Red Bull Romaniacs 2015

Red Bull Romaniacs 2015

Denkbar knapp sicherte sich Jonny Walker seinen zweiten Sieg in Folge bei den Red Bull Romaniacs und verwies damit das Husqvarna-Duo Graham Jarvis und Alfredo Gómez auf die Plätze.

Wegen der sommerlichen Witterung gab es bei der jüngsten, der insgesamt zwölften, Austragung der Hard-Enduro-Rallye Red Bull Romaniacs im sogenannten »Appetizer«, einer der Schlüsselstellen der finalen Etappe nicht ganz soviel Wasser wie bei vorangegangenen Rennen. Das heißt aber nicht, dass nicht noch genug Schlammlöcher und Wasserdurchfahrten zurückgebelieben wären, die ein ganzes Motorrad verschlucken konnten.

Nur Graham Jarvis passierte den schwierigen Streckenabschnitt problemlos. Alle anderen Fahrer, inklusive Jonny Walker, hatten das eine oder andere Problem. Topfahrer wie Andreas Lettenbichler (D, KTM) und Paul Bolton mussten sogar Hilfe in Anspruch nehmen.

  Jonny Walker (o.l.) gewinnt denkbar knapp vor Graham Jarvis und Alfredo Gomez (u.l.). Nach Navifehler nur Rang 6 für Andreas Lettenbichler.Während der mittlerweile ohne Trinkwasser fahrende Jarvis die kühle Erfrischung als Willkommen empfand, versenkte Wade Young (RSA, KTM) sein Bike in einem der Wasserlöcher kurz vor dem Servicepunkt.

Neue Grausamkeiten

Die wirklich grausame und letzte Überraschung der Red Bull Romaniacs erwartete die Teilnehmer schließlich im berühmt-berüchtigten »Gusterita«-Offroad-Ziel nahe Sibiu. Streckendesigner Andy Fazekas hatte ganze Arbeit geleistet und neben dem ohnehin schon respekteinflößenden Steilhang noch einige neue Sektionen zwischen die Fahrer und den heiß ersehnten Zielbogen gelegt.Das daraus resultierende Spektakel wurde von einer begeisterten Menge gefeiert, während die Teilnehmer noch einmal alle Kräfte sammeln mussten, um das Ziel zu erreichen.

Herzschlag-Finale

Jonny Walker erreichte als Erster der Gold-Fahrer den Zielbereich, hatte leichte Probleme mit dem mächtigen Steilhang und versenkte seine KTM schließlich im Schlammloch vor dem Zielbogen. Jonny kämpfte wie ein Löwe, verlor aber wertvolle Minuten beim Bergen seines Bikes aus dem Schlamm – was ihm schlussendlich den Tagessieg kosten sollte. Jarvis, der das ganze Rennen über dicht an Walker's Fersen hing, schoss wenige Minuten nach seinem Landsmann in den Zielbereich, meisterte den Steilhang problemlos und näherte sich dem festsitzenden Walker. Das darauf folgende Finish wird als eines der atemberaubendsten in die Geschichte des Hard-Endurosports eingehen: Graham Jarvis passierte die extrem rutschige letzte Sektion in Perfektion und überholte seinen Konkurrenten nur wenige Meter vor der Ziellinie – Tagessieg! Daraufhin wartete der »König der Karpaten« mit angehaltenem Atem unter dem Zielbogen auf Walker – der sich Stück für Stück aus dem Schlamm befreite und schließlich mit knappen 2 Minuten und 10 Sekunden Vorsprung den Gesamtsieg der Red Bull Romaniacs 2015 holte.

  Red Bull Romaniacs 2015: Trotz neuer Herausforderungen für die Toppiloten der jeweiligen Klassen flüssig zu fahren.Das Renntempo der 12. Ausgabe der Hard Enduro Rallye über 600 Kilometer schwerstes Gelände war auf einem extrem hohen Niveau. Besonders Walker und Jarvis pflügten oft mit maximaler Geschwindigkeit nebeneinander (!) durch schwierigste Abschnitte wie »One Day Uphill«, in denen sogar erfahrene Wanderer ernste Probleme haben.

Statement Martin Freinademetz – Gründer der Red Bull Romaniacs
»Wir haben viel Arbeit investiert, um das Rennen für jede Klasse flüssiger zu machen und die einzelnen Rennklassen streckentechnisch weiter voneinander getrennt. Unser Einsatz dürfte sich gelohnt haben, da wir heuer kaum Staus auf den Strecken hatten. Wir haben aber auch große Unterschiede beim Können der Teilnehmer in den einzelnen Klassen bemerkt - insbesondere in der Bronze- und Silber-Klasse. Die Top 20 der Fahrer dieser Klassen bewerteten die Strecken als mäßig schwierig, teilweise sogar als leicht und erreichten das Tagesziel bis zu 45 Minuten früher als erwartet. Auf der anderen Seite waren die schwächeren Silber-Starter mit dem Schwierigkeitsniveau überfordert, was zu einer Ausfallquote von fast 50 Prozent führte. Trotzdem haben heuer ungefähr Dreiviertel aller Teilnehmer die Rallye beendet.«

Dass bei der Red Bull Romaniacs Sieg und Niederlage sehr eng beisammen liegen, musste KTM-Werksfahrer Andreas Lettenbichler am eigenen Leib erfahren. Letti nahm am zweiten Renntag die falsche Abzweigung und konnte damit seine Hoffnungen auf einen Podiumsplatz aufgeben. Obwohl der Bayer den ersten Offroad-Renntag als Zweiter beendete und den dritten Tag komplett dominierte, war am Ende nicht mehr als der sechste Gesamtrang für Lettenbichler möglich.Chris Birch, mehrfacher Romaniacs-Sieger, der nach einem schweren Crash am zweiten Offroad-Renntag freiwillig die Rallye beendete, gratulierte anderen Teilnehmer im Ziel und kommentierte das aktionsreiche Geschehen für die Live-Übertragung der Red Bull Romaniacs 2015 im Web.

Endstand Red Bull Romaniacs 2015
1. Jonny Walker (GBR) 23h49m42s
2. Graham Jarvis (GBR) 23h51m52s
3. Alfredo Gómez (ESP) 24h48m02s
4. Paul Bolton (GBR) 25h00m10s
5. Wade Young (RSA) 25h10m40s
6. Andreas Lettenbichler (GER) 25h44m50s
7. Philipp Scholz (GER) 26h24m37s
8. Blake Gutziet (RSA) 26h27m09s
9. Lars Enöckl (AUT) 26h39m38s
10. Brett Swanepoel (RSA) 26h44m01s

Unter Verwendung von Material von Red Bull Content Pool und redbullromaniacs.com. Bilder © Red Bull Content Pool, Future7Media

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