Nachfrage nach individueller Mobilität
Hunderte Millionen Menschen in den Entwicklungs- und Schwellenländern haben das Bedürfnis nach individueller Mobilität. Der erste Schritt dahin kann ein bezahlbares Motorrad sein. Denn ähnlich wie im Nachkriegsdeutschland dient das motorisierte Zweirad in weiten Teilen der Welt nicht der Freizeitgestaltung, sondern als elementares Fortbewegungsmittel.
In den sich entwickelnden Volkswirtschaften des globalen Südens kann die Möglichkeit, sich autonom von A nach B bewegen zu können, über wirtschaftlichen Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Dementsprechend groß ist die Nachfrage nach einfachen Motorrädern. Parallel zur ökonomischen Entwicklung wachsen jedoch vor allem in den Großstädten der Schwellenländer die Umweltprobleme. Luftverschmutzung, nicht zuletzt verursacht durch die Abgase unzähliger Zweitakter, wird zum ernsthaften Gesundheitsrisiko.
Emissionen werden zum Problem
Lokal emissionsfreie Antriebe für die in zahlreichen Ländern Asiens und Afrikas dramatisch wachsende Flotte privater Fahrzeuge sind daher das Gebot der Stunde. Nicht ohne Grund hat sich in Afrika bereits eine eigene Elektromotorradindustrie herausgebildet. Teils mit ausländischer Unterstützung, nicht selten jedoch als Start-up junger Afrikaner wie Spiro oder Zembo gegründet, produzieren diese agilen Unternehmen Fahrzeuge, die exakt auf die Bedürfnisse der Einheimischen zugeschnitten sind: Billig in der Anschaffung, einfach zu warten und günstig im Betrieb. Günstiger Strom steht in vielen Staaten, gerade in Ostafrika, dank der intensiven Bemühungen der Regierungen um eine rasche Elektrifizierung ihrer Länder vielerorts bereits zur Verfügung.
