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Motorradreisen

Durchgebissen: Für 50 Euro ans Mittelmeer?

Maximal drei Tage, 125 Kubik und 7 kW Leistung – keine idealen Voraussetzungen für einen 1200-km-Trip ans Mittelmeer. Und dann gab es auch noch eine Besonderheit bei der Reisekasse …

Suzuki Adress
In zweieinhalb Tagen schlägt sich Jens Ruprecht mit einer Reisekasse von nur 50 Euro über 1176 Kilometer Landstraße bis zum Mittelmeer durch. Mit 125 Kubik und 7 kW.

Die Idee klang von Anfang an verrückt. Diese Tour war eine echte Herausforderung, und Jens schien genau der Richtige zu sein, sie zu meistern. »Klar mach ich da mit«, sagte er schon nach wenigen Minuten am Telefon, da hatte er sich noch nicht einmal alle Einzelheiten angehört. Jens Ruprecht zieht es gerne in die Welt hinaus, verdient er seinen Lebensunterhalt doch überwiegend als Tourguide beim Reisespezialisten Edelweiss. Auch als Animateur hat er sich bereits verdingt, womit man ihm sicherlich ordentlich Sitzfleisch und große Kontaktfreudigkeit bescheinigen kann. Genau die richtigen Voraussetzungen für unseren Versuch.

Bei jedem Tanken muss Jens das Gepäck komplett abladen – mit einem Tankvolumen von nur 4,3 Litern kommt das leider recht häufig vor.

Tankstelle in Manderscheid
In Manderscheid trifft Jens auf Herrn Simons, den Besitzer einer Tankstelle, der ihm nicht nur eine Spritfüllung spendiert, sondern auch noch einen Kaffee.

In drei Tagen will Jens von Euskirchen auf möglichst direktem Weg Richtung Süden zum Mittelmeer fahren. Sein Untersatz ist dabei ein 125er-Address-Roller von Suzuki mit 7 kW Leistung. Bei gut drei Litern Verbrauch sollte er die knapp 1000 Kilometer günstig überwinden können. Genau das muss er aber auch, denn seine Reisekasse für die Tour besteht aus exakt 50 Euro. Ob sie ausreichen für Sprit, Essen und Übernachtungen – Jens ist optimistisch. Den ersten Stopp legt er beim benachbarten Supermarkt ein. Müsli, Konserven und Wasser verschwinden neben Zelt, Schlafsack, Kocher und Isomatte in der Gepäckrolle und den Seitentaschen. Obwohl die Platzverhältnisse auf dem Roller beengt sind, macht es sich Jens bequem. Richtig nervig ist nur, dass sich der Einfüllstutzen des Tanks unter der Sitzbank befindet. Bei jedem Nachfüllen gilt es also das Gepäck komplett abzuladen. Bei einem Tankvolumen von nur 4,3 Litern kommt das leider recht häufig vor.

Reisereportage Mittelmeer
Im Elsass hilft unser Low-Budget-Traveller einem Bauern, der gerade seine Obstbäume schneidet, und wird dafür mit einem Schlafplatz auf dessen Wiese und zwei Gute-Nacht-Bierchen belohnt.

Jens startet an einem Mittwoch gegen Mittag. Vorbei am Nürburgring schlägt er sich durch die Eifel. In Manderscheid trifft er auf Herrn Simons, den Besitzer einer Tankstelle, der ihm nicht nur eine Spritfüllung spendiert, sondern auch noch einen Kaffee. Im Saarland greift ihm das Team von Suzuki-Händler Bodo Schmidt in gleicher Weise unter die Arme. Im Elsass hilft er einem Bauern, der gerade seine Obstbäume schneidet, und wird dafür mit einem Schlafplatz auf dessen Wiese und zwei Gute-Nacht-Bierchen belohnt. Nach zwei Stopps an Schrottplätzen, wo er sich mit den Resten aus den Tanks der Autowracks versorgen kann, schafft er es, ohne einen Cent fürs Tanken ausgegeben zu haben, bis zur Schweizer Grenze. Auch in der Schweiz trifft er überall auf Menschen, die sich für seine Reise begeistern. Kawasaki-Fahrer Heinz lädt ihn auf der Passhöhe Vue des Alpes zum Mittagessen ein. Nur wenige Meter vom Ufer des Genfer Sees entfernt darf Jens auf Einladung eines Campingplatzbesitzers sein Nachtlager aufschlagen.

Während er sich im dichten Schneetreiben über den Simplon-Pass kämpft, trifft er auf zwei junge Schweizer, die sich beim Kite-Skiing ebenfalls wenig mit den Witterungsverhältnissen anfreunden können. Also hören sie sich die Geschichte von Jens’ Tour lieber bei Kaffee und Kuchen in der nächsten Hütte an. Schnell noch den Wetterbericht übers Handy abgerufen, können sie ihm wenig Mut machen. Der Schnee wird bald zu Regen, der ihn zum Mittelmeer begleiten soll. Kurz hinter Alessandria klart es aber doch auf. Die traumhafte Strecke über den Passo del Turchio führt ihn die letzten Kilometer hinunter zum Meer, wo er kurz vor acht Uhr abends zu stehen kommt.

Genau 1176 Kilometer Landstraße liegen hinter ihm, zurückgelegt in nur zweieinhalb Tagen. Und 50 Euro waren mehr als genug, es sind sogar noch 22,92 Euro übrig.

Die ausführliche Reisereportage zu Jens Ruprechts' Low-Budget-Tour ans Mittelmeer finden Sie in der neuen Ausgabe des Magazins MotorradABENTEUER, Ausgabe 4/2009.

Reisereportage Mittelmeer
Angekommen: Jens Ruprecht hat auf seiner 50-Euro-Tour ans Mittelmeer jede Menge erlebt, viele nette Menschen kennengelernt – und noch immer die Taschen voller Geld …

 

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