Enduro-Topseller-Gebrauchtkaufberatung
BMW R 1150 GS

Bereits ihre Vorgängerin, die erste Vierventil 1100er GS von 1994, war ein Volltreffer und ein hoch geschätztes Reise- und Allroundmotorrad. Die im Herbst 1999 vorgestellte Nachfolgerin setzte dem noch eins drauf: Ein Quäntchen mehr Hubraum, fünf PS mehr Leistung (85), mehr Drehmoment und ein neues Sechsganggetriebe, dessen letzter Gang als drehzahlsenkender Overdrive ausgelegt ist und beim Spritsparen hilft. Hubraumzuwachs und Leistungssteigerung machen sich vor allem im mittleren Drehzahlbereich bemerkbar, wo die 1150er ein sehr breit angelegtes Drehmomentplateau von 95 Nm und mehr bietet; eine Eigenschaft, die den bulligen Charakter des Boxers unterstreicht und eine schaltfaule Fahrweise auch bei sehr niedriger Drehzahl zulässt.

- Das Sechsganggetriebe verbessert die Schaltbarkeit und senkt die Drehzahl im letzten Gang spritsparend ab.
An den gewohnten Qualitäten der Reise-Enduro hat sich indes nicht viel verändert: Die trotz des hohen Gewichts ausgesprochen handliche GS ist bis zur Höchstgeschwindigkeit unerschütterlich stabil, gut ausbalanciert und trotz ihrer Masse auch im Stadtverkehr gut zu dirigieren. Mittelgroße Fahrer profitieren von der variablen Sitzbankhöhe, für Kurzbeinige ist die breite Bank allerdings Respekt einflößend. Niedrig ist dagegen der Spritverbrauch, der auch bei hohem Tempo nur selten über sechs Liter steigt. Öl nippt der Boxer allerdings gerade in der Einlaufphase über Gebühr. Es empfiehlt sich also, den Pegelstand in kurzen Intervallen zu kontrollieren. Die GS muss alle 10.000 km zur Inspektion, wobei je 2,5 bis 3,5 Stunden Arbeitszeit anfallen.

- Die R 1150 GS gab es in den verschiedensten Farbkombinationen. Hier eine weiß-blaue Variante aus dem Jahre 2003.
Das lästige, bei Vierventilboxern dieser Epoche teils sehr ausgeprägte Konstantfahrruckeln ist bei der R 1150 GS weniger dominant und bei manchen Exemplaren überhaupt nicht vorhanden. Sollte die besichtigte GS damit nerven, liegt‘s möglicherweise an schlecht synchronisierten Drosselklappen. Endgültig aus der Welt war das Geruckel dann ab Modelljahr 2003 mit Einführung der Doppelzündung. Für diesen Jahrgang gab es Ende 2003 einen Rückruf wegen möglicher Zündaussetzer, verursacht durch falsch verlegte Kabel der zweiten Zündkerze. Zu prüfen sind außerdem die Ventildeckeldichtungen und die Peripherie des Hinterradantriebs auf Ölnebel, der Zustand der Felgen/ Speichen auf Rundlauf bzw. korrekte Spannung sowie das Krümmer-Interferenzrohr und der Motorschutz auf möglichen Steinschlag oder Geländeschäden durch Aufsetzer.
Gebrauchte Enduros – Die zehn Topseller
Technische Daten
Jahrgang: 2001
Motorbauart, Zylinder: Boxer, 2
Hubraum: 1130 cm³
Leistung: 85 PS
Drehmoment max.: 98 Nm
Gänge: 6
Sekundärantrieb: Kardan
Leergewicht vollgetankt: 267 kg
Tankinhalt: 22 l
Verbrauch: 5,7 l
Sitzhöhe: 840-860 mm
Max. Geschwindigkeit: 197 km/h
Durchzug 50-120 km/h (6. G.): 7,0 sec
Bauzeit: 1999-2004
Neupreis 1999: 10.169 €
Neupreis 2004: ab 10.950 € + Nk.
Bestand: ca. 26.800
Gebrauchtpreise
Baujahr 1999: 4.525 €
Baujahr 2000: 4.800 €
Baujahr 2001: 5.225 €
Baujahr 2002: 5.675 €
Baujahr 2003: 6.200 €
Baujahr 2004: 6.650 €
Stärken & Schwächen
+ bullige Leistungscharakteristik
+ hohe Fahrleistungen
+ handliches, stabiles Fahrwerk
+ große Reichweite
+ enormes Platzangebot
+ komfortable Federung
+ pflegeleichter Kardan
– Baujahr 1999-2002: teils Tendenz
zu Konstantfahrruckeln
– hohes Gewicht
– regelmäßiger Ölcheck nötig
