Honda: Biobasierte Werkstoff in der Motorradproduktion

Zahlreiche Kunststoffteile

Honda: Biobasierte Werkstoffe in der Motorradproduktion

Honda treibt den Einsatz von Recyclingmaterialien und biobasierten Werkstoffe in seiner Motorradpalette weiter voran. Einen großen Stellenwert hat dabei die Verwendung des Kunststoffs Durabio aus natürlichen Rohstoffen.

Durabio, ein technischer Kunststoff der Mitsubishi Chemical Group, wird aus nicht essbarem Mais und Weizen gewonnen. Die Pflanzenstärke wird dabei über mehrere Prozessstufen in Isosorbid umgewandelt – eine stabile chemische Verbindung, die herkömmliche erdölbasierte Kunststoffe ersetzen soll.

Durabio ermöglicht Verzicht auf Lackierung

Durabio zeichnet sich durch hohe Kratz- und Schlagfestigkeit, UV-Stabilität sowie optische Transparenz aus. Diese Eigenschaften ermöglichen den Verzicht auf Lackierung und damit einen reduzierten Energie- und Materialeinsatz. Ein Beispiel ist die in Italien produzierte Scooter-Baureihe SH125i/150i Vetro, deren transluzide unlackierte Verkleidungsteile laut Honda rund 9,5 Prozent weniger CO₂-Emissionen verursachen als konventionelle lackierte Komponenten.

Erstmals kam Durabio 2024 im Windschild der Africa Twin zum Einsatz. Inzwischen nutzen sechs Modelle der europäischen 2026er Palette den Werkstoff – darunter NT1100, NC750X, X-ADV, Forza 750 und der neu vorgestellte Sporttourer CB1000GT. Je nach Modell werden Windschilde, Lenkerverkleidungen sowie seitliche und frontseitige Kunststoffteile aus dem Material gefertigt. Bei der NC750X kommt Durabio erstmals auch in eingefärbter Variante zum Einsatz, wodurch lackfreie Farbflächen möglich werden.

Recycling spart Rohstoffe

Parallel dazu erweitert Honda den Einsatz recycelter Kunststoffe. Altstoßfänger aus der Automobilfertigung, bislang vorwiegend in Pkw-Unterbodenverkleidungen verwendet, finden inzwischen auch Anwendung bei Motorradkomponenten. So bestehen etwa das Topcase der NC750X (Modelljahr 2025) und bestimmte Bauteile des X-ADV aus aufbereitetem Stoßfängermaterial. Weitere Schritte betreffen den Einsatz von recyceltem Polypropylen aus Produktionsabfällen. X-ADV und Forza 750 nutzen bereits mehr als 15 solcher Bauteile, darunter Verkleidungsteile und Komponenten unterhalb der Sitzbank. Die CB1000F (Modelljahr 2026) ergänzt die Liste mit hinterem Kotflügel und Sitzbank-Unterbau aus recyceltem PP.

Kreislaufstrategie mit fünf Grundsätzen

Honda verweist auf fünf Grundsätze der internen Kreislaufstrategie: Verbesserte Materialnutzung über den Produktlebenszyklus, Investitionen in fortgeschrittenes Recycling, digitale Rückverfolgbarkeit, demontagefreundliches Produktdesign und eine verstärkte Zusammenarbeit entlang der Lieferkette. Aktuell stammen laut Konzernangaben rund 90 Prozent der in Neufahrzeugen eingesetzten Rohstoffe aus primären Quellen. Durch den zunehmenden Einsatz biobasierter und recycelter Materialien soll dieser Anteil langfristig sinken und das Risiko zukünftiger Materialknappheit reduziert werden.

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