Wim Taal (FEMA), Matthew Baldwin and Dolf Willigers (FEMA).

Anfrage bei EU-Kommission

FEMA: Keine Geschwindigkeitsbegrenzer für Motorräder

Die Europäische Union plant keinen Einsatz von Geschwindigkeitsbegrenzern für Motorräder. Dies teilte der stellvertretende Generaldirektor für Mobilität und Verkehr der EU auf Anfrage der FEMA mit.

Für Klarheit in einer Diskussion, die seit rund zwei Monaten die Gemüter nicht nur an Biker-Stammtischen erhitzt, hat nun die FEMA, Dachverband der europäischen Motorradclubs gesorgt. In einem offiziellen Schreiben an Matthew Baldwin, den stellvertretenden Generaldirektor für Mobilität und Verkehr und europäischen Koordinator für Verkehrssicherheit und nachhaltige Mobilität, wollten die FEMA wissen, welche Pläne die EU-Kommission in Sachen »Intelligent Speed Assistance« (ISA) für Motorräder hegt.

Zuvor hatte bereits Róża Thun, die Abgeordnete des Europäischen Parlaments, die entsprechenden Gesetzgebung im Parlament koordinierte, erklärt, dass es sich bei ISA nicht wie von Teilen der Presse berichtet worden war, um einen Geschwindigkeitsbegrenzer handelt, sondern lediglich um ein System, das den Fahrer durch Signale für Geschwindigkeitsübertretungen sensibilisiert.

Dies hat nun auch Matthew Baldwin bestätigt. Zunächst einmal sei für Motorräder überhaupt keine Einführung von ISA geplant, das diese nicht in den Geltungsbereich der Allgemeinen Sicherheitsverordnung und der Fußgängerschutzverordnung fielen. Ebenso machte er klar, dass es sich bei ISA grundsätzlich um eine »überfahrbare« Assistenz-Technologie handele, die lediglich dazu diene, den Fahrer zu informieren.

Zu den von der FEMA ausdrücklich angefragten Möglichkeiten von ISA über

die Bremsen oder eine Reduzierung der Motorleistung in die Fahrdynamik einzugreifen, äußerte sich Baldwin nicht explizit. Für die in Neu-Pkw voraussichtlich ab 2022 vorgeschriebenen Intelligent Speed Assistance-Systeme ist eine Reduzierung der Motorleistung jedoch sehr wohl vorgesehen.

Festzustehen scheint derzeit nur, dass ISA in den nächsten Jahren für Motorräder kein Bestandteil der Typzulassung sein wird. Sollte die EU-Kommission diese Technologie in weiterer Zukunft dennoch verbindlich machen wollen, würden die Motorradfahrerverbände in »angemessener Form« in den Gesetzgebungsprozess einbezogen, versprach Baldwin.

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Das Bild zeigt Wim Taal (FEMA), Matthew Baldwin und Dolf Willigers (FEMA). Foto: Wim Taal

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