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BMW Motorrad Navigator IV

Ratgeber: Motorrad GPS

Easy Going

GPS-basierte Navigationsgeräte bringen auch für Motorradfahrer ein
deutliches Plus an Sicherheit und Komfort. Doch gute Navis fürs Motorrad
müssen andere Anforderungen erfüllen als solche fürs Auto.

Wo ich bin, weiß ich vielleicht, sicher aber, wohin ich will – und er kennt den Weg. Also starte ich den kleinen Kasten und gebe das Ziel meist in Form einer Postadresse ein. Binnen Sekungen nimmt das Navi Verbindung zu mindestens drei Satelliten auf und errechnet für mich den schnellsten oder kürzestenWeg zu meinem Ziel. So kennen wir Navigationsgeräte im Auto: schnell, komfortabel und praktisch. Und auch auf dem Motorrad bringen Navis jede Menge Vorteile, müssen aber im Grunde ganz andere Anforderungen erfüllen als im PKW. Motorradfahrer wollen in den seltensten Fällen direkt von A nach B, weder auf dem schnellsten Weg  noch auf dem kürzesten, sondern suchen eher landschaftlich wie fahrerisch reizvolle Strecken abseits der Hauptverkehrswege. Dazu muss der Navi mit Tourinformationen, sogenannten Routen gefüttert werden. Diese bestehen gemeinhin aus mehreren Wegpunkten, also geographisch mittels Längen- und Breitengrad eindeutig definierten Punkten. Diese verbinden die Geräte dann selbstständig. Erfolgt das nicht in Form von Luftlinien, sondern straßengenau, spricht man von Routing. Zwingend notwendig ist es also für den Einsatz auf dem Motorrad, dass ein Navi bei der Berechnung von Routen Zwischenziele berücksichtigen kann, also nicht nur den Weg von A nach B, sondern auch über C, D und E ermitteln kann. Die Planung einer Tour läßt sich entweder im Gerät selbst oder aber deutlich komfortabler am PC vornehmen. Mit der richtigen Planungssoftware mancht das doppelt Spaß, denn so lassen sich auch die mittlerweile in einer schier unüberschaubaren Menge im Internet erhältlichen Tourenvorschläge nutzen. Auch der TOURENFAHRER stellt eine große Auswahl Touren zum Download bereit.
Navis machen die gute, alte Karte aber keinesfalls überflüssig, sondern ergänzen sie vielmehr. Meist sind die Karten schon in digitaler Form in den Geräten selbst gespeichert. Das GPS kennt immer die aktuelle Position, und so läßt es sich auch in unbekannten Gegenden entspannt auf Entdeckungs­tour gehen. Geht die Sonne unter, sind Magen oder Tank leer? Das Navi weiß den Weg zur Tankstelle, zum Restaurant, zum Hotel oder nach Hause. Und wer beim entspannten Bummel eine nette Strecke gefunden hat, muss sich keine Gedanken darüber machen, ob er sie beim nächsten Ausflug wiederfindet, denn die meisten GPS-Geräte speichern die gefahrene Tour in Form eines Tracks, der sich archivieren und auch mit anderen tauschen läßt. Dass die Fahr­anweisungen bei den meisten Geräten mittels Sprachausgabe erfolgen, bringt zudem ein deut­liches Sicherheitsplus, denn so wird der Fahrer nicht unnötig durch den Blick auf den Tankrucksack von der Fahrbahn abgelenkt.

 

Das Einmaleins der GPS-Begriffe

Waypoints:
GPS-Empfänger können den Weg zu einem vor­her eingegebenen Ziel weisen. Die Koordinaten dieser Weg­punkte (WPT) werden manuell eingegeben, vom PC geladen oder aus einer vorinstallierten Datenbank abgefragt.

Track:
Beim Abfahren einer Strecke kann der Empfänger den zurückgelegten Weg aufzeichnen. Dieser »Track« setzt sich aus einzelnen Positions­bestimmungen, den »Track-Punkten« zusammen, die der Empfänger entweder nach jeder Kursänderung, nach einem bestimmten Zeitintervall oder nach einer definierten Strecke setzt. Bei längeren Touren bietet sich eine Aufzeichnung nach einem Streckenintervall von 500 bis 1000 Metern an. Andernfalls ist der Trackspeicher zu schnell gefüllt und der Track muss zwischendurch auf einem PC oder Handheld gesichert werden.

Routen:
Eine Route besteht aus mehreren Wegpunkten, die in einer festgelegten Reihenfol­ge nacheinander angesteuert werden. Der Empfän­ger er­rechnet immer den kürzesten Weg zwischen zwei Punkten, sprich eine Luft­linien­verbin­­dung. Beim Erstel­len von Routen ist es meist sinnvoll, kurz hinter Abzwei­gungen einen Punkt zu setzen.

Routing:
Ist ein Empfänger routingfähig, kann er, basierend auf Kartendaten, den Weg zu einem Ziel genau dem Straßenverlauf folgend errechnen. Er ermittelt also nicht nur die Luftlinienverbindung zwischen zwei Punkten. POI: Interessante Punkte wie Restaurants, Hotels oder Tankstellen, aber auch Sehens­würdigkeiten wie Museen, werden als »Point of Interest«, kurz POI bezeichnet.

Text: Sven Degenhardt; Fotos: C. Güldenring, Hersteller


Motorrad Navigationsgerät Tom Tom Rider
Ebenso wie der BMW Navigator IV (links) und der Garmin Zumo 660 (unten), gehört der Tom Tom Rider zur kleinen Familie der speziell für den Motorradeinsatz entwickelten Navigationsgeräte. Diese Geräte haben eine besonders robuste und witterungsfeste Bauweise. Ihre Bedienelemente bzw. Touchscreens lassen sich auch mit Handschuhen benutzen. Und auch die Routingfunktionen sind für den Toureneinsatz optimiert, so dass sich bei der Routenberechnung beispielsweise Autobahnen vermeiden lassen.
Geoinformationen als Bestandteil der Metainformationen der Bilddatei.
Der Zumo 660 ist fast baugleich mit dem Motorrad Navigator IV (großes Bild). Er verzichtet allerdings auf die seitlichen Bedienungsknöpfe. Alle Funktionen werden über die Touchscreen im breiten 16:9-Format gesteuert. Wer ein preiswertes Gerät sucht, und auf einige Funktionen verzichten kann, ist mit dem Vorgängermodell Zumo 550 ebenfalls gut bedient.
GPS Halter von Touratech.
Bei den Motorradnavigationsgeräten wird ein Anbausatz mitgeliefert. Für den Einsatz unter schwierigen Bedingungen, z. B. auf Schotterpisten, empfiehlt sich jedoch eine spezielle Motorradhalterung. Anbieter wie beispielsweise Touratech haben Halter entwickelt, die das Gerät wirksam von Vibrationen entkoppeln und insgesamt wesentlich robuster sind, als die mitgelieferten Adapter.
Fotorealistische Darstellung von Autobahnabfahrten.
Bei modernen Motorrad-Navigationsgeräten gehören Fahrspurassistent und die fotorealistische Darstellung von Autobahnabfahrten zum Standard.
Bluetooth Hedaset
Mit einem Bluetooth-Headset werden die Sprachanweisungen und Verkehrshinweise (TMC) ohne lästigen Kabelsalat in den Helm übertragen. Entsprechend ausgestattete Systeme erlauben zudem das Freisprechen mit dem Beifahrer, die Rufannahme von Bluetooth-fähigen Handys und das Musikhören.
 

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