
Vorstellung Husqvarna Nuda
Husqvarna hat auf Sardinien den lange erwarteten Zweizylinder vorgestellt. Die technischen Details der Nuda 900 und der exklusiven Variante »R« im Überblick.
Konzeptionell positioniert ist der Husqvarna Twin irgendwo zwischen Supermoto und Naked Bike. Der Hersteller spricht von einem »Crossover«-Modell. In Zeiten verschwimmender Genregrenzen ist das aber auch gar nicht so wichtig. Früher hätte man vielleicht von einem sportlichen Allrounder gesprochen – was natürlich nicht so gut klingt.
Zu den harten Fakten. Herzstück der Nuda ist der aus der BMW R 800 R bekannte Zweizylinder-Reihenmotor. Für den Einsatz bei der sportlichen Schwestermarke wurde das Aggregat gründlich überarbeitet.
Die Bohrung wuchs um 2 Millimeter auf 84 Millimeter, der Hub fiel mit 81 Millimetern gar um 5,4 Millimeter größer aus. Unterm Strich addieren sich die Modifikationen zu einem Hubraumplus von 100 Kubikzentimetern, so dass die Nuda 900 mit 898 Kubik ihre Modellbezeichnung völlig zurecht trägt.
Doch damit nicht genug. Eine dreilagige Zylinderkopfdichtung erhöht das Verdichtungsverhältnis auf 13:1. Zudem wurde der Durchmesser des Einlassventils wurde um einen Millimeter vergrößert. 105 PS und 100 Newtonmeter produziert der flüssigkeitsgekühlte Twin nun im Husqvarna-Trimm.
Eine höhere Spitzenleistung reichte den Entwicklern jedoch nicht aus. Der Motor sollte einen eigenen Charakter bekommen. Hierzu wurde der originale Hubzapfenversatz von 0° auf einen Wert von 315° geändert. Entsprechend musste das Schwenkpleuel, welches die Motorvibrationen reduziert, überarbeitet werden, um den geänderten Massenkräften im Inneren Paroli bieten zu können.
Trotz der sportlichen Leistungsentfaltung soll die Nuda dank BMW-KP Motormanagement nur etwa fünf Liter Kraftstoff auf hundert Kilometer verbrauchen.
Als Basis des Chassis dient der Gitterrohrrahmen der BMW F 800 GS. Um 50 Millimeter gekürzt und mit einem 80 Millimeter starken, etwa steiler stehenden Steuerrohr versehen, verleiht er der Nuda ein kompakteres Layout und höhere Agilität bei niedrigen Geschwindigkeiten.
Das 17-Zoll-Vorderrad wird von einer 48er USD-Gabel von Sachs geführt, deren Federvorspannung variabel ist. Im Heck arbeitet ein Zentralfederbein vom gleichen Zulieferer, das das gesamte Spektrum der Einstellmöglichkeiten bietet.
Die Federwege fallen mit 210 Millimetern (vorne) bzw. 180 Millimetern hinten Supermoto-typisch üppig aus.
Für den Fahrer ergibt sich aus den Fahrwerksdaten eine Sitzhöhe von 875 Millimetern. Die Bank ist so ausgelegt, dass auch ein Beifahrer Platz findet. Der Kraftstofftank mit 13 Litern Inhalt ist schwerpunktnah unter der Sitzbank platziert. Das fahrfertige Leergewicht der Nuda wird mit 196 Kilogramm angegeben.
Für die Verzögerung am Vorderrad sorgen radial verschraubte Vierkolben-Sättel von Brembo mit gesinterten Belägen und 320er Scheiben. Hinten genügt der Nuda eine 265er Scheibe mit Zweikolben-Sattel.
Bei aller Sportlichkeit: neben zahlreichem weiteren Zubehör gibt es für die Nuda-Modelle auch ein Gepäcksystem. Womit wir dann wieder beim Allrounder wären.
Die Exklusive – Nuda 900 R
Höherwertige Fahrwerkskomponenten, rennsporttaugliche Bremsen, eine Sportauspuffanlage und Carbonteile unterscheiden die Nuda R vom Basismodell.
Die 48er Sachs-Gabel ist bei der »R« voll einstellbar, ebenso wie das Federbein von Öhlins. Dieses verfügt zusätzlich über eine Höhenregulierung, mit der das Fahrzeug leicht angehoben werden kann, was in mehr Bodenfreiheit und agilerem Handling resultieren soll. Die vordere Bremsanlage arbeitet mit Monobloc-Bremsen aus dem Rennsport. Zur Gewichtsreduzierung trägt eine leichte Sportauspuffanlage ebenso bei wie zahlreichen Abdeckungen, die in Carbonlaminat ausgeführt sind.

- Voll einstellbares Fahrwerk und viel Carbon – die Nuda »R«.
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