
Ducati Superquatro-Motor
Stückchen für Stückchen hebt Ducati den Schleier vom neuen Superbike 1199. Der erste Infohappen im September bestand lediglich in der Preisgabe des Beinamens des neuen Renners: »Panigale« – eine Hommage an den Bologneser Stadtteil, in dem der Hersteller beheimatet ist. Mit einigen Details zum Motor gibt es nun substanziellere Neuigkeiten aus Norditalien.
Nicht weniger als den derzeit stärksten Zweizylinder-Motor stellt Ducati als Herzstück der 1199 vor. Der als »Superquatro« bezeichnete Motor wird als mittragendes Teil in den Rahmen integriert. 195 PS soll der Twin aus den beiden mit 112,0 x 60,8 Millimetern sehr kurzhubig ausgelegten Zylindern schöpfen. Das maximale Drehmoment wird mit 135 Newtonmetern angegeben.
Die Ducati-typische desmodromische Ventilsteuerung wird den zum Erreichen der Spitzenleistung notwendigen 10.750 Umdrehungen gut gewachsen sein. Die Zwangssteuerung ist besonders drehzahlfest, da auch das Schließen der Ventile durch einen Hebel erfolgt. Um die bewegten Massen im Zylinderkopf gering zu halten, sind die vier Ventile in jedem Zylinder aus Titan gefertigt. Öffner- und Schließerhebel sind zur Verminderung der Reibung mit einer PLC-Beschichtung (Polymeric-Like-Carbon) versehen.
Magnesium soll neben Aluminium für geringes Gewicht sorgen. Die kompakte Bauform des Twin ergibt sich aus der Besonderheit, dass die Zylinderköpfe direkt auf den Motorblock aufgesetzt sind. Die Alu-Laufbuchsen sind mit Nikasil beschichtet, die Leichtmetallkolben sind in Doppelstegbauweise ausgeführt.
Ein klassischer Gaszug wird an der 1199 Panigale nicht zu finden sein. Der Fahrer steuert die Drosselklappen elektrisch per Ride-by-Wire-Technologie an. Je zwei Einspritzdüsen arbeiten in den beiden ovalen Drosselklappenkörpern, der Klappendurchmesser beträgt 67,5 Millimeter.
Für geringeren Gegendruck beim Dekompressionsvorgang sorgt eine Vakuumölpumpe, die den geschlossenen Ölkreislauf antreibt. Die Kühlung des Schmiermittels erfolgt in einem zentralen Ölkühler. Die Hauptkühlleistung wird von einer Flüssigkeitskühlung erbracht.
Die Kraftübertragung erfolgt über ein neues 6-Gang-Getriebe sowie eine im Ölbad laufende Anti-Hopping-Self-Servo-Kupplung.
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