Nicht nur das Finish und die Verarbeitung begeistern, auch technisch ist die Trident 800 auf Höhe der Zeit. Es gibt die drei Fahrmodi Rain, Road und Sport, die auch die Einstellungen der schräglagensensiblen Elektronik für ABS und Traktionskontrolle entsprechend verändern, also zwischen „Oma passt auf“ und „Ich will Spaß“.
Serienmäßig ist ebenfalls ein Tempomat und der exakt arbeitende Schaltautomat. Prinzipiell ist die Trident 800 sehr kurz übersetzt, da ist so ein Quickshifter doppelt nützlich. Sehr lobenswert zudem, dass Triumph trotz des mit spitzem Bleistift kalkulierten Preises ab Werk keine günstigen Second-Line-Reifen aufzieht, sondern mit dem Michelin Road 6 auf einen topaktuellen Premiumreifen setzt. Der harmoniert im Trockenen hervorragend mit dem Motorrad, das auch in engen Kehren kein bisschen kippelig wirkt und gleichzeitig bei schnellen bis sehr schnellen Kurven seelenruhige Stabilität mitbringt.
Besonders lohnt der neue Michelin natürlich unter schwierigen Bedingungen: Bei unserem sehr zügigen Regenritt zurück zum Hotel konnten wir fast unser Tempo im Trockenen halten. Da gibt der Road 6 ein wirklich hohes Sicherheitsgefühl, es gab quasi kein Rutschen trotz Kübelregen und teils übler Piste.
Federleichte Richtungswechsel und der enorm druckvolle Triple machen die Trident 800 zu einem sehr gut zugänglichen Beste-Laune-Motorrad. Dabei ist sie auch in engstem Geläuf keineswegs kippelig und läuft auch bei hohem Speed enorm stabil – viel besser kann man einen Mittelklasse-Roadster nicht abstimmen. Dass die Bremsen auch deutlichen Speedüberschuss souverän wieder einfangen, muss man da kaum noch erwähnen.
Nur das sehr kurze Heck hat zwei Nachteile. Erstens schwappt bei der Rückfahrt im strömenden Regen das Wasser von hinten bis in den Nacken. Aber das haben tatsächlich alle Designs dieser Art. Ebenso wie den zweiten Pferdefuß, dass sich Gepäck am Heck fast nicht verzurren lässt.
Zwar bietet Triumph im Werkszubehör eine Hecktasche und einen Tankrucksack genau wie die auf unserer Runde höchst willkommenen Heizgriffe an, aber für zwei Wochen in den Alpen ist das dann doch eher mager. Was schade ist, denn das Spaßpotenzial des Roadsters wäre auch bei einem längeren Urlaub enorm. Was nun wieder die Tiger Sport 800 ins Spiel bringt, die als Sporttourer im Triumph-Programm diese Lücke schließt.
Aber die gibt es nicht zu diesem Kampfpreis: Triumph bietet die Trident 800 für 9695 Euro an – inklusive vierjähriger Garantie und 16000er Wartungsintervalle. Das bringt die Mitbewerber angesichts der sehr hohen Qualität des Motorrads sicherlich ins Grübeln. Da freuen wir uns schon auf den Vergleich gegen die Platzhirsche Z900 und MT-09.
Technische Daten KTM 1390 Super Adventure S Evo
| Fertigungsland | Thailand |
| Motor | Dreizylinder-Reihe, flüssigkeitsgekühlt, vier Ventile/Zyl., Sechsganggetriebe, E-Starter, Kette |
| Hubraum | 798 cm3 |
| Leistung | 85 kW (115 PS) bei 10750 min-1 |
| Drehmoment | 84 Nm bei 8500 min-1 |
| Fahrwerk/Einstellmöglichkeiten | Stahlrohr-Brückenrahmen, Heck geschraubt, 41-mm-USD-Telegabel, Druckstufe- und Zugstufe einstellbar; h. LM-Zweiarmschwinge, angelenktes Federbein, Vorspannung und Zugstufe einstellbar |
| Federwege | 120/130 mm |
| Reifen v/h | 120/70 R 17/ 180/55 R 17 |
| Bremse v/h | 310-mm-Doppelscheibe mit radialen Vierkolben-Festsätteln / 220-mm-Scheibe mit Einkolben-Schwimmsattel |
| Assistenzsysteme | Kurven-ABS & -TC, Quickshifter, drei Fahrmodi, Tempomat |
| Konnektivität | Bluetooth über My-Triumph-App |
| Sitzhöhe | 8105 mm |
| Standgeräusch | 91 dB(A) |
| Tankinhalt | 14 l |
| WMTC-Verbrauch | 4,7 l/100 km |
| Leergewicht | 198 kg |
| Preis | 9695 Euro zzgl. NK |
