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Motorrad-Batterie

Ratgeber: Motorrad-Batterie

Batterien beziehungsweise Akkus sind für einen Motor mit E-Starter unentbehrlich. Wir erklären die gebräuchlichsten Begriffe.

Ampere
Maßeinheit der elektrischen Stromstärke.

Amperestunde
Abkürzung Ah, Maßeinheit der elektrischen Ladung. Benennt das elektrische Ladespeichervermögen. Eine Batterie mit 10 Ah kann z. B. zehn Stunden lang ein Ampere Strom liefern. Je größer die Gesamtfläche der Platten und je enger diese zusammenstehen, umso höher ist die Ah-Kapazität.

Aus- und Einbau
Vor dem Ausbau Zündung ausschalten. Dann erst das Massekabel vom Negativpol abnehmen und danach das Positivkabel abklemmen, um Kurzschlüsse zu vermeiden. Beim Einbau erst das Positiv-, dann das Negativkabel anschließen. Darauf achten, dass bei Wartungsbatterien der Überlaufschlauch nicht abgeklemmt oder verdeckt wird.

Batterie

Gebräuchlicher Ausdruck für den Energiespeicher am Motorrad. Korrekt ist jedoch der Ausdruck Akkumulator (oder Akku), weil dieser im Gegensatz zur Batterie wieder aufladbar ist. Je eine positive und eine negative Platte sowie ein Separator bilden eine Batteriezelle.

Destilliertes Wasser
Wird heutzutage auch häufig demineralisiertes Wasser genannt. Einzige Flüssigkeit, mit der herkömmliche unversiegelte Nassbatterien bei zu niedrigem Flüssigkeitsstand nachgefüllt werden dürfen.

Elektrolyt
Stromleitende Flüssigkeit, in Batterien kommt ausschließlich 38-prozentige Schwefelsäure zum Einsatz. Der Elektrolyt muss die Platten immer vollständig bedecken, weil die trockenen Plattenteile sonst ihre Fähigkeit zur Stromspeicherung verlieren. Der Säurestand sollte einmal im Monat kontrolliert werden.

Funktionsweise
In einem Gehäuse befinden sich abwechselnd Elektroden (Platten) aus Bleidioxid (positiv) und Blei (negativ), jeweils durch eine poröse Trennwand separiert, um Kurzschlüsse zu verhindern. Beim Anschluss an einen Stromverbraucher wandern die Ionen von Positiv nach Negativ und erzeugen dabei Strom.

Gel- und Mikroglasvlies-Batterie
Batterien, in der das Elektrolyt nicht flüssig, sondern in Form von Gel (entsteht durch Zugabe von Kiesel- zur Schwefelsäure) oder einem Mikroglasvlies (AGM, Absorbant Glass Matt) eingelagert ist. Vorteil: Wartungsfreiheit und keine Gefahr, dass Schwefelsäure austritt.

Kapazität
Verfügbare Elektrizitätsmenge einer Batterie, gemessen in Amperestunden.

Ladegerät
Lädt eine ganz oder teilweise leere Batterie wieder auf. Kein Ladegerät mit zu hohem Ladestrom verwenden, das kann die Batterie beschädigen. Besser eins mit automatischer Ladeabschaltung verwenden. Faustregel: lieber langsam und mit geringem Strom und maximal einem Zehntel der Kapazität laden, also bei einem 14-Ah-Akku höchstens 1,4 Ah. Bei herkömmlichen Batterien wäh­rend des Ladens Verschlussstopfen entfernen. Neue Batterien müssen vor dem Erstgebrauch immer geladen werden.

Plattenschluss
Entsteht, wenn abbröckelnde Partikel der Bleidioxidplatte als Bleischlamm auf den Boden der Batterie absinken und irgendwann die Elektrode berühren. Weitere Ursache: mechanisch, beispielsweise durch einen Stoß.

Polfett
Spezielles Fett für Pole und Anschlussklemmen, schützt diese Bauteile vor Nässe und Korrosion. Das Einfetten erfolgt erst nach Befestigung der Kabel.

Reinblei
Gelbatterie, die im Gegensatz zu den konventionellen Batterien zu fast 100 Prozent aus Blei besteht und über eine wesentlich größere Plattenoberfläche verfügt. Vorteile: kaum Selbst-, keine Tiefenentladung.

Säuredichte
Anteil der Säure im Elektrolyt, gemessen in g pro cm³.  Eine vollgeladene Batterie hat 1,28 g/cm³, normaler Ladezustand entspricht 1,22 g/cm³, normal entladen hat sie 1,12 g/cm³ und eine Tiefenentladung ist bei 1,06/cm³ erreicht.

Säureheber
Auch Säureprüfer oder Aräometer genannt. Messgerät in Pipettenform, das mittels Schwimmkörper die Säuredichte bestimmt.

Selbstentladung
Ladungsverlust ohne Stromverbraucher. Beträgt bis zu ein Prozent pro Tag. Je höher die Raumtemperatur, umso stärker die Selbstentladung. Batterien, die nicht in Gebrauch sind, sollten deshalb möglichst kühl und trocken lagern.

Starthilfe
Zündung aus, Batterie freilegen. Rotes Starthilfekabel erst am Pluspol der entladenen Batterie anschließen, dann am Pluspol der Spenderbatterie. Anschließend schwarzes Kabel erst am Minuspol der Spenderbatterie anklemmen und dann an der Masse des Motorrads mit der leeren Batterie, beispielsweise am Motor. Motor des Helferfahrzeugs anlassen, dann Motor des stromlosen Fahrzeugs starten. Helferfahrzeug wieder ausschalten, Kabel in umgekehrter Reihenfolge abklemmen (schwarz am havarierten Fahrzeug, schwarz am Helferfahrzeug, rot am Helferfahrzeug, rot am havarierten Fahrzeug). Das Motorrad mit der leeren Batterie möglichst ohne eingeschaltete Stromverbraucher bewegen und so schnell es geht an ein Ladegerät anschließen.

Stilllegung

Bei Stilllegung des Motorrads über einen längeren Zeitraum (z. B. im Winter) Batterie ausbauen und einmal im Monat laden oder an ein Erhaltungsladegerät anschließen.

Sulfatierung
Ablagerung von Bleisulfaten auf den Bleiplatten. Setzt ein, wenn der Akku längere Zeit nicht oder kaum geladen wird und das Elektrolyt größtenteils verbraucht ist. Batterie ist nicht mehr einsetzbar und muss ersetzt werden.

Tiefenentladung

Stromentnahme bis zur vollständigen Erschöpfung der Ka­pazität (Säuredichte 1,06/cm³ und weniger, Spannung weniger als 10,7 V). Batterie ist nicht mehr einsetzbar.

Umweltschutz
Alte Akkus gehören nicht in den Hausmüll, sondern werden beim Kauf eines Neu-Akkus eingetauscht oder bei kommunalen Entsorgungsstellen bzw. Recyclinghöfen abgegeben. Von dort aus gehen sie zum Recycling. Beim Kauf einer neu­en Batterie ohne Rückgabe einer alten werden 7,50 Euro Pfand fällig, das bei Rückgabe erstattet wird.

Wartungsfrei
Oft mit dem Aufdruck MF (Maintenance free, wartungsfrei) versehen. Hier muss nur vor Inbetriebnahme Elekrolyt eingefüllt werden. Ein Nachfüllen von destilliertem Wasser ist nicht mehr nötig, weil kein Wasserstoff, sondern nur Sauerstoff freigesetzt wird. Der wiederum reagiert an der Minusplatte mit dem dort gebundenen Wasserstoff und verwandelt sich zurück in Wasser, der Pegel bleibt konstant. Wartungsfreie Batterien sind kleiner und leichter als herkömmliche Akkus, weil sie kein Ausdehnungsvolumen benötigen.

Volt
Maßeinheit der elektrischen Spannung. 6-Volt-Batterien bestehen aus drei, 12-Volt-Batterien aus sechs hintereinander geschalteten Einzelzellen mit einer Nennspannung von jeweils zwei Volt.



Motorrad-Batterie Aufbau
Der Aufbau eines konventionellen Blei-Säure-Akkus im Schnittbild.
Säureheber (auch: Aräometer)
Mit dem Säureheber (auch: Aräometer) wird die Dichte der Säure geprüft.

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