Del Bondio / Cerro Blanco

Del Bondio bezwingt Cerro Blanco

Der Motorradabenteurer Christoph del Bondio hat sich einen lang gehegten Traum erfüllt: Die Erstbefahrung der höchsten Düne der Welt. Gemeinsam mit Francis Velarde erreichte er den Gipfel des 2.080 Meter hohen Sandbergs Cerro Blanco in Peru.

Dünen hat Christoph del Bondio in seinem Leben als Motorradabenteurer und Reiseveranstalter schon so manche gesehen. Doch eine hatte es ihm besonders angetan. Seit er die als Cerro Blanco (»Weißer Berg«) bezeichnete Riesendüne auf seiner spektakulären 18-monatigen Südamerikareise in den Jahren 1982-83 das erste Mal gesehen hatte, träumte er von einer Befahrung.

  Bereits 1982/83 war Christoph mit seiner XT 550 in Südamerika unterwegs.
In der Nähe von Nazca in der peruanischen Küstenwüste Atacama gelegen, erhebt sich der Cerro Blanco bis auf 2.080 Meter über dem Meer. Ob er mit dieser Höhe tatsächlich die allerhöchste Sanddüne ist, ist allerdings noch umstritten.Unstrittig ist jedoch der gewaltige Höhenunterschied von Nazca bis zum Gipfel des Cerro. Mehr als 1400 Meter, davon gute 1100 Meter Sand liegen zwischen der für ihre Geoglyphen bekannten Stadt und dem höchsten Punkt des Sandungetüms.Für sein Projekt wählte Christoph eine KTM 500 EXC, die genügend Reserven für den leistungsschluckenden Tiefsand besitzt. Um die Kraft des Viertakters in optimalen Vortrieb auf dem losen Untergrund zu verwandeln, montierte Christoph einen mit Paddeln versehenen Sandreifen auf dem Hinterrad.

Video von der Auffahrt zum Cerro Blanco.

Am vierten August 2015 wagen Christoph und Francis den Versuch. Zunächst noch in Begleitung eines Geländewagens mit Fotografin an Bord, lassen sie Nazca hinter sich. Auf den steinigen Abschnitten müssen die Motorradfahrer extrem vorsichtig agieren, um die Paddel der Sandreifen nicht zu zerstören. Nach rund fünf Kilometern erreichen sie das erste Sandfeld. Das Auto bleibt stecken. Wüstenfuchs Christoph versucht dem Fahrer klar zu machen, wie man auf weichem Sand fährt. Vergebens. Der Chauffeur weigert sich weiterzufahren. Christoph will natürlich nicht auf die Dokumentation seines Abenteuers verzichten, und so muss Fotografin Anna auf dem Soziusplatz der EXC Platz nehmen. Damit beginnt ein höchst unkomfortabler Ritt für die Dame. Im dritten Gang Vollgas, das entspricht etwa 100 Kilometern in der Stunde, mit einem schweren Fotorucksack auf dem Rücken geht es steil bergauf – und das ohne Fußrasten.

  Christoph macht das obligatorische Gipfelfoto (l.). Mit der Urgewalt der 500er EXC durch den Sand.
Als etwa 1600 Höhenmeter erreicht sind, muss Anna absteigen und versuchen zu Fuß weiterzukommen. Das Terrain ist nun zu schwierig, um zu zweit sicher unterwegs zu sein. Immer steiler und verwinkelter werden die Sandhänge, je weiter sich Francis und Christoph dem Gipfel nähern. Auf einem Kamm entdecken die beiden eine peruanische Flagge, die vermeintlich den höchsten Punkt markiert. Doch das GPS zeigt nur 1980 Meter. Also weiter. Der Sand hier oben ist extrem weich, doch den beiden Enduristen gelingt es, einen weiteren Gipfel zu erreichen. Es ist der Cerro Blanco! Nach 11 Kilometern und zweieinhalb Stunden Fahrt stehen Christoph und Francis als mutmaßlich erste Motorradfahrer auf dem Gipfel der höchsten aller Dünen. Weitere Informationen

Suche im News-Archiv

TF-Sonderhefte

Motorrad-Paradies Alpen
10 Traumstrecken, die schönsten Pässe, Touringtipps für Motorradfahrer.  Mehr


50 Jahre Kawasaki
Rückblick auf 50 Jahre Kawasaki in Deutschland: Meilensteine, Motorräder, Menschen. Mehr


Motorrad-Gebrauchtkauf
Ratgeber mit 36 Bikes in ausführlichen Portraits sowie Tipps zu Technik und Recht. Mehr


Honda Spezial
Aktuelle Modelle, Technik, Historie, Sport – alles rund um die faszinierende Motorradmarke. Mehr


Motorrad-Paradies Frankreich
Die schönsten Reiserouten in Frankreich. Dazu Tipps für unterwegs und Sprachführer. Mehr


Motorradmenschen
33 faszinierende Menschen, für die ein Leben ohne Motorrad undenkbar wäre, im Portrait. Mehr