Motorrad-Winterreise Mongolei | Dayun 200

Rückblick: Kalte Kilometer

Die Motorrad-Winterreise durch die Mongolei ist zu Ende. Die Reise durch die Kälte war für Rainer Krippner und Andreas Hülsmann sicher nicht immer bequem, dafür extrem eindrucksvoll und unvergesslich.

Vom mongolischen Winter zurück ins frühlingshafte Deutschland. Obwohl auch am Ende unserer Reise die Temperaturen im Steppenstaat sich wieder Richtung Nullpunkt bewegt haben, glich die Ankunft in Frankfurt bei 13°C schon einem Saunagang. 2400 kalte Kilometer liegen hinter uns, Nächte bis -37° C und Tage die sich mit Minusgraden in den Zwanzigern dagegen fast warm anfühlten. Eine nicht immer bequeme, dafür aber unvergessliche Tour.

Die Gegend nördlich vom Khovsgol gehört zu den einsamsten Orten in der Mongolei. Der Höhepunkt dieser Reise waren die 260 Kilometer über das Eis des Khovsgol. Schade, dass in Khankh, dem kleinen Ort am nördlichen Ufer, die Zeit fehlte, die uns durch den verspäteten Anschlussflug in Moskau abhandengekommen war. Gerne wären Rainer und ich noch einmal zu den Nomaden rausgefahren. Andererseits – die verpasste Möglichkeit ist auch ein Grund zum Wiederkommen.

Dayun 200 | serienmäßig mit Gepäckträger und Sturzbügel
6 Bilder
Den chicken Helm gibt's beim Kauf der Dayun 200 dazu

  Details der Dayun 200

Zuverlässige Technik

Ganz erstaunlich fanden wir beide, mit welcher Resistenz die Technik der Kälte trotzte. Ob BMW oder Dayun, beide Motorräder machten auch bei den tiefen Temperaturen selten Schwierigkeiten. Dass die BMW auch bei der Eiseskälte ohne große Probleme die Arbeit aufnahm, lag sicherlich an der Viskosität des Motoröls (0W40) und dem Einbau einer stärkeren Batterie, die im Seitenwagen Platz fand.

Auch die kleine Dayun hat sich wacker geschlagen. Die 200er ist in der Mongolei DAS Fortbewegungsmittel auf dem Land. Schon serienmäßig ist sie ausgestattet mit Sturzbügel, Handprotektoren und Gepäckträger, was die 125 Kilogramm schwere Chinesin schon zu einem nahezu »perfekten« Reisemotorrad macht. Der Verbrauch des Einzylinders liegt zwischen 3,5 bis 4 Litern auf 100 Kilometer. Was bei einem Tankvolumen von ca. 12 Litern einen Aktionsradius von rund 400 Kilometern beschert. Eine Reichweite die für die Mongolei durchaus ausreichend ist. Die Leistung von irgendetwas zwischen 10 und 12 PS erlaubt eine komfortable Reisegeschwindigkeit von bis zu 80 km/h, ebenfalls ein Wert, der für die Mongolei völlig ausreicht.

Ein weiterer Vorteil: Fast in jedem Ort finden sich für das Ding Ersatzteile und/oder ein Mechaniker, der die 200er reparieren kann. Bei der unkomplizierten Technik ist es auch nicht schwierig, im Notfall selbst Hand anzulegen. So lässt sich beispielsweise der Vergaser mit einem Leatherman und 10er Schlüssel ausbauen. Auch die Ersatzteilpreise sind erfreulich gering. Ein neuer Tank inklusive Benzinhahn ist für nicht einmal 40 Euro zu haben. Wo wir beim Preis sind, auch die Anschaffungskosten für eine Dayun 200 sind überschaubar, ja nach Wechselkurs kostet ein neues Fahrzeug 800 bis 900 Euro. Im Preis enthalten ist auch ein Helm, dessen Schutzfunktion allerdings bezweifelt werden muss.

Allerdings müssen bei diesem Preis einige Abstriche bei der Verarbeitung gemacht werden. Halterungen sind zu schwach dimensioniert, und auch die Schweißnähte halten den Anforderungen einer mongolischen Überlandreise nicht immer Stand.

Dennoch Rainer vertraut der kleinen 200er. Er bietet Reisen mit diesen Motorrädern in der Mongolei an. (Kontakt: info@touratech-kassel.de). Auf den mehr als 6000 Tourenkilometern hat ihn bisher keine seiner 10 Maschinen im Stich gelassen.

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