleuchtetes Firmenlogo. Kein protziger Prachtbau. Ein ausgedienter Gasthof mit angeschlossener Landwirtschaft, komplett um- und angebaut für die Zwecke von Alfred Halbfeld und Klaus Pepperl. Romantischer und bodenständiger könnte es für einen derartig pragmatischen Betrieb samt Mitarbeiter nicht sein.

HPN-Porträt
HPN feiert den 3. Platz von Jimmy Lewis bei der Paris-Dakar 2000 auf der BMW 900 RR mit Vierventiltechnik: Klaus Pepperl (li.) und Alfred Halbfeld (re.).

Dort angekommen, entdecke ich einen kleinen Ausstellungsraum mit aufregenden Raritäten und Einzelstücken der Firmengeschichte.  Unzählige Pokale, Accessoires der Paris-Dakar, die bis 1982 zurückgehen, sowie die Paris-Dakar Maschine von Cyril Despres aus dem Jahr 2000, im Gesamtwert von knapp 70.000 Euro: Was für eine Sammlung! Als Klaus Pepperl meine Begeisterung für diese Unikate  bemerkt, sagt er: »Da hätte ich noch etwas für dich.« Das BMW-Rallyemotorrad eines französischen Teams mit HPN-Motor im Monocoque-Rahmen, von dem nur wenige Exemplare weltweit existieren, und eine Six Days Maschine von 1975 in hervorragendem Zustand und mit original Farbmarkierung der technischen Abnahme von damals. Während der kleinen Betriebsführung  werde ich von meinem Gesprächpartner pausenlos mit technischen und informativen Details gefüttert.

Zurück im Hof, schließen sich weitere Gebäude in einem Rechteck an, in denen das Lager untergebracht ist und sich die Entwicklung, Herstellung, Montage  sowie das Vermessen und Reparieren der Boxermaschinen abspielt. Doch nun zu den Denkern selbst: Klaus Pepperl, geboren in Wesermünde in Niedersachsen, studierte Maschinenbau und lernte Alfred Halbfeld, den alle schlicht »Fredi« nennen, während seiner Studienzeit in München kennen. Fredi, geboren in der Eifel, schloss seine Lehre als KFZ-Mechaniker und -Elektroniker ab und arbeitete  anschließend bei einer BMW-Niederlassung in München. Während dieser Tätigkeit  nahm er an mehreren Langstreckenrennen teil, unter anderem auch am 24-Stunden Rennen in Interlagos. Zwischenzeitlich betätigte er sich in Versuchsabteilung bei BWM in München und lernte Klaus Pepperl kennen, der ihn dann während der Rennen unterstützte. So enstand eine unzertrennliche Freundschaft. Auch hinsichtlich der Äußerlichkeiten näherten sich die Beiden über die Jahre an. So zeigen beide gerne ein spitzbübisches Grinsen unter den mittlerweile leicht ergrauten Bärten, was sie durch ihre ähnliche Erscheinung zu einem unverwechselbarem Duo werden lässt.

HPN-Porträt
Bis nach Seoul haben sich die außerordentlichen Veredelungskünst von HPN herumgesprochen. Klaus Pepperl und Alfred Halbfeld mit einem glücklichen Kunden aus Südkorea bei der Übergabe.

Während der Zeit in München gründeten sie zusammen mit Michael Neher die Firma HPN. Alfred Halbfeld und Michael Neher  konstruierten und testeten das Gitterrohrfahrwerk für den Langstrecken-Rennrahmen, mit dem Fredi an den Rennen teilnahm. Während dieser Entwicklung sorgte Klaus für die finanzielle Unterstützung, bis das Gitterrohrfahrwerk eine Straßenzulassung erhielt und durch die Lizenzvergabe an die Firma Krauser als Krauser-MKM weiterverkauft wurde. Das war der Schritt in die Unabhängigkeit.

Es folgte der Prototypenbau für BMW, sowie die Entwicklung des Rahmens für die BMW K-Baureihe. Des weiteren wurden die Rallyemaschinen von BMW für die Paris-Dakar aufgebaut und während der Rennen betreut. »Während der alleinigen Betreuung von drei Motorrädern bei der Paris-Dakar lernst du, was es heißt, wirklich müde zu sein«, erklärt Alfred Halbfeld. Doch dann grinst er und meint, was Spaß mache, schule auch das Durchhaltevermögen und es werde immer Spaß machen, Motorräder zu bauen.« Aber Klaus Pepperl und Alfred Halbfeld wollten sich nicht allein auf die Aufträge von BMW verlassen und fingen deshalb  an, Kundenprojekte zu realisieren. Oberste Prämisse dabei ist, auf höchstem Qualitätsstandard zu fertigen, mit dem Ziel, dass das Ergebnis deutlich besser ist als das Originalprodukt, bei gleichzeitiger Erhöhung der Lebensdauer.

Porträt HPN
1985: Der damalige Leiter der BMW Abteilung Motorsport, Dietmar Beinhauer, mit einer HPN für die Rallye »Roof of Afrika« (li.) und einer Paris Dakar-Maschine (re.)

Mittlerweile sind wir auf dem großflächigen Dachboden angekommen, der gleichzeitig der Lagerhaltung dient. Jedes Ersatzteil ist genauestens dokumentiert und abgelegt. Klaus Pepperl erzählt, warum sie nach Seibersdorf gezogen sind. In Erding hatten sie für ihre Firma damals vier verschiedene Mietobjekte in Beschlag und das Risiko, durch Kündigung eines zu verlieren und damit kurzfristig auf der Straße zu sitzen, war zu groß. So reifte der Entschluss, eine passende Räumlichkeit zu finden, die sie letztendlich in Seibersdorf gefunden haben.

In einem anderen Gebäude stehen diverse Kundenprojekte. Ein Fahrzeug für einen Schweizer, einen Spanier und das nächste für einen Italiener. Kunden aus der ganzen Welt vertrauen mittlerweile auf die Umbauten von HPN. Für das nächste Jahr seien sie mit Kundenprojekten schon nahezu ausgebucht, sagt Alfred Halbfeld. Dabei erreichen die Umbaumaßnahmen und Modifikationen nicht selten stolze Preise von 15.000 bis 20.000 Euro. Einige Aufträge reichen auch an die 50.000 Euro heran. »Das ist viel Geld für den Umbau eines Motorrades«, merke ich ungläubig an. Doch Klaus Pepperl kennt die Klientel von HPN genau: »Präzision und Individualität, die auch wirklich funktionieren soll, haben ihren Preis, und das wissen unsere Kunden!«

Weitere Infos gibt es unter: www.hpn.de

Porträt HPN

aus MotorradABENTEUER, Heft 1/09

Titelbild MotorradABENTEUER, Heft 1/09

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