Motorrad Interkom Sena 30K

Mehr Reichweite für Motorrad-Interkom

Nachdem Cardo mit dem Scala Rider Packtalk vorgelegt hat, zieht nun Sena mit dem neuen Spitzenmodell 30K nach: Neue Funktechnik und zellenartige Teilnehmerkoppelung erhöhen die Reichweite und verbessern die Verbindungssicherheit.

Die Idee ist bestechend einfach: Den Funkstandard Bluetooth nicht nur zur Koppelung der Geräte eines einzelnen Nutzers verwenden, sondern damit auch Verbindungen zu anderen Usern aufbauen. Nach diesem Prinzip funktionieren zahlreiche der derzeit erhältlichen Motorrad-Kommunikationssysteme. Doch mittlerweile ist die ursprünglich als reiner Kurzstreckenfunk für Verbindungen bis wenige Meter konzipierte Bluetooth-Technologie bis an die Grenzen des Möglichen aufgebohrt.

Rund anderthalb Kilometer werden als Reichweite für Bluetooth-basierte Interkoms angegeben – ein theoretischer Wert, der bei typischer mitteleuropäischer Topographie selten erreicht wird. Und Bluetooth hat noch einen weiteren Nachteil bei der Kommunikation in Bewegung befindlicher Nutzer: Eine Koppelung der Einheiten ist nur seriell möglich. Das heißt, die Nutzer werden in einer einmal festgelegten Reihenfolge verbunden. Ändert sich nun die Reigenfolge, beispielsweise durch Überholvorgänge in einer Gruppe, kann es passieren, dass der Abstand zwischen zwei gekoppelten Nutzern zu groß wird. In der Folge bricht die Verbindung zusammen. Das Gleiche passiert, wenn ein Mitglied die Gruppe verlässt.

Abhilfe kann nur eine andere Technologie schaffen. Bei Cardo nennt sie sich → DMC (Dynamic Meshwork Communication), Sena spricht einfach von Mesh-Technologie. Das Prinzip ist das Gleiche. Es handelt sich um einen Funkstandard, der nicht nur eine andere Frequenz als Bluetooth nutzt, sondern auch einen netzwerkartige Koppelung der Nutzer erlaubt (Mesh: engl. Masche). Für die Praxis bedeutet das, dass jeder Nutzer mit jedem verbunden ist. Entfernt sich ein User aus der Gruppe, verliert lediglich dieser in circa 1600 Metern Abstand den Funkkontakt, alle anderen Gruppenmitglieder bleiben miteinander verbunden.

Da die Geräte weiterhin mit Bluetooth ausgestattet sind, ist echtes »Audio-Multitasking« (so nennt es Sena) möglich. Das heißt, die Interkom koppelt sich via Bluetooth mit den Geräten an Bord wie etwa Smartphone oder Navi, während die Kommunikation mit anderen Nutzern auf der Meshwork-Frequenz erfolgt. Gespräche der Gruppenmitglieder müssen also für Naviansagen o. ä. nicht mehr unterbrochen werden. Bis zu 17 Teilnehmer sollen sich mit dem neuen Sena 30K zusammenschalten lassen.

Das Scala Rider Packtalk ist bereits seit einem guten Jahr im Handel, das neue Sena 30 K soll zu Beginn der Saison 2017 auf den Markt kommen.

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