Motorradreise Wales

TF-Plus | Wo bitte geht’s zum Meer?

Pembrokeshire ist die landschaftliche Perle von Wales, seine oft auch mit dem Motorrad erreichbare Küstenlinie gehört zu den schönsten Großbritanniens. Ein ideales Revier für den Tourenfahrer, dem Straßen gar nicht einsam genug sein können. Und der sein Moped im Schlaf beherrscht, denn »Single Track« bedeutet hier explizit nicht »One Way«. Heinz E. Studt (Text & Fotos) sammelte sie wohl alle …

Zugegeben: Der unwiderlegbare Vorteil an dieser Single Track Road vor dem Windschild ist, das Rechts- oder Linksverkehr wirklich keinerlei Rolle spielt. Meine seitenkofferbestückte R 1200 GS Adventure benötigt schlichtweg die gesamte Breite des mit fast drei Meter hohen Hecken eingefassten Sträßleins. Das bedeutet aber auch: Ich muss meine 350-Kilo-Fuhre über die Mitte der Piste zirkeln, also exakt dort, wo anstelle von Asphalt Grasbüschel im Sommerwind wedeln, durchsetzt mit Rollsplitt und anderen Imponderabilien. »Dein Moped heißt mit Nachnamen ›Adventure‹«, murmelt ein Gedanke in meinem Kopf, »was soll das Zaudern?« Ich drehe am Quirl und bringe die BMW mittig auf der Piste in die Balance.

Just in dem Moment taucht in der Kurve vor mir dieser Trecker auf. Oder »farm truck«, wie es auf den Warnschildern heißt und rein phonetisch deutlich näher an den wahren Ausmaßen des Boliden ist. Instinktiv steige ich in die Eisen, ziehe die Kupplung und komme zum Stehen. Unzählige Male geübt und vermutlich bereits im Genmaterial hinterlegt, mit Blutdruck am Anschlag und einem Puls im dreistelligen Bereich. Wo war die letzte Ausweichstelle, der letzte »passing place«? Ich kann mich nicht daran erinnern und der Landwirt vor mir deutet bereits freundlich, aber bestimmt auf seinen riesigen Kippanhänger am Heck. Will sagen: Ausschließlich ich habe jetzt zurückzusetzen.

mehr lesen

Gerade will ich mein Wendemanöver in voraussichtlich 17 Zügen starten, als der Farmer mit einem freundlichen »Need a hand?« neben mir auftaucht, kräftig mit anpackt und gemeinsam mit mir das Moped samt Koffern knirschend auf dem Seiten-
ständer wendet. Das deutsche Kuchenblech weckt sein Interesse, es folgt ein freundlicher Small Talk und der Augenblick bekommt eine ungeahnte Leichtigkeit. Mit einem »Nothing there, only my farm« entzaubert er schließlich diese Single Track Road vollends, wir verabschieden uns mit Handschlag, ich gebe Gas. Verfolgt von einem die Breite der Gasse täglich neu definierenden »farm truck«. Es soll nahezu der einzige Exkurs an der Pembrokeshire-­Küstenlinie bleiben, der ohne Wow-Effekt endet. Aber der Reihe nach …

Im Küstenstädtchen Swansea habe ich vor vier Tagen das erste Basislager nach der Ankunft in Großbritannien aufgeschlagen. Mit gut 170.000 Einwohnern ist sie nach Cardiff die zweitgrößte Stadt in Wales und mit ihrer plakativen Entspanntheit ein idealer Erstkontakt mit all den für Festlandseuropäer so britischen Besonderheiten: dem Linksverkehr, dem Essen und ganz besonders auch der porentief freundlichen Lebenseinstellung der Waliser. Die »ugly, lovely town«, wie sie die Einheimischen gerne in Reminiszenz an ihren Heimatdichter Dylan Thomas (1914–1953) nennen, besitzt neben einem netten Zentrum zwei nahe liegende landschaftliche Höhepunkte, die zu erkunden ich mir als perfektes Intro meiner Reisen ausgeguckt habe: die Gower-Halbinsel mit sanften Hügeln und einigen der beliebtesten walisischen Strände sowie den einzigartigen Brecon-Beacons-Nationalpark.

Und während meine erste Runde über Gowers Landstraßen und schlaglochreiche Pisten noch einem Blindflug durch zähen englischen Küstennebel gleicht, erwartet mich anderntags in den bis knapp 900 Meter hoch aufragenden Bergen des Nationalparks ein atemberaubender Sonne- und Wolkenmix, der die Landschaften in ein einzigartiges Licht taucht. Die Anfahrt zum Nationalpark flussaufwärts durch das Tawe-Tal ist ein perfektes Warm-up. Weiler wie Cwmrhydyceirw lassen meine flüsterleisen Selbstversuche einer Aussprache fast mit verkrampfter Zungenmuskulatur enden. Wie gut, dass stets auch die englische Version der Ortsnamen aufgeführt ist – auch fürs Navi.

Ein karges, baumloses Hochland nimmt Mensch und Motorrad alsbald in sich auf und bereitet leidenschaftlichen Entdeckern eine prächtige Spielwiese. Der Wettergott krönt alles mit stimmungsvollem Gewölk, während Kohorten frei laufender Schafe auf den Klang des Bajuwaren-Boxers mit Panikattacken und unberechenbaren Zickzack-Fluchtmanövern reagieren. All dies hält meine Konzentration am Limit.

1957 wurde der heute 1344 Quadratkilometer große Nationalpark gegründet, seine westlichen Gebiete sind als UNESCO-­Geopark zertifiziert und 2013 wurde der gesamte Nationalpark von der International Dark Sky Organisation als Dark Sky Reserve mit der zweithöchsten Schutzkategorie in Silber ausgezeichnet. Im Brecon-
Beacons-Nationalpark wird natürliche Dunkelheit unter ganz besonderen Schutz gestellt und jegliche Art von nächtlicher »Lichtverschmutzung« möglichst vermieden. Wie gut, dass ich nur tagsüber mit voller Frontbeleuchtung unterwegs bin. Gerade die erweist sich auf engen Pisten als äußerst hilfreich, zeigt sie doch dem Gegenverkehr von Weitem schon plakativ die volle Breite meines Fuhrwerks.

Wenige, dafür gut ausgebaute »A-Straßen« queren den Nationalpark in Nord-Süd-Richtung. Ich gönne sie mir alle – Genuss, Weite und Einsamkeit. Das macht es auch nicht so dramatisch, wenn ich nach einem Boxenstopp am Wegesrand zunächst noch auf die falsche Straßenseite einbiege. Retour im quirligen Swansea schwimme ich schon wie selbstverständlich im Feierabend-Linksverkehr zum Campingplatz. Koffer packen ist angesagt, morgen geht es zum eigentliche Höhepunkt meiner Reise: ins einzigartige Pembrokeshire.

Mein zweites Basislager Haverfordwest ist ein Städtchen fernab von Hektik und Stress und mit gut 12.000 Einwohnern der Verwaltungssitz der Grafschaft Pembrokeshire. Von drei Seiten vom Meer umschlungen, besitzt Pembrokeshire eine spektakuläre 275 Kilometer lange Küstenlinie, die nahezu vollständig unter Nationalpark-Schutz steht. Und dennoch nicht nur ein Paradies für Wanderer und Mountainbiker, sondern auch für Motorradfahrer ist, die hier bis auf Tuchfühlung zur Irischen See vordringen können. Ganz legal und auf atemberaubenden Single Tracks. Mein Tagwerk ist gesichert, verlangt aber hochauflösende Karten und eine gute abendliche Vorbereitung.

Der Süden der Grafschaft Pembrokeshire erwartet mich anderntags – beginnend mit dem Städtchen Tenby, einer der touristischen Perlen der Region. Und dementsprechend Ziel vieler Reisebusse. Schon die Wikinger sollen hier an der Carmarthen Bay gesiedelt und die Wurzeln des heute sehr beliebten Badeortes gelegt haben. Gleichwohl erst zehn Uhr morgens, gelingt es mir nicht mehr, für das Moped einen zumindest halblegalen Abstellplatz zu finden. Im Sattel sitzend und im Stau stehend, schaue ich mich um – und gebe baldmöglichst Gas. Über Penally und Manorbier geht es direkt ins Herz von Pembroke und dort zu Füßen des erhabenen Pembroke Castle finden sich sogar legale Stellplätze für Motorräder. Thank you!

Das normannische Gemäuer aus dem 12. Jahrhundert ist in seinen Resten heute noch ein gutes Beispiel für die Kunst mittelalterlichen Burgenbaus. Heinrich II. brach 1172 von hier aus auf, um Irland vollends zu unterwerfen und 1457 wurde in den meterdicken Mauern Heinrich Tudor geboren, der spätere Heinrich VII. und letzte König von England, der sich den Thron auf einem Schlachtfeld erkämpfen musste. Zu Füßen der Burg erstreckt sich eine knallbunte Einkaufspassage mit Läden, Kneipen und winzigen Gassen.

Bis 1996 war Pembroke übrigens Hauptstadt der gleichnamigen Grafschaft, im Zuge einer Gebietsreform wurde Haverfordwest der Verwaltungssitz. Nach einem kurzen Einkehrschwung – mein Tipp: das »Browns« mit leckeren Fish and Chips – geht es wieder hinaus ins Land und an die Küste. Die auch hier wie vielerorts Teil des Pembrokeshire-Coast-Nationalparks ist, dem einzigen Küsten-Nationalpark Großbritanniens. 1952 gegründet, heute ca. 630 Quadratkilometer groß und in vier nicht immer zusammenhängende Abschnitte unterteilt, schützt er die einzigartige Natur, ohne dem Menschen den Zugang zu all der Pracht zu verwehren.

Dieser Zugang führt den erkundungsfreudigen Besucher allerdings oftmals über hoch eingewachsene Single Track Roads, die – warnend ausgeschildert – zu spektakulären Küstenabschnitten, herrlichen Stränden und malerischen Buchten führen. Hin und zurück, also mit Blutdruck in die Höhe treibendem Gegenverkehr. Nur rund um Castlemartin ist das etwas anders. Die grob betonierten Single Tracks der Castlemartin Peninsula mit ihrem riesigen baumlosen Militärgelände lassen herrlich weit blicken. Zum Beispiel auf Ruinen ehemaliger Weiler, die heutzutage die Kulisse für die Ausbildung britischer »Kampfmaschinen« stellen. 44 Wochen im Jahr ist das Gelände für jedermann gesperrt, am heutigen Tag herrscht »Waffenstillstand« mit freiem Zugang.

Auch Milford Haven einige Kilometer weiter passt so gar nicht in das Bild eines Nationalparks. Eine riesige Erdöl-Raffinerie sowie mächtige Flüssiggas-Tanklager dominieren den Anblick der Stadt. Einst Zentrum des englischen Walfangs, schrieb der 14.000-Einwohner-Ort 1996 Schlagzeilen, als der Supertanker »Sea Empress« kurz vor Erreichen der Raffinerie auf Grund lief und die gesamte Bucht mit 73.000 Tonnen Rohöl flutete. Fünf Jahre dauerte die Säuberung der Küste; Spuren und Fakten sind heute nur noch in Form von Denkmälern zu finden. Und dem Internet, das auch daran erinnert, dass die Schuldfrage nie geklärt wurde, Verantwortliche nie zur Rechenschaft gezogen wurden. Interessantes Detail: Der schwer beschädigte Supertanker wurde repariert, mehrmals umgetauft, ist aber in Milford Haven, immerhin einem der wichtigsten britischen Mineralöl-Häfen, niemals wieder vor Anker gegangen.

Über Marloes und Talbenny treibe ich die BMW weiter durch den Pembrokeshire-Coast-Nationalpark nach Little und Broad Haven, zwei verträumten, bildhübsch herausgeputzten Küstenorten der St Brides Bay, die nur darauf warten, aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt zu werden. Fisch und Kohle sicherte einst den Lebensunterhalt der Menschen hier, heute sind es Ferienwohnungen, B&B und ein wenig Gastronomie. Die Strände sind oft steinig, die Küstenfelsen rau und die Einsamkeit greifbar. Wohl auch Gründe, warum Little Haven eine beliebte Location für britische Comedy-Serien ist. Mein abendliches Unterhaltungsprogramm spielt allerdings wieder in Haverfordwest: Mein Tipp für die Einkehr lautet: »The Glen«.

Mit Broad Haven schließt meine fünfte Südwales-Tour unmittelbar an den Vortag an, enge »B-Straßen« und namenlose Single Tracks summieren sich zu einer Roadmap der anspruchsvollen Art. Ohne aber touristischen Höhepunkten aus dem Weg zu gehen. Über Newgale und Solva erreiche ich das bildhübsche St Davids an der Nordküste der St Brides Bay. Die mit 1800 Einwohnern kleinste »City« Großbritanniens lockt Touristen von nah und fern, die Kathedrale am Ortsrand war im Mittelalter ein berühmtes Pilgerzentrum. Heute ist sie immerhin noch die größte in ganz Wales.

Das Zentrum des Ortes geizt nicht mit Farben, die unter einer kräftigen Sonne schier explodieren wollen. Spätestens ab elf Uhr treffen die Reisebusse ein. Doch wer früh am Morgen kommt, hat die bunte Pracht für sich allein – das Motorrad kann man am Cross Square parken. Und ein wenig Umschauen lohnt sich hier unbedingt. So wie jene zehn Single Tracks im direkten Umfeld von St Davids, die ich mir als fahrerische Höhepunkte auf den Navigator geschaufelt habe. Allesamt namenlos und selten ausgeschildert – am besten die GPS-Datensätze von der TF-Website herunterladen. Hundemüde steige ich spätabends aus dem Sattel, grüble kurz über einen Ruhetag nach und falle noch weit vor einer Entscheidung in einen traumlosen Schlaf.

Frisch ausgeruht und voller Tatendrang widme ich mich anderntags dem nördlichsten Teil des Pembrokeshire-Coast-Nationalparks, dem optisch größten der vier Teile. Zwischen Fishguard im Westen und Cardigan im Osten erwartet mich eine spektakuläre Küstenlinie, garniert mit vielen Single Tracks und noch mehr Fahrspaß. In Fishguard heißt es erst einmal volltanken und ein wenig Reiseproviant besorgen. Denn eines haben alle Single Tracks hier gemeinsam: Eine Einkehr ganz am Ende ist unwahrscheinlich, ja selbst eine allerorten sehr beliebte Fish-and-Chips-Bude wäre pures Glück.

Gut 30 Jahre ist es her, dass ich in eben jenem Fishguard die Fähre nach Rosslare in Irland bestieg. Mit druckfrischem Moped-Führerschein, leistungsreduzierter Honda Transalp, Kamera, 30 Diafilmen, Zwei-Mann-Zelt, Luftmatratze, Schlafsack und unfassbar viel Genügsamkeit. Ach ja – und nicht minder großer Gelenkigkeit. Nun, die Zeit ist auch an Fishguard nicht spurlos vorübergegangen. Der Fährhafen gleicht einem Hochsicherheitstrakt, die Ortsmitte einem Zeitfenster in das 20. Jahrhundert und der Zahn der Zeit war sichtlich aktiv. Kleines Detail am Rande: Die letzte Invasion in Großbritanniens fand genau hier in Fishguard am 22. Februar 1797 statt. Vier französische Kriegsschiffe mit 1400 Soldaten überfielen den Ort und plünderten vor allem Alkoholvorräte, die sie anschließend sogleich konsumierten. Das Resultat: Die Franzosen waren derart sturzbetrunken, dass sie von den Fischersfrauen aus Fishguard mit Mistgabeln in die Flucht getrieben werden konnten. Bereits am 25. Februar herrschte wieder Frieden – und sicher auch – Freude im Ort.

Eine echte Überraschung sind für mich an diesem Tag die Single Tracks Richtung Trefasser und Tresinwen mit tollen Panoramen und einer Weite, die süchtig machen kann. Endlich!, möchte ich ausrufen, muss mich aber sehr aufs Fahren konzentrieren. Denn die Pisten sind in üblem Zustand, fast meine ich, das Zentralfederbein der BMW fluchen zu hören. Doch als plötzlich der Leuchtturm von Strumble Head am Horizont auftaucht, weiß ich, dass sich auch dieser Abstecher ins Ungewisse gelohnt hat. Wieder einmal.

Bereits 1825 gab es die ersten Pläne für dieses Leuchtfeuer, doch erst 1908 wurde er gebaut, sein Licht 1949 elektrisch und die gesamte Anlage 1980 voll automatisiert. So hell wie eine Million Haushaltskerzen leuchtet er heute bis zu 26 Seemeilen hinaus in die Weiten der Irischen See. Die Single Track zum Strumble Head endet vor einer mächtigen Mauer mit – erneut – wenig Raum zum Wenden meiner Fuhre. Egal, dies sind die Momente, in denen meine Lust auf echte walisische Single Tracks ins Unendliche wächst. Ich klappe den Seitenständer aus und setze mich auf einen Felsvorsprung mit freiem Blick auf Strumble Head. So manch Schiff sank hier in alten Zeiten, heute sind der Felsen und die Bucht ein beliebter Platz für Walbeobachtungen.

Und gleichwohl mein Tourenplan für den Nachmittag noch über zehn weitere Single Tracks mitten hinein ins Ungewisse beinhaltet, Zeit für ein wenig Reflexion muss sein. Und für all die landschaftlichen und fahrerischen Höhepunkte von Pembrokeshire, zweifellos einer der schönsten Grafschaften Großbritanniens.

REISEINFORMATIONEN

LINK Reiseinfo

Allgemeines
Wales ist neben England, Schottland und Nordirland eines der Länder des Vereinigten Königreichs Großbritanninen und Nordirland (UK). Ein Großteil seiner gut drei Millionen Einwohner lebt im Süden entlang des Bristol-Kanals und sammelt sich in und um die Städte Cardiff und Swansea. Pembrokeshire ist die westlichste Grafschaft von Wales und mit ca. 1619 km² Fläche immerhin dessen viertgrößte. Sie besitzt die steilste und zerklüftetste Küstenlinie des Königreichs, versammelt in einem Nationalpark ein Paradies für Seevögel, aber auch Wanderer und Mountainbiker. Und ein Vergnügen für den entdeckungsfreudigen Motorradfahrer, der vielerorts ganz legal zu den schönsten Küstenabschnitten vordringen kann. Auf Single Track Roads, Rollsplitt-Pisten oder auf Sand.

mehr lesen

Motorrad fahren
Der britische Linksverkehr ist gewöhnungsbedürftig, geht aber rasch in Fleisch und Blut über. Hilfreich ist, dass die Briten zwar forsche, aber auch sehr rücksichtsvolle Verkehrsteilnehmer sind. Volle Konzentration verlangen vor allem Kreisverkehre – und Briten lieben »Roundabouts«, manchmal sogar doppelt hintereinandergeschaltet. Hier kreist man im Uhrzeigersinn, muss beim Einfahren nach rechts schauen und sich im Kreis sogleich in die korrekte Abbiegespur einordnen.
Das Straßennetz des Königreiches gliedert sich in M = Motorway, A = (vergleichbar) Bundesstraßen und B-Straßen sowie »no names« und ist in recht schlechtem Zustand. Die Geschwindigkeit wird in mph (miles per hour) gemessen. 10 mph entsprechen ca. 16 km/h. Innerorts gilt meist ein Tempolimit von 30 mph (48 km/h), 50 mph (80 km/h) auf A- und B-Landstraßen, 60 mph (97 km/h) auf Autobahnen / Motorways sowie für Gespanne auf Autobahnen, 70 mph (113 km /h) auf Motorways. Aufpassen, wenn das Navi anstelle M, A oder B nur noch »Gasse« anzeigt. Dann wird’s interessant …

Klima und Reisezeit
Dank des Golfstroms sind die walisi­schen Sommer angenehm mild mit Temperaturen um die 23 Grad, die Winter mäßig kühl und an den Küsten frostfrei. Die regenarmen Monate sind April bis Juli, die beste Reisezeit für Tourenfahrer ist von Mai bis Oktober. Die Hauptreisezeiten der Briten sind Juli und August.

Anreise
Noch ist Großbritannien ganz bequem mit Personalausweis zu bereisen. Das Britische Pfund hat durch den anstehenden Brexit massiv an Wert verloren. Der Wechselkurs lag bei Redaktionsschluss auf 1 Pfung Sterling = 1,09 Euro.
Via Calais und Eurotunnel respektive der Fähre nach Dover ist Wales rasch und bequem zu erreichen. Die Ticketpreise für ein Motorrad plus zwei Personen betragen im Eurotunnel ab 106 Euro (hin und zurück), via Fähre Calais–Dover ab 72 Euro. Fahrzeit via Eurotunnel gut
35 min, mit der Fähre gut 90 min – jeweils plus Ein- und Auschecken und Kontrollen.
http://bit.ly/tf-faehren

Haltepunkte
Swansea, Tenby, Carmarthen, Haverfordwest, Fishguard, Newport und Cadi­gan lohnen einen Boxenstopp allemal, St Davids mit seiner Kathedrale ist sogar ein Pflichttermin. Die landschaftlichen Höhepunkte finden sich im Brecon-Beacons und Pembrokeshire-Coast-Nationalpark. Wer sich abseits des Mopedsattels bewegen möchte, kann dies auf vielen Küstenwanderwegen tun.

Unterkünfte
www.premierinn.com
www.nicholastonfarm.co.uk
https://silverdaleinn.co.uk
www.creampots.co.uk

Literatur / Karten
D. Kelsall: Pub Walks Pembrokeshire, Northern Eye Books
J. Manthorpe / D. McCrohan: Pembrokeshire Coast Path Wanderführer
South Pembrokshire / De Sir Benfro, M.: 1:25.000
North Pembrokshire / Gogledd Sir Benfro, M.: 1:25.000

Sonstige Infos
www.visitwales.com
www.visitpembrokeshire.com
www.breconbeacons.org
www.pembrokeshirecoast.wales
www.iamroadsmart.com

Anzeige
Anzeige

Suche im News-Archiv

News-Archiv

TOURENFAHRER-Newsletter

Mehr frische Infos und Angebote finden Sie im TOURENFAHRER-Newsletter.

Jetzt registrieren