Zhongneng Vehicle Group kauft Moto Morini

Standort Italien soll erhalten bleiben

Chinesen kaufen Moto Morini

Der Ausverkauf der italienischen Motorradindustrie geht weiter. Die chinesische Zhongneng Vehicle Group hat die Traditionsmarke Moto Morini übernommen.

Die chinesische Zhongneng Vehicle Group hat vom bisherigen Eigentümer Autjann SRL 100 Prozent der Anteile am italienischen Traditionshersteller Moto Morini übernommen. Die neuen Eigentümer haben angekündigt, die Fertigung in Trivolzio südlich von Mailand zu belassen, alle 30 Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben.

Die Zhongneng Vehicle Group ist in Europa weitestgehend unbekannt. Das im ostchinesischen Taizhou ansässige Unternehmen fertigt unter der Marke ZNEN Motorroller mit E-Scooter, Roller mit Verbrennungsmotor sowie kleinere Motorräder für den asiatischen Markt.

Mit der Akquise von Moto Morini reiht sich das chinesische Unternehmen in eine lange Eigentümerliste ein. Die 1937 von Alfonso Morini gegründete Marke gehörte bereits den Castiglioni-Brüdern (Cagiva etc.), der Berlusconi-Clan hatte seine Finger im Spiel, und schließlich schlitterte das Unternehmen unter dem Dach von Eagle Bike in die Pleite.

Nachdem die Marke einige Jahre mehr oder weniger von der Bildfläche verschwunden war, versuchte sich der in Mailand registrierte Fonds Autjann S.R.L. zur Saison 2017 mit einer Wiederbelebung. Doch nach einem guten Jahr haben die neuen Eigentümer offenbar wieder das Interesse verloren und ihre Anteile an Zhongneng weitergereicht. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Nach Benelli ist Moto Morini bereits der zweite italienische Motorradhersteller, der an ein chinesisches Unternehmen verkauft wurde. Nicht nach China verkauft, dafür – nach einem Kurzengagement der Daimler-Tochter AMG – von einem russischen Investmentfonds kontrolliert wird die in Varese beheimatete PS-Schmiede MV Agusta.

Während Moto Guzzi als Teil der Piaggio Group – zumindest derzeit – in sicherem Fahrwasser unterwegs ist, ist die Zukunft der bekanntesten italienischen Motorradmarke Ducati zumindest offen. Seit 2012 gehört das Unternehmen der Audi AG und ist aktuell erfolgreicher denn je. Nichtsdestotrotz stand im Zuge der Umstrukturierung des Volkswagen-Konzerns bereits ein Verkauf im Raum. Interesse soll die indische Eicher Motors Ltd. gezeigt haben, zu der auch Royal Enfield gehört. Bislang scheiterten sowohl Verkauf als auch eine Ausgliederung an konzerninternen Widerständen.

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Foto (c) Moto Morini

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