Dschingis Khan Reiterstandbild Mongolei

Tsagaan Sar: Feier-Tage

Drei Tage feiern. Essen, trinken, die Familie besuchen und wieder Essen und wieder trinken. Das Tsagaan Sar (mongolisches Neujahrsfest) ähnelt sehr unseren Weihnachtsritualen.

Alles dreht sich um die Familie und natürlich müssen die Verwandten, die zu Besuch kommen, auch verköstigt werden.

Damit auch alle satt werden, bereitet die Dame des Hauses bis zu 2000 Buuds vor – mit Fleisch gefüllte Teigtaschen, die in Wasser gekocht werden, dazu gibt es Buttertee und Wodka. Dem Unbedarften erscheinen diese Besuche wie ein Wettlauf, denn die Familie muss »abgearbeitet« werden. Mongolische Familien sind groß, und da steht einiges an Besuchen an. Vor allem den älteren Mitgliedern gilt es seine Aufwartung zu machen.

Da zu Tsagaan Sar viel getrunken wird, ist die Polizei auf den Straßen präsent. Selbst weit draußen außerhalb von Ulaan Baatar wird kontrolliert. Null Promille ist das Maß, aber dieses Maß wird am Neujahrsfest gerne ignoriert und so muss gepustet werden. Tsagaan Sar gibt uns Zeit, denn zum mongolischen Neujahrsfest stirbt das öffentliche Leben, um nach ein paar Tagen langsam wiederbelebt zu werden. Dieser Stillstand verschafft uns ein wenig Bewegungsfreiheit. Wir machen Sightseeing. Und was bietet sich da mehr an, als eine Visite beim welthöchsten Reiterstandbild. 60 Kilometer östlich von Ulaan Baatar steht die Statue von Dschingis Kahn. Der gefürchtete Kriegsherr sitzt 40 Meter hoch zu Ross. Reiter und Pferd bestehen aus nicht weniger als 250 Tonnen Edelstahl.

Terelj National Park nahe Ulaan Baatar
4 Bilder
Terelj National Park nahe Ulaan Baatar

  Erster Ausflug in die Umgebung von Ulaan Baatar: Der Terelj Nationalpark.

Terelj, der National Park mit seinen Felsformationen, liegt gleich neben an. Terelj ist die Vergnügungslandschaft von Ulaan Baatar. An schönen Wochenenden wird dieser National Park totgeliebt. Die Einwohner der Hauptstadt pilgern in diese wunderschöne Landschaft, selbst in den Wintermonaten wird Terelj intensiv besucht. Nur eben nicht zu Tsagaan Sar, wenn die Mongolen in Familie machen, da bleibt keine Zeit für die Schönheit der Natur. 

Obwohl sich die Entfernungen in Grenzen halten, ist dieser Ausflug tagesfüllend. Die OSM-Karten in Rainers Navi offenbaren Spektakuläres. Eine Offroad-Piste quer durch die Berge zurück bis fast in die Hauptstadt. So eine schneegefüllte und vereiste Strecke raubt Zeit. Steile Anstiege und adrenalin-freisetzende Schräglagen – der Weg ist ausstaffiert mit deftigen Passagen. Für den kleinen Delica, ein in der Mongolei sehr beliebter 4x4 Mitsubishi, dennoch keine allzu große Aufgabenstellung.

Mit dem letzten Licht des Tages erreichen wir wieder Ulaan Baatar. Einige größere Supermärkte haben wieder geöffnet, wir können Einkaufen. Dies ist ein Hinweis darauf, dass sich Tsagaan Sar dem Ende nähert. Jetzt liegt nur noch das Wochenende vor uns, danach werden sich auch wieder die Büros mit dem Leben füllen, das in der Lage ist, das Gespann aus dem Zoll freizugeben.

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