Kaj und Mary Wessberg 1954 | Husqvarna Type 281 Drömbågen

On the road – USA anno 1954

Dokumente einer frühen, vom Werk unterstützten Fernreise sind in den Archiven von Husqvarna aufgetaucht. Im Jahr 1954 fuhren Kaj und Mary Wessberg auf einem 175er Zweitakter quer durch Nord- und Mittelamerika. Ihr Ziel: Venezuela.

Blubbernde, stromlinienförmig verkleidete Boliden in Pastelltönen auf endlosen Highways – so stellt man sich das Motorradreisen im Amerika der 1950er Jahre vor. Ein kleiner, knatternder Zweitakter passt da so gar nicht ins Bild. Doch während in den Vereinigten Staaten in ungebrochenem Fortschrittsoptimismus auch in Sachen Hubraum groß gedacht wurde, fiel im kriegszerstörten Europa alles eine Nummer kleiner aus.

Entsprechend der Kaufkraft der anvisierten Kundschaft gab man sich auch bei den Motorrädern etwas bescheidener. Zwar können sich die deutschen Hersteller BMW oder Zündapp mit ihren großen Zweizylindern behaupteten, doch für die Massenmobilisierung müssen es kleinere und günstigere Maschinen sein.

Husqvarna Type 281 Drömbågen in der Standardausführung »Tourist« (l.) und die etwas stärkere »Sport« mit hochgezogenem Doppelrohrauspuff.
So auch die Husqvarna Type 281 mit dem Beinamen »Drömbågen« (Traumbike). Konzipiert für eine jugendliche Käuferschaft verfügte die 1952 vorgestellte Maschine über einen neu konstruierten und gegenüber dem 118-Kubik-Vorgängermodell deutlich stärkeren 175er Zweitaktmotor. Die Spitzenleistung betrug 7,5 PS bei 5000 Umdrehungen. Der mit einem Dreiganggetriebe ausgestatte luftgekühlte Einzylinder war in einen Einschleifenrahmen aus Rohr- und Blechpresselementen integriert, als Vorderradführung diente eine Gabel mit geschobener Schwinge, im Heck arbeiteten zwei Federbeine. Bei einem Eigengewicht von 100 Kilogramm sollte eine Höchstgeschwindigkeit von 100 Stundenkilometer erreicht werden. Damit war die Drömbågen für den forschen Aufritt eines Halbstarken vor der Milchbar prädestiniert, Fernreisetauglichkeit dürfte nicht im Lastenheft von Chefentwickler Olle Edlund gestanden haben.

  Impression aus Mexiko 1954.
Dass das abenteuerlustige schwedische Ehepaar Kaj und Mary Wessberg dennoch die Drömbågen als Fahrzeug für ihre große Amerikatour wählten, hatte mit verlockenden Konditionen zu tun. Wessberg, zu dieser Zeit Oberleutnant in der schwedischen Armee, verfügte über gute Kontakte zum Motorradhersteller Husqvarna. Als er dort von dem geplanten Amerikatrip erzählte, bot ihm die Geschäftsleitung spontan eine Husqvarna Type 281 an und war sogar bereit, den Hin- und Rücktransport der Maschine zu bezahlen.Wessberg schlug ein und sollte seine Entscheidung nicht bereuen. Im Sommer 1954 konnten er und Mary die Drömbågen in New York übernehmen. Von dort ging es durch die Südstaaten über Texas nach Mexiko. Es folgten abenteuerliche Passagen in Mittelamerika und Kolumbien, bis die beiden Abenteurer schließlich die venezolanische Hauptstadt Caracas erreichten. Die treue Drömbågen, bis auf einen Gaszug soll nichts kaputt gegangen sein, reiste von hier per Schiff zurück nach Schweden. Husqvarna hatte durch diesen frühen Akt des Sponsoring den Beweis für die Robustheit der Drömbågen erbracht und stellte die Maschine stolz zur Schau. Zur Geschichte

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