Frith Röth verstorben

Urgestein der Motorradbranche

Fritz Röth verstorben

Fritz Röth war einer der prägenden Köpfe der deutschen Motorradbranche. Zunächst erfolgreicher Motorsportler, machte er sich später als Importeur einen Namen und holte zahlreiche Motorradmarken nach Deutschland. Am 25. Januar ist Fritz Röth im Alter von 80 Jahren verstorben.

Über 50 Jahre lang hat die Firma Zweirad-Röth in Hammelbach die Motorradbranche der Bundesrepublik geprägt. Mehr als 40 Marken, darunter jene mit so großen Namen wie Moto-Guzzi, Suzuki, Ducati und Laverda, hat man über ein Netz von zuletzt 400 Händlern vertrieben und über 100.000 Motorräder verkauft. Der Mann hinter allem, Fritz Röth, ist am 25. Januar 2020 im Alter von 80 Jahren in Hammelbach gestorben.

Im Jahr 1955 erweiterte Fritz Röth das elterliche Lebensmittelgeschäft in Hammelbach um eine Shell-Tankstelle und um eine Reparaturwerkstatt. Zu Beginn der 1960er Jahre, wurde Fritz Röth, der sich bereits einen Namen als Geländesportler gemacht hatte, Honda-Händler. Doch bei aller Begeisterung für die Zuverlässigkeit der japanischen Motorräder suchte er nach einem Produkt »mit Seele«. Dieses fand er in den Motorrädern von Moto Guzzi. 1965 erhielt Fritz Röth einen Importeursvertrag und begann sogleich mit dem Aufbau eines Händlernetzes. Die Zusammenarbeit währte bis 1973, als Moto Guzzi an De Tomaso verkauft worden war.

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  Fritz Röth (l.) mit Rennfahrer Dieter Braun (M.) und dessen 500er Suzuki, auf der er für Suzuki und Zweirad-Röth startete.

»Zweirad Röth« hatte sich mittlerweile in der Branche als feste Größe etabliert, und so konnte mit Suzuki eine weitere große Marke gewonnen werden. Ab 1976 ging die Suzuki Motor Deutschland GmbH dann eigenen Wege, doch Fritz Röth hatte schon die nächsten Eisen im Feuer. Bis 1986 importierte Zweirad Röth Ducati und ab 1977 Laverda.

In den 1980er Jahren widmete sich Röth den damals so populären Achtzigern. In einem Zweigwerk von Sachs in Portugal baute man unter dem Markennamen Horex, den Fritz Röth 1979 von Friedel Münch gekauft hatte, Leichtkrafträder mit 80-Kubik-Sachs-Motor für den deutschen Markt.

Nachdem Ducati 1986 von Cagiva übernommen worden war, besann man sich in Hammelbach auf Osteuropa und importierte Jawa aus der damaligen Tschechoslowakei, ab 1988 auch MZ und Simson aus der damaligen DDR.

In den 1990er Jahren stieg Zweirad-Röth in das Rollergeschäft ein, importierte und vertrieb –auch über die großen Versandhäuser Quelle und Neckermann – Roller aus Taiwan.

Im Jahr 1996 kehrte der Guzzi-Adler noch einmal für vier Jahre nach Hammelbach zurück. Nach einer weiteren kurzen Phase mit Voxan und Zongshen beendete Fritz Röth im Jahr 2006 seine Geschäftstätigkeit und widmete sich mit seinem Firmenmuseum fortan der Firmen- und Motorradgeschichte.

Am 25. Januar ist Fritz Röth im Alter von 80 Jahren in Hammelbach verstorben.

Fotos: Archiv Zweirad Röth

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