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BMW C 600 und BMW C 650 Technik

Technik: Der Antrieb der BMW-Scooter

Mit den Roller-Typen C 600 Sport und C 650 GT wird auch das Motoren-Portfoliobei BMW um eine Variante erweitert. Und die muss eines sein: so flach wie möglich. Von Guido Saliger

Mit den Luxus-Rollern betreten die Münchener Neuland. Und die Welt der Großroller hat ihre eigenen Gesetzmäßigkeiten. Da sind 15-Zoll-Räder und ein flacher Durchstieg vor der Sitzbank Usus. Das lässt sich am besten durch Einsatz eines flachen Brückenrahmens realisieren, der wiederum einen flachen Motor erfordert.

Heraus kam ein Zweizylin­der-Reihenmotor, der den unterschiedlichen Typkürzeln zum Trotz bei beiden Varianten zum Einsatz kommt. Seine Zylinder neigen sich in einem Winkel von 70 Grad extrem nach vorn. 79 mm Bohrung und 66 mm Hub ergeben 647 Kubik. Eine Kurbelwelle mit 90 Grad Hubzapfenversatz und jeweils eine ober- und unterhalb der Kurbelwellenachse angeordnete stirnradgetriebene Ausgleichswelle vereinen Klang und Charakter eines V2 mit vibrationsarmem Lauf.

Letzteres ist Grundvoraussetzung dafür, um das Triebwerk mittragend starr im Rahmen lagern zu können. Das horizontal geteilte Motorgehäuse besteht aus Alu-Druckguss, wobei die Zylinder-Laufbuchsen als Open-deck-Konstruk­tion im oberen Gehäuseteil integriert sind. Eine Trockensumpfschmierung mit im Motorgehäuse integriertem Öltank, Gesamtvolumen 3,1 Liter, macht eine Ölwanne überflüssig und kommt wiederum einer geringen Bauhöhe zugute.

  • Zweizylinder Motor BMW C 600 und C 650
  • BRückenrahmen BMW C 600 und C 650
  • Kettenantrieb BMW C 600 und C 650

Bildergalerie zur Technik der BMW Roller C 600 Sport und C 650 GT. Zum Vergrößern Bild anklicken.

Die Ziffern im Text bezeichnen die entsprechenden Positionen im ersten Bild der Diaschau.

Die Doppelölpumpe (1) mit Saug- und Rückförderfunktion wird per Stirnrad von der unteren Ausgleichswelle angetrieben. Sie treibt gleichzeitig über Stirnräder die Pumpe der Flüssigkeitskühlung mit 2,2 Liter Volumen an. Der dazugehörige Wasserkühler mit Thermostat und E-Lüfter sitzt unterhalb des Lenkkopfes.

Die obere Ausgleichswelle (2) im Zweizylinder fungiert als Rotationsentlüfter für das Kurbelgehäuse. Neben dem klassischen Peilstab verfügen die Roller über eine elektronische Warnfunktion im Cockpit. Den Gaswechsel des Zweizylinders, in dem das Gemisch auf 11,6 zu 1 verdichtet wird, steuern je zwei 31,5 mm große Ein- und 27,1 mm große Auslassventile pro Zylinder, die im Winkel von zwölf respektive 14 Grad zur Zylindermittelachse angeordnet sind. Sie werden von zwei über Zahnkette angetriebenen oben liegenden No­cken­wellen und Tassenstößeln mit innen liegenden Shims be­tätigt.

Eine elektronische Zünd-/Einspritzanlage mit 38 mm großen Drosselklappen von Bosch, Typ BMS-E, soll gu­tes Kaltstartverhalten und geringen Strombedarf vereinen. Der Motor wird mit bleifreiem Superkraftstoff (95 ROZ) aus einem 16-Liter-Tank versorgt. Dank hoher Verbrennungseffizienz und günstigem Verbrauch soll der Motor fit für die künftige Euro-4-Abgas­norm sein. Wie üblich sorgt ein geregelter Katalysator in der Edelstahl-Abgasanlage für die Reduktion der Schadstoffe.

BMW verspricht 60 PS Spitzenleis­tung bei 7500/min und eine maximales Drehmoment von 66 Nm bei 6000 Touren. Die Maximaldrehzahl beträgt 8500/ min. Damit sollen 175 km/h Spitze und ein Sprint in 7,1 Sekunden auf 100 km/h möglich sein.

Die Kraftübertragung in der insgesamt 81 Kilo schweren Antriebseinheit erfolgt via Primärzahnkette (3) von der Mitte der Kurbelwelle auf eine Zwischenwelle mit Torsionsdämpfer (4), der Kraftspitzen eliminiert. Sie stellt zugleich die Eingangswelle zum stufenlosen (5), starr mit Kurbelgehäuse verbundenen CVT-Getriebe dar.

Von da aus erfolgt die Kraftübertragung mittels Riemen auf die Ausgangswelle mit einer automatischen Fliehkrafttrockenkupplung (6). Zwei schräg verzahnte, hinter der Trockenkupplung angeordnete Stirnradsätze (7) übernehmen die Untersetzung zum Sekundärantrieb. Letzterer erfolgt mittels einer wartungsarm voll gekapselten, im Ölbad laufenden Rollen- kette zum Hinterrad.

Dank der konzentrisch zum Getriebeausgang gelagerten Schwingachse bleibt die Kettenspannung unter allen Fahrzuständen gleich.


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