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50 Jahre Kawasaki Motorräder

50 Jahre Motorräder von Kawasaki

Unter den großen vier Japanern ist Kawasaki der »Latecomer«. Erst im Jahr 1961 rollte in Akashi das erste Zweirad vom Band. Allerdings wurden die ersten Motorradmotoren bereits 1952 produziert.
Von Jürgen Schons

In den 50er-Jahren existieren in Japan Motorradfirmen wie Sand am Meer. Über 100 Hersteller buhlen um die Gunst der Kundschaft. Marusho, Miyata, Gasuden, Tohatsu und etliche mehr bedienen einen Markt, der nur nach Mobilität schreit. 1955 beträgt der Jahresabsatz rund 200.000 Maschinen, hauptsächlich 50er und 125er, aber auch 250er und sogar 500er. 1959 sind es sogar unglaubliche 775.000 Stück!

Komplette Motorräder werden allerdings eher selten fabriziert. Zumeist gibt es einen Rahmen, in dem dann der Motor eines Zulieferers montiert wird. Einer dieser Zulieferer ist Kawasaki. Dem Konzern, der vor dem Krieg vor allem Schiffe und Flugzeuge für die japanische Armee produziert hat, verbieten die Siegermächte die weitere Fabrikation von kriegstauglichem Gerät.

Also macht man sich bei der Kawasaki Aircraft Corporation in Akashi zunächst daran, Teile für Motoren zu bauen und ab 1950 ein komplett eigenes Triebwerk zu entwickeln: einen 150 Kubik großen Viertakt-Single namens KE, der 1952 in Serie geht. Das Triebwerk kommt gut an bei Firmen wie Fuji oder IMC, und so folgt zwei Jahre später die 250er-KH-Version.

Meilensteine

Eine kleine Auswahl der wichtigsten Kawasaki-Motorräder – von der 650 W1 bis zum aktuellen Supertourer 1400 GTR. Bilder zum Vergrößern anklicken.


1953 gründet Kawasaki das Tochterunternehmen Meihatsu Industries, das komplette Motorräder entwirft und vermarktet. Meihatsu Industries ist somit der legitime Vorgänger der Kawasaki Motorcycle Company. Eines dieser Meihatsu-Modelle, ein 60-Kubik-Roller, ist 1957 das erste Zweirad, das das Kawasaki-Logo zumindest auf dem Motor trägt.Das Logo ist aber zu der Zeit nicht das berühmte rote K (das erscheint erst 1970), sondern die Flagge der Kawasaki-Schiffswerft.

Ende der 1950er, Anfang der 1960er-Jahre setzt ungeachtet des Zweirad-Booms ein großes Markensterben in Japan ein. Die Großen werden immer größer, die Kleinen verschwinden von der Bildfläche – so auch Meihatsu.

Bei Kawasaki hat man das Potenzial des Motorrades indes erkannt und handelt entsprechend. In Akashi entsteht eine neue Motorradfabrik, man entwickelt eigene Modellbaureihen, und man geht eine Kooperation mit Meguro ein, einer der ältesten japanischen Motorradfirmen, wodurch man Zugriff auch auf hubraumstarke Maschinen erhält.

1961 laufen in Akashi schließlich die beiden ersten Kawasakis vom Band, der 50er-Roller Pet M5 und die 125 B7, die im Grunde nichts anderes ist als eine Meihatsu 125 mit etwas geändertem Tank, der das Kawasaki-Zeichen trägt.Es soll der Auftakt sein für 50 erfolgreiche Jahre als Motorradhersteller mit Meilensteinen wie KH 750, Z900, Z1300, der GPZ-Baureihe, den Ninjas und vielen mehr.

 


The »Flying K«

»The flying K«, das fliegende K, so nennt Kawasaki sein Firmenzeichen. Es steht als Initial für Kawasaki und erscheint zuerst im Jahr 1970, allerdings ausschließlich in der Motorradsparte und immer nur in der Werbung, auf Briefpapier oder Aufklebern.

Flying K
»The flying K«, das fliegende K, so nennt Kawasaki sein Firmenzeichen. Es steht als Initial für Kawasaki und erscheint zuerst im Jahr 1970.


Auf den Kawasaki-Motorrädern taucht das »Flying K« hingegen bis heute so gut wie nie auf, dort vertrauen die Grünen schon seit Jahrzehnten auf den Schriftzug Kawasaki. Die in den 60er Jahren verwendete Flagge auf den Kawa-Tanks war von der Kawasaki-Schiffswerft übernommen worden, die benutzt sie noch heute.

Kawasaki Schriftzug
Beim Branding der Motorräder setzt Kawasaki auf die Wirkung des puren Schriftzugs.


Das »fliegend K« symbolisiert das Schriftzeichen für »Fluss«. Und obwohl der Motorradbereich in dem riesigen Konzern Kawasaki Heavy Industries, der Schiffe, Brücken, Züge, Ölbohrinseln und vieles mehr herstellt, nur einen ganz kleinen Teil darstellt, hat die große Mutter KHI das fliegende K des kleinen Ablegers seit den 1990er Jahren im­mer häufiger verwendet und es 2007 in den Adelsstand als offizielles Markenzeichen der Konzerns erhoben.

Die typische giftgrüne Farbe der Motorräder findet sich erstmals 1969 in den USA auf den H1R genannten Rennversionen der 500 H1 Mach III. Dieses Grün hat sich der Markenprägung ebenso eingebrannt wie das große K, das laut Kawasaki die Herausforderung symbolisiert, sich der Zukunft zu stellen.

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