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TOURENFAHRER-Leserreise Marokko

TOURENFAHRER Leserreise 2008 »Marokko«

Die wunderbare Vielfalt

»Das ist es, was ich Dir zeigen wollte, dieses Land«, Paul Bowles hat seine Liebe zu Marokko in »Der Himmel über der Wüste« verewigt. Durch das wohl abwechs­lungsreichste Land Nordafrikas führte auch die erste TOURENFAHRER-Leserreise. Text und Fotos: Sven Degenhardt

Nach wenigen Kilometern im spanischen Ceuta treffen wir auf die Grenze. Kaum zu glauben, dass Europa, zumindest für den Zoll, erst hier endet. Vor dem Schlagbaum bietet sich für eine Schengen-Grenze ein ungewohntes Bild. Ein unüberschaubarer Strom von Menschen drängt sich schwer beladen durch enge, vergitterte Gänge. Gut zwei Stunden benötigen wir auf der marokkanischen Seite.

Während wir unzählige Formulare ausfüllen und darauf warten, dass die Fahrzeuge in die Pässe eingetragen werden, passieren uns mehrere Tonnen Kleidungsstücke, Plastikeimer und vor allem Knabberwaren. Chips stehen scheinbar hoch im Kurs und werden säckeweise über die Grenze geschafft. Der Supermarkt, den wir in Ceuta noch passiert haben, muss komplett leergekauft sein.

TOURENFAHRER Leserreise Marokko 2009
TOURENFAHRER Leserreise Marokko 2009
TOURENFAHRER Leserreise Marokko 2009
TOURENFAHRER Leserreise Marokko 2009
TOURENFAHRER Leserreise Marokko 2009
TOURENFAHRER Leserreise Marokko 2009

Impressionen von der TOURENFAHRER Leserreise 2008 »Marokko«. Bilder zum Vergrößern anklicken.


Unser erstes Ziel ist Chefchaouen, das auf etwa 600 Meter Höhe am Rande des Rif-Gebirges liegt. Im 16. Jahrhundert hatten Portugiesen und Spanier begonnen, an der marokkanischen Küste Stützpunkte zu errichten. Ab 1670 befreiten die Alawiden, zu deren Dynastie auch der heutige König Mohammed VI. gehört, die meisten der besetzten Küstenstädte. Einzig Ceuta, Melilla und Sidi Ifni blieben spanisch. 1912 wurde fast ganz Marokko französisches Protektorat, nur der nördliche Teil war weiter von Spanien kontrolliert. Bis zu dieser Zeit galt Chefchaouen als muslimischer Rückzugsort und durfte von Andersgläubigen nicht betreten werden.

Heute hingegen lebt die Stadt weitgehend vom Tourismus. Typisch sind die weiß und blau gestrichenen Häuser. Das Weiß sei gegen die Hitze, das Blau der Fensterrahmen gegen die Fliegen, sagen die Einheimischen. Von beidem bekommen wir wenig zu spüren. Die Temperaturen pendeln sich nach Sonnenuntergang eher im einstelligen Bereich ein.

Die Nacht verbringen wir in einem atemberaubenden Hotel mit mehreren winzigen Innenhöfen, zu denen sich mit aufwendigen Holzschnitzereien verzierte Balkone über drei Stockwerke erstrecken. Bunt bemalte Flügeltüren bilden den Eingang zu den Zimmern mit großen Tonbecken oder gehämmerten Kupferschalen als Waschbecken.

Draußen tobt bis spät in die Nacht das Leben in den engen Gassen. Eine Nacht wie im Leben von Indiana Jones. Und sie ist auch ungefähr so kurz. Gegen fünf Uhr morgens weckt uns der Muezzin. Damit niemand seinen Ruf zum Gebet zu so früher Stunde verschläft, gibt er sich besonders laut und ausdauernd Mühe. Wir verlassen Chefchaouen Richtung Süden und lassen die Ausläufer des Rif-Gebirges hinter uns, das sich weit über den Norden Marokkos erstreckt.

Nach wenigen Kilometern überqueren wir den Pont du Loukkos. Die Brücke markiert die Grenze des ehemaligen spanischen Protektorats. Seit 1956 ist Marokko unabhängig und seit 1957, als Sultan Mohammed V. den Königstitel annahm, eine Monarchie. Während wir bis Ifrane auf gut 1600 Meter hinaufklettern, nimmt proportional zur Temperatur auch die Sicht ab. In dem dichten Nebel könnten wir ein Kamel überfahren und wären nicht in der Lage zu erkennen, womit wir kollidiert sind. Erst mit der Einfahrt in die Stadt lichtet sich der Nebel, so dass man den Regen wieder besser erkennen kann. Ifrane ist eine recht modern angelegte und wenig typische Stadt am Rande des Atlas.

Das »St. Moritz Marokkos«, wie es die Tourguides nennen, wird nicht zuletzt vom König auch gerne zum Skifahren aufgesucht. Am nächsten Morgen sorgt der Nebel für eine mystische Atmosphäre in den dichten Zedernwäldern am Rande des Atlas. Wenige Kilometer weiter werden wir schon erwartet. Kleine graubraune Berberaffen tummeln sich am Straßenrand. Ein Stück weit begleitet uns noch der Nebel.

Es scheint, als wolle es der Himmel spannend machen, und so verpackt er die Landschaft wie ein Geschenk. Dann plötzlich lüftet er das Geheimnis und gibt den Blick frei auf eine in ihrer schlichten Kargheit wunderschöne Hochebene. Bei strahlendem Sonnenschein geht es nun durch dichte Wälder und weite Täler.

Auf dem Weg nach Khénifra holt uns der Fluch des Wetterberichts aber wieder ein. Die schweren Regenfälle haben schon vielerorts zu kleinen und größeren Erdrutschen geführt. In Verbindung mit den teils abgebrochenen Straßenrändern und den unzähligen Schlaglöchern ergibt sich so ein interessanter Slalomparcours. Kurz vor Sonnenuntergang erreichen wir das Hotel.

Von Fahrten in der Dunkelheit ist möglichst abzusehen, obwohl sich auf den marokkanischen Straßen bei Nacht kaum etwas ändert. Esel, Hunde, Autos, Mofas, Lkw und natürlich jede Menge Fußgänger sind unterwegs. Nur sieht man sie nicht mehr, denn nichts ist beleuchtet. Vielleicht wird Afrika auch deshalb der Schwarze Kontinent genannt. Nirgendwo sonst ist die Nacht so dunkel wie hier.

Ohne große Wirkung zu zeigen, nagt der Wasserstrahl am frühen Morgen mit Getöse an der rotbraunen Kruste, die an den Motorrädern pappt. Unser ers­ter Weg heute führte in die Waschanlage von Afourer. Den verölten Schuppen etwas unterhalb der Hauptstraße hätte man auf den ersten Blick sicher nicht dafür gehalten. Schwer zu sagen, wie viele Einwohner unter zwanzig Jahren Afourer hat, doch binnen Minuten scheinen sie sich alle um uns versammelt zu haben. »Une Stilo, un Dirham«, marokkanische Kinder sind neugierig und hartnäckig.

Das erste Ziel ist der Stausee bei Bin El-Quidane. Eine Fahrt durch sich mal weitende, mal wieder verengende Schluchten, über die Staumauer und auf wilder, verschlungener Strecke bergan. Von oben eröffnet sich schließlich ein atemberaubender Ausblick auf die rötlich-gelben Gipfel, die sich im Wasser des Staube­ckens spiegeln. Kurz nach Mittag erreichen wir die »Cascades d'Ouzoud«.

Gut hundert Meter tief stürzen die schlammigen Fluten die rötlich-braunen Lehmwände hinab. Die Ouzoud-Wasserfälle sind die höchsten und sicher schönsten Wasserfälle Marokkos. Ihre Ufer sind gesäumt von Feigenbäumen und urwaldartigen Lianen. Am Fuß der Kaskaden locken etliche Garküchen mit Tajine und Couscous, den beiden Nationalgerichten Marokkos. Tajine trägt seinen Namen von den konisch zulaufenden Tongefäßen, in denen es traditionell über dem Kohlefeuer zubereitet wird.

Je nach Jahreszeit und Region besteht es aus verschiedenen Gemüsesorten, die stundenlang mit Hühnerfleisch, Lammfleisch oder Fisch geschmort werden. Couscous ist ein klassisches Freitagsessen und besteht aus Hartweizengrieß, der über Wasserdampf gegart wird. Zusammen mit verschiedenen Fleisch- und Gemüsesorten wird es zu einer immer wieder neuen geschmacklichen Offenbarung. Wir stärken uns ausgiebig im Schatten der Wasserfälle, während uns ein paar Berberaffen und Katzen Gesellschaft leisten.

Dann müssen wir uns beeilen, wollen wir Marrakech noch bei Tag erreichen. Bevor die Sonne nur noch hinter dem Horizont weiterscheint, spuckt uns der chaotische Verkehr am Jemaa-el-Fna-Platz aus. Ganz im Gegensatz zu seinem Namen, der so viel wie »Versammlung der Toten« bedeutet, tobt in diesem wohl ursprünglichsten Freiluft-Theater Afrikas allabendlich das Leben. Früher ließen die Machthaber hier die Köpfe hingerichteter Aufständischer zur Abschreckung ausstellen. Heute bevölkern den Platz Gaukler, Wasserverkäufer und Musiker. Dazwischen rasen Mofafahrer umher.

Der kreischende Klang der Zweitakter mischt sich mit den Trommeln, der Musik und dem tosenden Stimmengewirr zu einer irrwitzigen Kakophonie. Kaum ist die Sonne verschwunden, beginnt es an allen Ecken zu brodeln. In der wogenden Masse steigt hier und da Rauch auf, wenn die Grill- und Marktstände ihre Glut anfachen, um allen Arten von Köstlichkeiten einzuheizen. Erst gegen zehn Uhr verebbt das Leben in den Gängen dieses riesigen Freiluftrestaurants.

Viel zu früh, könnten wir doch die ganze Nacht hier verweilen zwischen den Klängen, den Gerüchen und den Geschmäckern Afrikas. Je weniger das Gedränge in den Gängen zwischen den Ständen wird, desto eher sind auch die Mofafahrer bereit, um den Markt herumzufahren. Es fehlt scheinbar die Herausforderung.

Entlang palmenbewachsener Täler geht es am nächsten Morgen hinauf in die immer karger werdende Landschaft des Hohen Atlas. In 2260 Meter Höhe überqueren wir schließlich den Tichka-Pass. Er ist wie das Tor zu einer anderen Welt, denn die Berge bilden eine natürliche Trennlinie zur Sahara. Der Pass war früher ein wichtiger Übergang für die Karawanen aus dem Süden auf ihrem Weg nach Marrakech.

Während die Auffahrt schon spektakulär ist, verschlägt uns der Weg hinab in die Wüste die Sprache. Hier beginnt die »Straße der Kasbahs«. Die Ksour, die verschachtelten und von einer wehrhaften Mauer umgebenen Berberdörfer, sind typisch für die Gegend zwischen Ouarzazate und Ar-Rachidia.

Bis ins 20. Jahrhundert hinein kontrollierten mächtige Berberstämme die Karawanenwege. Zeichen ihrer Macht waren die teils im Ksar, oft aber an exponierten Stellen errichteten Wohnburgen der Fürsten, die Kasbahs. Etwa 300 Jahre alt sind die ältesten erhaltenen Exemplare. Als Baumaterial diente neben Bruchsteinen und luftgetrockneten Ziegeln vor allem gestampfter Lehm. Da diese Bauweise sehr witterungsanfällig ist und ständiger Pflege bedarf, sind heute nur noch wenige Kasbahs dauerhaft bewohnt.

Die Mittagspause verbringen wir bei Âït-Benhaddou. Das noch immer bewohnte Ksar dient samt seiner Einwohner immer wieder als Filmkulisse, etwa für »Sodom und Gomorrha« oder die Verfilmung der Bibel. Vielleicht ist der Himmel neidisch auf die Pracht der Wüste und Berge. Das Spiel aus Licht und Wolken zum Sonnenuntergang stiehlt jedenfalls sogar den am Horizont glühenden Bergen mit ihren weißen Spitzen die Schau.

Mit einem fahrerischen Leckerbissen der besonderen Art starten wir am nächs­ten Tag. Die Dadès-Schlucht ist sicher nicht nur wegen der weithin bekannten Serpentinenfolge einen Besuch wert. Doch man kann sich kaum eine traumhaftere Kulisse vorstellen, um in Schräglage zu gehen. Bei der Einfahrt in die weiter östlich gelegene Todra-Schlucht beginnt es leicht zu regnen. Die Fahrt wird zu einem abenteuerlichen Ritt, je mehr sich die Pfützen zu kleinen Seen auswachsen.

Tief hat sich der Fluss in den roten Fels gegraben, gerade so breit, dass noch für eine schmale Straße Platz bleibt. Normalerweise, doch jetzt hat der Fluss die Straße überspült, müssen Fahrzeuge ihre Watfähigkeit beweisen. Die Wolken über der Wüste sind müde geworden und wollen das viele Wasser nicht mehr tragen, während sie vor den Berggipfeln Schlange stehen. Also legen sie ihre Last ab, über den Wegen, den Dörfern und den Menschen.

Es regnet, und die Wüste ist wunderschön. Erfoud war bereits im Mittelalter ein Stützpunkt für Karawanen, die Gold und Sklaven aus Schwarzafrika nach Norden brachten. Heute ist es der Ausgangspunkt für Ausflüge zum Erg Chebbi, dem einzigen Dünengebiet Marokkos inmitten der Hamada, der Geröllwüste. Auf dem Weg zu den mächtigen Dünen passieren wir die Everglades. Zumindest könnte man diesen Eindruck gewinnen, wenn man die Wassermassen betrachtet, die sich rechts und links der Straße zu großflächigen Seen angestaut haben. Wir wären nicht weiter erstaunt, wenn hinter der nächsten Kurve ein Krokodil statt einer Ziege die Straße überqueren würde.

Am Abend zuvor hörten wir noch die Geschichten aus dem Vielfahrerlatein der Tourguides. Die Fußsohlen habe man sich hier schon verbrannt, beim Spaziergang barfuß über den Erg. Nun stehen wir in der Wüste und sehnen uns nach Trockenheit. Wir sind am »Meer ohne Wasser«, doch mehr Wasser könnte hier nicht vom Himmel fallen. Die Kinder in den Ortschaften haben großes Vergnügen an den Motorrädern, die mit mächtigen Fontänen durch die tiefen Wasserdurchfahrten auf der Hauptstraße rollen.

Als wir uns dem Erg nähern, erkämpft sich die Sonne einen kurzen Blick auf die Erde und lässt die sandigen Hügel rot erglühen. Dann spült der Regen den Tag fort. Mit einer Strecke von 450 Kilometern soll es eine lange Etappe werden von Erfoud nach Fès.

Als die Räder sich früh am Morgen zu drehen beginnen, hat die Sonne dem durchtränkten Boden gerade so viel eingeheizt, dass sich ein leichter Dunstschleier über der Wüste bildet. Wir fahren entlang des Ziz-Flusses in der Schlucht, die er von den Höhen des Atlas hinab gegraben hat. Unter strahlend blauem Himmel geht es durch die weiten Täler des Hohen Atlas.

Wo auch immer wir kurz anhalten, haben wir bald Freunde gefunden. »Un Dirham, mon ami«, »Nur einen Euro, mein Freund« ist der verbale Auftakt zum Angebot von Fossilien, Berberschmuck oder Mineralien. Wer bei einem arabischen Händler Interesse bekundet oder gar nach seinen Preisvorstellungen fragt, hat eigentlich schon gekauft. Man muss sich nur noch über den Preis einig werden.

Für die arme marokkanische Landbevölkerung sind wir steinreich. Und ein wenig kommen mir die Verkaufsversuche gerade bei den Kindern auch wie ein Spiel vor. Als wir in einem Dorf anhalten, bietet ein kleiner Junge CDs mit marokkanischer Musik an. Ich lehne dankend ab und mache ein Foto von den Motorrädern, während er neben mir steht. Als ich die Kamera einpacke, sagt er: »Einen Euro bitte, Monsieur. Geben Sie mir einen Euro.« »Wofür?« frage ich ihn. »Für das Foto«, sagt er. »Du willst einen Euro für das Foto, das ich gemacht habe?« »Ich habe Ihnen dabei geholfen«, sagt er und muss selbst lachen. Das nenne ich eine Dienstleistungsgesellschaft. Wir einigen uns auf einen Kugelschreiber.

Einige Kilometer weiter bietet ein Mann Mineralien am Straßenrand feil. Seine Einleitung zum Verkaufsgespräch scheint zunächst befremdlich, erregt jedoch zumindest Aufmerksamkeit. »Mein Herr, nur gu­cken, nicht kaufen«, wiederholt er immer wieder. Für die Idee würde so manche Werbeagentur viel Geld verlangen.

Ifrane besuchen wir noch einmal für eine Teepause. Auch diesmal sehen wir nicht viel von der Stadt, die wie auf der Hinreise im dichten Regen versinkt. Mit dem Wasser, das die Straßen hinabrinnt, teilen wir uns die Richtung bergab nach Fès. Unter uns erscheint schon bald die Medina mit dem berühmten Gerberviertel, das wir morgen früh besuchen wollen.

In der Ferne beginnt gerade ein Muezzin seinen Ruf zum Gebet. Was dann folgt, klingt binnen Minuten wie der Großalarm aller Berliner Feuerwehren. Gut zwei Dutzend unterschiedliche Rufe setzen mit der Verzögerung von wenigen Sekunden ein und vermischen sich zu einem sphärischen Getöse, das in Wogen immer wieder anschwillt und nachlässt.

Fès war einst der wirtschaftliche, politische und kulturelle Mittelpunkt des Maghreb. Seit 1912 hat sich Rabat als politisches Zentrum des Landes etabliert, und Casablanca ist heute zur dominierenden Wirtschaftmetropole aufgestiegen. Doch mit der Freitagsmoschee Kairaouyine, die 862 n. Ch. von einer aus dem tunesischen Kairouan geflohenen Muslimin gegründet wurde, entstand in Fès ein religiöses und geistiges Zentrum und nach Kairo die zweitälteste Universität der Welt.

Früh am Morgen versammeln wir uns zum Rundgang durch die Medina, dem Stadtkern des alten Fès, Fès-El-Bali. »Ballaq«, schreit jemand hinter uns, und wir tun gut daran, schnell zur Seite zu springen. Andernfalls ist ein Zusammenstoß mit einem Esel, einem Maultier oder einem der vielen vollkommen überladenen Handkarren kaum zu vermeiden. Sie sind die einzigen Transportmöglichkeiten in den engen Gassen der Medina.

In dem unendlich erscheinenden Gewirr von Gassen, Treppen und Torbögen herrscht eine jahrhundertealte Ordnung – eine Gasse für die Tischler, ein Viertel für die Gerber, ein Platz für die Kesselmacher. Prunkvoll geschmückt sind die Eingänge zur Kairaouyine-Moschee. Über die Jahrhunderte hinweg wurde sie immer weiter ausgebaut und vergrößert.

Die Gassen um die Moschee sind mit einer Holzvertäfelung ausgeschlagen. So finden auch die Blinden, wenn sie mit ihren Stöcken daranschlagen, immer den Weg zum Gebetshaus. Wir sind auf einem Spaziergang durch eine längst vergangene Zeit – laut, bunt und geprägt von einem sehr eigenen Geruch. Besonders auf einer Terrasse oberhalb der Gerberei verschlägt es uns nicht nur wegen des Anblicks schier den Atem.

Natürlich führt der Weg zur Terrasse durch einen mehrstöckigen Lederwarenhandel. Und natürlich beherbergt die ehemalige Karawanserei, durch die der Führer uns leitet, heute eine Webstube, in der die exquisiten Stoffe auch günstig zu erwerben sind. Doch ohne ortskundigen Führer könnte man hier mehrere Tage verbringen, bevor man vielleicht zufällig wieder den Weg zum Hotel findet.

Die Bilder und Eindrücke halten uns noch gefangen, als wir am Nachmittag dieser wunderschönen Stadt den Rücken kehren müssen. Zum Abschied drehen wir noch eine Runde, durchfahren die Tore der Stadtmauer, vorbei am Königspalast und am Dreibogentor Bab Boujeloud, einem der schönsten Eingänge in die Medina. Dann geht es auf der von Palmen gesäumten Avenue Hassan II. hinaus in die Ville Nouvelle. So nannten die französischen Kolonialherren die Verwaltungs- und Wohnbezirke, die sie um die alten Stadtkerne herum errichteten.

Die letzte Nacht verbringen wir noch einmal in Chefchaouen, bevor es am nächsten Morgen nach Ceuta und mit der Fähre zurück ins spanische Algeciras geht.

Marokko ist ein Land der Gegensätze. Auf engstem Raum treffen Mittelalter und Moderne, Hochgebirge und Wüste aufeinander. Den Reisenden erwarten Städte mit einer faszinierenden Kultur, weite Landschaften und eine einzigartige Natur. Tausendundeine Geschichte hat dieses Land zu erzählen, und jeder von uns nimmt seine ganz eigene mit nach Hause.

 


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