Honda Goldwing Modellgeschichte

Goldwing: Modellgeschichte einer Legende

Mit der GL 1000 legte Honda im Jahr 1975 den Grundstein für eine Erfolgsgeschichte. Nur wenige andere Motorräder polarisieren einerseits so stark wie die Gold Wing und haben andererseits eine so große und treue Fangemeinde. Rückblick auf vier Jahrzehnte im Zeichen der goldenen Schwinge.

1972: Entwicklungsstart

Soichiro Irimajiri, der als verantwortlicher Konstrukteur in den 1960er Jahren die legendären Fünf- und Sechszylinder-GP-Rennmaschinen von Honda mit auf den Weg gebracht hatte, wird beauftragt ein Entwicklerteam zusammenzustellen. Der Auftrag: es soll eine Tourenmaschine geschaffen werden, die alle gängigen Maßstäbe überflügelt. Die Neukonstruktion soll in der Lage sein, lange Distanzen zuverlässig und komfortabel zu bewältigen, mit raffinierten technischen Lösungen glänzen und ihre Besatzung mit neuen Komfortmaßstäben verwöhnen.

Der erste Prototyp, der auf die Räder gestellt wird, trägt das Modellkürzel M1 und ist mit einem flüssigkeitsgekühlten Sechszylinder-Boxermotor und Kardanantrieb ausgestattet. Die Technik der M1 scheint aber letztlich zu aufwändig und wird nicht in die Serienfertigung überführt. Dennoch finden wichtige Teile des Konzepts in der ersten Gold Wing, die schließlich ein Vierzylinder-Triebwerk erhält, ihren Niederschlag – das Boxer-Bauprinzip, die moderne Wasserkühlung sowie der pflegleichte Kardanantrieb.


1975: GL1000 Gold Wing

Die erste, schließlich in Serie produzierte Gold Wing schöpft ihre tourenfreundliche Power aus 999 Kubikzentimetern Hubraum. Das neukonstruierte Vierzylinder-Boxertriebwerk mit Wasserkühlung überzeugt mit Laufkultur und glänzt von Beginn an mit überragender Zuverlässigkeit. Die GL1000 Gold Wing setzt als Flaggschiff der Modellpalette neue Maßstäbe im Bereich der tourentauglichen Maschinen und setzt damit den Grundstein für die bis heute anhaltende Fangemeinde weltweit. Bereits 1976 lässt Honda das luxuriös ausgestattete Gold Wing Limited Edition-Modell folgen. Ab 1979 wird die Gold Wing in einer Fabrikationsstätte von Honda Amerika in Marysville/Ohio gefertigt. Dies ist insbesondere deshalb sinnvoll, weil 80 Prozent der Gold Wing Produktion in den Vereinigten Staaten von Amerika ihre Käufer finden. 

1980: GL1100 Gold Wing und GL1100 Gold Wing Interstate 

Fünf Jahre später folgt die GL1100, die die Wünsche der Kundschaft nach noch mehr Qualm im Kessel konsequent umsetzt. Das Triebwerk mit 1085 Kubikzentimetern Hubraum präsentiert sich noch bulliger, während der verlängerte Radstand sowohl die Fahrstabilität optimiert als auch das Platzangebot für Fahrer und Passagier spürbar verbessert. Eine neue, luftunterstützte Federung trägt zu verbessertem Komfort bei. Einen weiteren Schritt nach vorne ermöglicht die GL1100 Interstate, die mit serienmäßiger Verkleidung, Packtaschen und Topbox gänzlich neue Kapitel im Bereich der Tourenfreuden aufschlägt und Gepäckprobleme auf ebenso bequeme wie elegante Weise löst.

1985: GL1200

Die üppig ausgestattete GL1200 verfügt über ein Audio-System mit vier Lautsprechern, elektronisch geregelten Tempomat, adaptive Hinterradfederung und Bordcomputer.

1988: GL1500 Gold Wing

Der neue, nochmals im Hubraum vergrößerte Sechszylinder-Boxer läuft ruhig und kraftvoll und lässt sich dank neuem Doppelschleifenrahmen auch schön durch Kurven aller Art zirkeln. Die Entwickler um Projektleiter Masanori Aoki stellten 15 verschiedene Versuchsbikes in 60 Prototypenstadien auf die Räder.

2001: GL1800 Gold Wing

In die nächste Gold-Wing werden acht Jahre Entwicklungsarbeit investiert. Der auf 1800 Kubik vergrößerte und auf Benzineinspritzung umkonstruierte Sechszylinder-Boxer steckt in einem neu entwickeltem Aluminium-Chassis mitsamt Einarmschwinge und integriertem Kardanantrieb.

2006: Weltweit erster Motorrad Airbag

Ab 2006 ist die Honda Gold Wing als erstes Serien-Motorrad der Welt mit Airbag erhältlich. Außerdem bekommt die Gold Wing ein GPS-Navigationssystem und serienmäßig Heizgriffe und Sitzheizung.

2011: Neuer optischer Auftritt

Die Verkleidung der Gold Wing wird überarbeitet und erhält ein frisches Design. Der neue, ebenso markante wie dynamische Look entsteht unter dem Arbeitstitel »Majestic Aggression«. Trotz der gewichtigen, Anmutung wird das Handling für dichten Stadtverkehr und kurvenreiche Landstraßen optimiert. Das Gepäckvolumen wächst auf stattliche 150 Liter, ein neues Audiosystem mit sechs Lautsprechern und Anschlussmöglichkeiten auf dem neuesten technischen Stand komplettiert die Serienausstattung. 

2013: Gold Wing F6B

Die nach Custom-Manier gestylte F6C (1996 - 2003) und die extravagante, in limitierter Auflage produzierte Rune (2003) – letztere wurde nur in den USA angeboten – nutzten bereits das Gold Wing Herz als Antriebsquelle. Zum Modelljahrgang 2013 erhält die Gold Wing Palette dann mit der F6B Zuwachs. Ein fahraktiver Custom-Tourer im trendigen Bagger-Style, mit abgespeckter Ausstattung und niedrigem Cut-Screen.

2014: Gold Wing F6C

Als drittes Mitglied bereichert die Gold Wing F6C die Gold Wing Familie als muskulöser Sechszylinder-Power-Cruiser.

2015: 40 Jahre Honda Gold Wing

Mit Jubiläums-Modellen in vier Farben (eine für die F6B und drei für die Gold Wing), darunter eine aufwändige Sonderlackierung, und Jubiläums-Plaketten feiert Honda das 40 Jahre-Jubiläum mit Gold Wing und der F6B.

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