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Yamaha XT 660 Z Tenere

Fahrbericht Yamaha XT 660 Z Ténéré ABS

Yamaha hat sich Zeit gelassen, der properen XT 660 Z mit dem legendären Beinamen ein ABS zu spendieren. Text: Guido Saliger, Fotos: Christina Güldenring

Höchste Eisenbahn, denn das Wüstenschiff bietet für eine große Klientel die richtige Dosis durchdachter und optisch ansprechender Technik. Etwa die sauber verarbeitete Alu-Schwinge, die integrierten Seitenschützer, auf Wunsch optisch sauber eingebundene Kofferträger oder die integrierte Topcase-Aufnahme am Heck. Zugegebenermaßen sind die Alu-verblendeten Kunststoffkoffer nicht grad üppig geraten und halten dem zwölften Umfaller im Sahara-Tiefsand wohl nicht stand. Aber Weltenbummler werden im Hinblick auf Reisezubehör eh auf das Angebot der arrivierten Spezialisten zurückgreifen. […]

Dem multifunktionalen Anspruch der Ténéré gemäß ermöglicht das Arrangement dem Fahrer, locker mit gutem Knieschluss in den Rasten stehend zu fahren. Selbst bei durchgestreckten Knien ist der Serienlenker gut zu erreichen. Denn auch wenn die XT660Z Ténéré kein Offroader für professionelle Schlammpaddler ist, bringt sie für gemäßigte Ausflüge abseits befestigter Pfade ordentliches Rüstzeug nicht zuletzt in Form des schmalen 21 Zoll großen Vorderrades mit. Da, wo sich die weitverbreiteten 19-Zöller gern in Spurrillen verirren, hält die XT-Front die gewünschte Richtung ein.

Ackern im Acker ist dem rustikalen Single nicht unangenehm

Dabei ist Ackern im Acker dem rustikalen ohc-Vierventil-Einzylinder nicht unangenehm. Er patscht und grummelt im Schiebebetrieb, wie es sich für einen dicken Single gehört, ohne peinlich laut seine Mitmenschen am Hobby teilnehmen zu lassen. Zudem erfreut das Triebwerk mit einer sauberen Gasannahme und solidem Antritt aus dem ersten Drehzahldrittel.

Im mittleren Tourenbereich hämmert er in guter alter Ténéré-Tradition. Vibrationen werden dann spürbar, die sich im höheren Drehzahlbereich weitgehend wieder verlie­ren. Über 6000/min gibt sich der Single dann zäh wie aufgeweich­ter Bitumen. Und bis 7000/min – das sind immer noch 500 Touren vor dem roten Bereich – zu dreschen, lohnt nicht. […]

So wie der Motor wurde auch das Fahrwerk weitgehend von der Standard-XT übernommen. Radstand und Gesamtlänge änderten sich nur marginal, die Federwege aber deutlich: Vorn wie hinten wurden sie jeweils um 50 auf 160 respektive 150 Millimeter gekürzt. Angenehmer Nebeneffekt: Die Sitzhöhe schrumpft gegenüber dem Standardmodell um 30 Millimeter, was zusammen mit der schmalen Taille selbst kleineren Staturen das Manövrieren erleichtert.

Yamaha XT 660 Z Ténéré
Trotz der nicht perfekt abgestimmten Gabel hinterlässt die Ténéré einen gediegenen Eindruck – und das ABS ist auf jeden Fall ein großer Gewinn.


Aber ganz gleich, ob auf der Straße oder abseits, die neu abgestimmte Gabel macht keine perfekte Figur: Vor allem wenn kräftiger Zug am Hinterrad anliegt, hoppelt in Kurven das Vorderrad auf buckeligem As­phalt über die Unebenheiten hinweg. Das Ansprechverhalten fällt im Vergleich zur ABS-losen Version spürbar schlechter aus. Gekürzte Federwege wie die straffere Dämpfungsauslegung sind Maßnahmen zugunsten der Fahrstabilität bei extremen Bremsmanövern und des ABS-Regelverhaltens bei Reibwertsprüngen.

Die Änderung der Federelemente ist dem ABS geschuldet

Erstaunlich ist aber, dass das suboptimale Ansprechen der Gabel kaum Einfluss auf das Hochgeschwindigkeitsverhalten hat. Selbst mit Koffern am Heck und 170 km/h auf der Uhr quittiert die ABS-Ténéré unebene, lang gezogene Kurven mit unkritischen leichten Bewegungen um die Längs­achse und läuft im Übrigen ordentlich geradeaus. Eine gediegene Abstimmung bietet die Heckfederung, die trotz geschrumpften Arbeitswegs vor Schotterpassagen keine Hemmungen zeigt und gut auf Asphalt passt. […]

Und das gilt auch für die Momente, in denen beim Bremsen auf letzter Rille das ABS mit ordentlichem Regelverhalten – was auch der ermittelte Bremsweg belegt – aktiv werden muss. Die Front bleibt selbst beim heftigen Intervenieren des Blockierverhinderers ruhig, und die Gabel schießt nicht erschrocken in die Tiefe. Für engagierte Offroader stellen die Bremsen wegen des nicht abschaltbaren ABS durchaus eine Einschränkung dar – doch die werden eh, allein der Federwege wegen, zum Standardmodell greifen.

Dennoch hat man bei der Auslegung der Bremsanlage nicht den losen Untergrund aus den Augen verloren. Erst bei heftigem Zugriff gelangt das ABS auf trockener Straße in den Regelbereich. So lässt sich auch auf losem Untergrund noch feinfühlig genug die Frontbremse einsetzen, und der Heckstopper wird erst bei derberen Stiefeltritten vom ABS eingefangen. […]

Den kompletten Fahrbericht gibt's in MOTORRADFAHRER 2/2012



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