Gas Gas EC Camí 250

Gas Gas EC Camí 250

Mit der Camí 250 wendet sich Gas Gas an Hobby- und Gelegenheitsfahrer. Die Enduro verspricht einen guten Kompromiss zwischen echter Geländeeignung und Alltagstauglichkeit.

Getrieben von den Anforderungen im Profibereich wurden Sportenduros in den letzten eineinhalb Jahrzehnten immer leichter und leistungsstärker. Ihre Triebwerke basieren weitgehend auf den Aggregaten des leistungsverliebten Cross-Sports, mit dem Effekt, dass ein durchschnittlich begabter Motorradfahrer mit dem gebotenen Output spätestens beim Verlassen befestigter Wege heillos überfordert ist.

Der andere Zweig der Entwicklung war geprägt von überschweren Boliden mit kleinen Rädern, mit denen bereits ein Feldweg zur echten Bewährungsprobe werden kann.

Dass es für den ursprünglichen Endurospaß nicht viel mehr als einen gut dosierbaren Motor, halbwegs lange Federwege, Stollenräder und ein moderates Gewicht braucht, war bei Herstellern wie Kunden über die Jahre aus dem Blickfeld geraten.

Zwar hielten einige Fabrikate wie Beta mit der Alp 4.0 oder Yamaha mit der XT 660 dem klassischen Endurokonzept die Stange, doch die große Lust auf kernigen Geländeeinsatz mochte mit diesen überalterten Entwürfen nicht aufkommen.

 Die leichte Allround-Enduro Gas Gas EC Camí 250 kostet knapp unter 5000 Euro. Ausgerechnet KTM, Propagandist des »Ready to Race«, entdeckte auf der Suche nach neuen Marktnischen das klassische Endurokonzept wieder. Mit den Freeride-Modellen entstanden leichte, einfach zu beherrschende Maschinen mit höchster Geländetauglichkeit, die jedem Leistungsfetischismus abschworen. Allerdings lassen diese Bikes mit erkennbarem Trial-Einschlag Merkmale, wie sie den Alltagsbetrieb angenehm machen, vermissen.Die positive Resonanz, die die Freeride-Modelle in der Presse und beim Käufer fanden, mag den spanischen Hersteller Gas Gas dazu bewogen haben, die Camí 250 auch in Europa zu verkaufen.Denn diese Maschine existiert bereits seit zwei Jahren, allerdings nur in Brasilien. Dort war sie auf Wunsch des Importeurs entwickelt worden, der ein Fahrzeug anbieten wollte, das sowohl gute Geländetauglichkeit als auch die Fähigkeit zum Zweipersonenbetrieb auf der Straße mitbrachte.

  117 Kilogramm und 28 PS: die Gas Gas Camí dürfte auch für Hobbyfahrer jederzeit gut beherrschbar sein.
Dieser Herkunft entsprechend, stammen die Federelemente vom brasilianischen Hersteller Ollé. Als Vorderradführung dient eine 41er USD-Gabel mit 250 Millimetern Federweg, im Heck arbeitet ein über Hebel angelenktes Zentralfederbein mit 260 Millimetern Arbeitsweg. Werte, die für jeden Geländeeinsatz abseits von Sonderprüfungen leicht ausreichen. Einstellmöglichkeiten gibt es zwar weder vorne noch hinten, Gas Gas verspricht jedoch ein Set Up zwischen straßentauglicher Straffheit und endurotypischer Sensibilität.Der Hauptrahmen aus hochwertigem Chrom-Molybdän-Stahl wurde vom 2011er Sportmodell übernommen. Das angeschraubte Heck ist so dimensioniert, dass ein Beifahrer mit an Bord genommen werden kann, der seine Füße auf rahmenfesten Rasten abstützt.Der flüssigkeitsgekühlte Single mit ganz knapp unter 250 Kubikzentimetern Hubraum wurde auf 28 Pferdestärken gekappt. Auch wenn die Spitzenleistung erst bei 9000 Touren anliegt, dürfte die Charakteristik gegenüber dem Sportaggregat deutlich weniger aggressiv ausfallen und angesichts eines Trockengewichts von nur 117 Kilogramm auch ausreichen.Mit vollwertiger Ausstattung, der Optik aktueller Sportmodelle und einem guten Kompromiss aus Geländegängigkeit und Alltagstauglichkeit ist die Gas Gas EC Camí 250 sicher eine Überlegung wert für Menschen, die eine universelle Enduro für Sport und Freizeit suchen – zumal der Preis von 4995 konkurrenzlos günstig ist. Weitere Informationen

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