
Studie zum Tagfahrlicht
Blendwerk?
In einer zweieinhalbjährigen Studie haben sich die Versicherer in Zusammenarbeit mit Forschungsinstituten mit den Sicherheitsaspekten des Tagfahrlichtes befasst. Mit ernüchterndem Ergebnis.
In einem soeben abgeschlossenen, zweieinhalb Jahre währenden Forschungsprojekt in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Berlin sowie dem Forschungsinstitut Human-Factors-Consult hat die Unfallforschung der Versicherer (UDV) das Für-und-Wider des Tagfahrlichtes erforscht. Der Hintergrund: ab dem 7. Februar 2011 dürfen in Europa neu entwickelte Fahrzeugtypen nur noch mit serienmäßigem Tagfahrlicht angeboten werden. Nachdem in einer ersten Veröffentlichung bekanntgegeben wurde, dass durch das Tagfahrlicht bei Pkw kein nennenswerter Sicherheitsgewinn erzielt wird, kamen die Forscher nun zu dem Schluss, dass die obligatorische Technik zumindest keine Verschlechterung der Sicherheit für »schwächere« Verkehrsteilnehmer mit sich bringt. Immerhin. Denn Experten hatten befürchtet, dass Fußgänger, Radfahrer und Motorradfahrer durch vermehrtes Tagfahrlicht bei den Autos schlechter wahrgenommen würden. Diese Befürchtung konnte nach Aussagen der UDV mittels Versuchsreihen im Lichtkanal, im Fahrsimulator und im realen Straßenverkehr nicht bestätigt werden. So werde der Blick von Autolenkern durch das Tagfahrlicht »nicht gebunden«, auch eine verringerte Wahrnehmung schwächerer Verkehrsteilnehmer sei nicht zu befürchten. Es erfolge angeblich keine »Maskierung« von Motorradfahrern, die vorschriftsmäßig mit Abblendlicht unterwegs sind, durch Pkw mit Tagfahrlicht. Zu den Sicherheitsaspekten des Tagfahrlichts an Motorrädern enthält die Veröffentlichung keine Daten. Anbieter von Nachrüstlösungen für Motorräder begründen eine angeblich bessere Sichtbarkeit damit, dass das Tagfahrlicht im Gegensatz zum Abblendlicht auf »Augenhöhe« des Gegenverkehrs ziele und nicht auf die Straße. (ar/ampnet/jri)
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