Italien M+S-Reifen

Italien erschwert Nutzung von M+S-Reifen

In Italien ist es in den Sommermonaten ab sofort nicht mehr erlaubt, M+S-Reifen zu fahren, deren Geschwindigkeits-Index niedriger als der in den Papieren eingetragene ist. Auch Motorräder fallen unter die Neuregelung.

Update 2015: Das italienische Verkehrsministerium hat zwischenzeitlich klargestellt, dass Motorräder aufgrund einer Ausnahmeregelung nicht unter das Verbot fallen. Die beliebten Grobstoller dürfen also auch im Sommer gefahren werden.

Sommeiller, Jafferau, Maira-Stura – diese Namen lassen die Herzen von Reiseenduristen höher schlagen. Die Schotterstrecken in den italienischen Westalpen zählen zu den schönsten Touren, die es in Europa für abenteuerlustige Motorradfahrer gibt. Selbstverständlich stattet man die Maschine für solch einen Ausritt mit geeigneten Reifen aus.

Der niedrige Geschwindigkeitsindex der meisten Grobstoller musste auch Fahrer leistungsstarker Maschinen bislang nicht schrecken, da es viele Enduroreifen mit M+S-Kennung gibt. Ein kleiner Aufkleber mit der erlaubten Höchstgeschwindigkeit des Reifens im Sichtfeld des Fahrers reicht, und schon ist die Sache legal. Und selbst die 160 Stundenkilometer, die ein mit »Q« gekennzeichneter Reifen erlaubt, sollten für die Anreise mit einer vollbepackten Maschine ausreichen.

Doch Vorsicht: in Italien funktioniert das ab sofort so nicht mehr. Eine neue Verordnung schreibt vor, dass an Kraftfahrzeugen – auch an Motorrädern – montierte Reifen grundsätzlich nicht den im Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I) angegebenen Geschwindigkeitsindex unterschreiten dürfen. Das gilt explizit auch für M+S-Reifen, wie uns auf telefonische Nachfrage sowohl die Landesprüfstelle für Fahrzeuge bei der Südtiroler Landesregierung als auch die Straßenpolizei in Bozen bestätigte.

Lediglich in den Wintermonaten vom 15. Oktober bis 14. Mai erlaubt eine Ausnahmeregelung die Verwendung von M+S-Reifen mit niedrigerem Geschwindigkeitsindex als in den Papieren vermerkt. Ein schwacher Trost für Motorradfahrer.

Hintergründe für die Neuregelung waren bis dato nicht in Erfahrung zu bringen. Experten, die nicht namentlich genannt werden wollen, vermuten, dass die recht weiche Reifenmischung, wie sie bei Winterreifen Verwendung findet, auf den im Sommer oftmals sehr heißen italienischen Straßen als Sicherheitsrisiko angesehen wird.

Sich auf den Standpunkt zu stellen, ein Motorradreifen vom Schlage eines TKC 80 habe ja keine Winterreifenmischung, und sich deshalb leichtfertig über die Vorschrift hinwegzusetzen, ist jedoch nicht angeraten. Bei Verstößen drohen saftige Bußgelder von 420 Euro aufwärts, und sogar eine Beschlagnahme des Fahrzeugs liegt im Bereich des Möglichen.

Die ohnehin nicht allzu große Auswahl an geländetauglichen Reifen für schwere Reiseenduros wird durch die Neuregelung zumindest für Trips nach Italien unnötigerweise weiter eingeschränkt.

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