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Reisebericht Nordkap

Bis zum Ende

Für den Sommer 2000 plant Tony Hitzel eine Tour zum Nordkap. Doch daraus wird nichts, vielmehr fesselt ihn ein schwerer Motorradunfall an den Rollstuhl – seinen Plan jedoch gibt er nicht auf. Sieben Jahre später macht er sich schließlich auf den Weg – allein.

Text + Fotos: Tony Hitzel

Unterwegs zum Nordkap

Endlich unterwegs! Sieben Jahre hat’s gedauert, diese Reise zu realisieren. Nach Unfall, Krankenhaus und Reha ist es jetzt endlich soweit, ein unbeschreibliches Gefühl, bestimmt von Freude und Spannung auf die nächsten Wochen. Zunächst geht es mit Freunden mit dem Motorrad nach Skandinavien, Treffpunkt ist Rügen und dann weiter bis Ryderholm, dann fahre ich allein weiter. Und erst am letzten gemeinsamen Lagerfeuerabend wird mir langsam klar, was ich da eigentlich vor habe. Bei dem Gedanken, ab morgen alleine zu reisen, wurde mir dann doch ein wenig mulmig. Aber was soll passieren, schließlich habe ich ein Handy und die ADAC-Karte dabei.

Die Reiseroute von Toni Hitzel

Ich packe im Regen und verabschiede mich von der Truppe. Beim Start zeigt der Tacho 666 km an – das bringt Glück! Es sind viele Dinge, in die sich meine Gedanken verbissen haben, doch mit jedem Kilometer kann ich mich mehr auf die Landschaft konzentrieren. Zunächst geht es über Vaxjo nach Linköpping, dort soll es einen Rolli-gerechten Campingplatz geben. Den gibt es auch, doch der Platzwart ist schon nach Hause gegangen – Nebensaison. Doch von einem netten Pärchen erhalte ich den Zugangscode. Rauf auf den Platz, Zelt aufgebaut und dann die lang ersehnte Dusche. Alles ist gut gelaufen auf der ersten Etappe. Das gibt mir ein Top-Gefühl für alles Weitere.

Ich brauche nur »Wheelchair Driver!« zu rufen, und alles geht seinen Gang

Doch am nächsten Tag folgen die ersten Pannen: Kurz vor Stockholm fällt der hintere Blinker aus, kurz darauf der Tacho. Leider ist so eine Blinkerlampe nicht in meinem Ersatzteilsortiment und kaufen kann ich hier auch keine. Zum Glück fährt die Suzi auch ohne Blinker und Tacho. Das Ticket für die Fähre nach Finnland kaufe ich in Stockholm und fahre danach in die Stadt. In einem Cafe werde ich von einer Schwedin auf meine »Breitreifen« am Rollstuhl angesprochen. Ihr fällt es schwer zu glauben, dass ich mit einem Gespann alleine zum Nordkap will. Meine Sorgen wegen der Fähre waren unberechtigt. Ich brauche nur »Wheelchair Driver!« oder »Handycapped!« zu rufen, und alles geht seinen Gang.


 

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