In einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung hatte sich ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand für eine CO2-Bepreisung von Kraftstoffen, die das Tanken teurer gemacht hätte, ausgesprochen. »Die Leute brauchen den Anreiz, um auf klimaschonende Alternativen zum Diesel und Benziner umzusteigen«, sagte der hochranginge Funktionär des Automobilclubs dem Blatt.
Mit dieser Äußerung löste Hillebrand nicht nur einen Sturm im Blätterwald aus, zahlreiche ADAC Mitglieder kündigten in der Folge ihre Mitgliedschaft. Die »Bild«-Zeitung berichtete von 60.000 Kündigungen im Januar – allerdings ist nicht öffentlich bekannt, wie hoch die durchschnittliche Zahl der Austritte pro Monat ist. Sie dürfte jedoch deutlich unter dem genannten Wert liegen, ansonsten hätte der Club nicht so drastische Konsequenzen gezogen.
Untergegangen in der Aufregung ist allerdings, was Hillebrand in dem Interview mit der NOZ auch sagte. Nämlich, dass er es befürworte, dass »die EU [sich] dabei etwas mehr Zeit lässt und Preisspitzen verhindert, um die Belastungen nicht zu stark werden zu lassen«. Doch wenn die Volksseele kocht, zählen solche Feinheiten nicht mehr.
Foto: Rainer Pregla | ADAC Schleswig-Holstein e.V.
