Dekra will Lausitzring in Testgelände für automatisiertes Fahren umwandeln

Dekra übernimmt Lausitzring

Die Prüforganisation Dekra hat den Lausitzring gekauft. Die Anlage soll umgebaut und künftig als Testgelände für das automatisierte und vernetzte Fahren genutzt werden.

Große Hoffnungen verbanden sich mit der Rennstrecke, als der Lausitzring im Jahr 2000 eröffnet wurde. Doch als Initialzündung für die wirtschaftliche Entwicklung der notorisch strukturschwachen Region im Süden Brandenburgs erwies sich der Ring nie.

2009 wurde die Strecke auf dem ehemaligen Braunkohletagbau von der Euro Speedway Verwaltungs-GmbH übernommen. Die neuen Eigner fanden einen Investitionsbedarf in zweistelliger Millionenhöhe vor, konnten die Mittel für einen zukunftsfähigen Ausbau jedoch nicht aufbringen. Nichtsdestotrotz konnte sich der Ring einen festen Platz im Rennkalender verschiedener Serien sichern. Neben zahlreichen Automobilrennen gastierte auch die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft (IDM) regelmäßig in der Lausitz.

Nun übernimmt die Sachverständigen- und Prüforganisation Dekra, die bereits seit 2003 in Klettwitz in unmittelbarer Nachbarschaft das Dekra Technology Center (DTC) betreibt, die Strecke.

Nach den Plänen von Dekra soll auf dem Gelände ein »Innovationszentrum für die Prüfung der Mobilität der Zukunft« entstehen. Die Einrichtung soll ein zentraler Bestandteil des internationalen Testverbunds für das automatisierte und vernetzte Fahren werden, den Dekra in Europa und Asien aufbaut.

Ergänzt wird das Engagement in Klettwitz durch das Thema Konnektivität, das innerhalb des Dekra-Konzerns schwerpunktmäßig am Standort Málaga angesiedelt ist. Von dort ausgehend sollen entsprechende Prüfkapazitäten auch in Klettwitz aufgebaut werden.

Auf dem Gelände sollen Strecken und Anlagen entstehen, die das Testen von automatisierten Fahrfunktionen ermöglichen. Geplant sind zwei Citykurse, ein Überlandkurs sowie eine Autobahnstrecke auf dem bestehenden Test-Oval sowie mehrere große Asphaltflächen.

Eine Zukunft als Rennstrecke ist für den Lausitzring nach den Umbauten zumindest mehr als fraglich. Statt röhrender Boliden und jubelnder Fans dürften künftig Geisterautos in Geisterstädten das Bild prägen.

So erfreulich die geplanten Investitionen von Dekra in den Standort Klettwitz auch sein mögen: Nach mehr als 100 Millionen Euro staatlicher Fördermittel, die der Lausitzring bislang verschlungen hat, fügt sich die Rennstrecke nahtlos in die Reihe krachend gescheiterter Großprojekte, bei denen sich die öffentliche Hand mit der Aussicht auf ein paar Arbeitsplätze in ein unkalkulierbares Abenteuer locken ließ. Man erinnere sich an das Debakel mit dem Vergnügungspark am Nürburgring…


Das Bild zeigt die geschäftsführenden Gesellschafter der EuroSpeedway Verwaltungs-GmbH, Josef Hofmann und Josef Meier, Clemens Klinke, Mitglied des Vorstands Dekra SE, Dr. Gerd Neumann (v.l.n.r.). Foto: Auto-Medienportal.Net/Dekra

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