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Historie Yamaha Ténéré

1986 bis 1987

Die zweite Yamaha Ténéré vom Typ 1VJ
Die zweite Yamaha Ténéré-Generation ist bildschön, sorgt aber am Ende für ein Fiasko.

Wer die Paris-Dakar aufmerksam verfolgte, konnte nicht weiter überrascht sein, als Yamaha Ende 1985 die zweite Ténéré-Generation vorstellte. Auch Typ 1VJ schien ein exaktes Abbild des französischen Werksrenners zu sein. Mit tief nach unten gezogenen Tankflanken und neben den bekannten weiß-roten Farben jetzt auch in Deutschland im dunklen Blau des Sponsors Gauloises erhältlich. Die neue Ténéré sah nicht nur unverschämt gut aus, sie war auch umfangreich überarbeitet worden, um Handling und Stabilität zu verbessern und jetzt auch einen E-Starter unterzubringen. Zudem sollten größere Vergaser und Ventile zwei zusätzliche PS aktivieren. Nur die echten Globetrotter sahen die Neuerungen mit gemischten Gefühlen: Mit 23 Litern war die Tankkapazität um sieben Liter geschrumpft, auch die leichte Alu-Schwinge war einer Stahlkonstruktion gewichen und das Gewicht um satte 14 Kilo auf 179 kg gestiegen. Das wirkliche Manko der 1VJ aber konnten auch sie noch nicht ahnen.

Im Bestreben, den Schwerpunkt abzusenken, hatten die Konstrukteure nicht nur die Tankflanken nach unten gezogen, sie hatten auch die große Batterie und das Ölreservoir der Trockensumpfschmierung ins Rahmendreieck verlegt. Der vormals dort positionierte Luftfilterkasten war nun wie bei den Rallye-Maschinen in einer Ausbuchtung des Tanks vor der Sitzbank untergebracht – nur zeigten hier die Ansaugschnorchel nach vorn, wo die heiße Abluft des Einzylinders inhaliert wurde. Das dadurch abgemagerte Gemisch bekam dem Single, der mangels Schlitzen im Schutzblech und der tiefen Tankflanken eh schon hitzegeplagt war, nicht lange: Reihenweise erlitten die Ténérés Kolbenklemmer, Kopfdichtungs- und Pleuellagerschäden.

Yamaha startete einen Rückruf, verbaute größere Vergaserdüsen, um die Innenkühlung zu verbessern, präparierte 1987 gar die Zylinder durch künstliche Alterung. Ein Fiasko: Den Gewindebuchsen der Stehbolzen bekam der Alterungsprozess nicht, die Stehbolzen rissen ab, es kam zu Totalschäden am Motor. Erst als komplett neue Zylinder mit vergrößerter Fläche und zusätzlichem Stehbolzen verbaut wurden, hatte der Spuk ein Ende. Doch der legendäre Ruf  des Wüstenschiffs war nun schon längst empfindlich beschädigt.

Die 1985er-Werlsrennmaschine der Yamaha Ténéré
Der 1985er-Werksrenner der Yamaha Ténéré wird zum optischen Vorbild für die Serie.

 

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