Harley-Davidson nimmt Sportster-Baureihe in Europa wegen Abgasnorm Euro 5 ab 2021 vom Markt

Wegen Euro 5

Keine Harley Sportster mehr in Europa

Die ab 2021 gültige Abgasnorm Euro 5 verbannt eine Harley-Modellreihe vom europäischen Markt. Ab kommendem Jahr können die bei Einsteigern beliebten Sportster nicht mehr angeboten werden.

Über Jahrzehnte haben die Modelle der Sportster-Baureihe von Harley-Davidson weltweit eine treue Fangemeinde um sich geschart. In Europa ist ab kommendem Jahr allerdings Schluss für die vergleichsweise schlanken Modelle aus Milwaukee.

Mit dem luftgekühlten Zweiventilmotor sind die strengen Anforderungen der Abgasnorm Euro 5, die ab 1. Januar 2021 gelten wird, nicht zu erfüllen. In ihrem Grundaufbau sind die Sportster-Motoren, die es aktuell mit 883 und 1200 Kubikzentimetern gibt, seit Mitte der 1980er Jahre unverändert. Für eine Neukonstruktion fehlt dem in finanziellen Schwierigkeiten steckenden Hersteller das Geld.

Insgesamt wird die Harley-Modellpalette der kommenden Jahre deutlich schmaler ausfallen, als in der noch von Ex-Boss Matt Levatich angekündigten Produktoffensive »More Roads to Harley-Davidson« vorgesehen war. Es entfallen nämlich nicht nur Modelle aus dem Bestand, neben der Sportster- trifft das Aus auch die 750er-Street-Reihe, auch mehrere geplante Modelle werden gar nicht erst realisiert.

Der neue Harley-Davidson-CEO Jochen Zeitz hat die Reißleine gezogen und dem Konzern ein drastisches Sparprogramm verordnet. Der neue Fünfjahresplan, Titel »The Hardwire«, sieht eine deutliche Straffung des Angebots vor. Rund ein Drittel der projektierten neuen Modelle sollen demnach gar nicht erst realisiert werden. Welche genau, wurde noch nicht offiziell verlautbart, doch zumindest für den Streetfighter Bronx dürfte bereits feststehen, dass er nie in Serie gehen wird.

Das Rekonstruierungskonzept von Zeitz sieht noch zahlreiche weitere Maßnahmen vor. Neben einer Verbesserung der internen Strukturen und Abläufe sowie einer stärker nachfrageorientierten Produktion will sich Harley-Davidson künftig ausschließlich auf lukrative Märkte konzentrieren. Dies sind in erster Linie der Heimatmarkt USA, Europa und Asien. Umsatzschwache Märkte wie Lateinamerika müssten künftig auf ein eigenes Händler- und Servicenetz verzichten.

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