Galileo Bodenstation im italienischen Fucino

Technische Panne in Bodenstation

Galileo Satellitennavigation ausgefallen

Das europäische Satellitennavigations-System Galileo ist derzeit nicht verfügbar. Ein fehlgeschlagenes Software-Update soll zu dem Totalausfall geführt haben.

Mit Galileo will sich Europa unabhängig machen vom US-amerikanischen Satellitennavigations-System GPS. Nach heftiger Kostensteigerung und einer Verzögerung von mehr als 10 Jahren soll das System Ende 2020 mit dem Start der letzten vier Satelliten endlich vollständig sein.

In Betrieb ist Galileo allerdings bereits, und alle wichtigen Hersteller von Navigationslösungen haben ihre Geräte bereits mit Empfängern ausgestattet, die das europäische Signal verarbeiten können. Hierzu zählen die aktuellen Garmin-Geräte ebenso wie die Smartphones von Apple seit dem Modell iPhone 6S.

Da Galileo jedoch nie als Ersatz von GPS gedacht war, sondern als eine Ergänzung des amerikanischen Dienstes, haben Nutzer durch den Ausfall keine Einschränkungen bei der Navigation zu befürchten. Ihre Geräte können mit dem unverändert verfügbaren GPS-Signal hinlänglich genau arbeiten.

Für die Europäer ist der derzeitige Totalausfall von Galileo dennoch ein herber Rückschlag, denn Satellitennavigation gilt als Schlüssel für zahlreiche zukunftsträchtige Technologien wie beispielsweise das autonome Fahren. Und die Konkurrenz ist mittlerweile groß. Neben dem US-amerikanischen Global Positioning System (GPS) existieren der russische Dienst Glonass und das chinesische Beidou. Die Japaner bauen derzeit das QZSS-System für den asiatisch-pazifischen Raum auf.

Mit zwei wichtigen Vorzügen will sich Galileo gegenüber der Konkurrenz behaupten. Zum einen wird das System im Gegensatz zu GPS, das dem US-Militär gehört, Glonass und Beidou von einer zivilen Behörde betrieben und steht unter demokratischer Kontrolle. Zudem will das System nach Abschluss des derzeit laufenden Ausbaus des »hochpräsisen Dienstes« eine Genauigkeit von 30 Zentimetern bei der Standortbestimmung bieten. Die zivil verfügbare Variante von GPS liefert hingegen nur eine Auflösung von fünf Metern.

Der aktuelle Ausfall von Galileo, der seine Ursache in einem fehlgeschlagenen Software-Update in einer italienischen Bodenstation haben soll, passt da so gar nicht ins Konzept. Hatte die ESA doch stets mit »garantierter Verfügbarkeit« ihres Dienstes geworben.

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Das Bild zeigt die Galileo Bodenstation im italienischen Fucino. Foto © GSA, © European GNSS Agency

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