Der indische Konzern Bajaj Auto ist inzwischen maßgeblicher Eigentümer von KTM und prägt den strategischen Neuanfang des Unternehmens. Im Rahmen eines umfassenden Kostensenkungsprogramms nach dem Insolvenzverfahren fallen am Stammsitz Mattighofen nun etwa 500 Stellen weg. Betroffen sind nach Unternehmensangaben vor allem Angestellte sowie die mittlere Managementebene.
Zum Jahresende 2025 beschäftigte die KTM AG noch 3.794 Mitarbeiter, nach 5.310 ein Jahr zuvor. Ziel des sogenannten »Rightsizing«-Programms ist es, Fixkosten zu senken, Strukturen zu vereinfachen, das Produkt- und Projektportfolio zu fokussieren sowie das internationale Standort- und Managementnetzwerk zu optimieren. Beobachter werten dies auch als Hinweis auf eine mögliche weitere Verlagerung von Produktionskapazitäten ins Ausland und eine Streichung weniger profitabler Modellreihen.
Bereits im vergangenen Jahr hatte sich KTM von mehreren Geschäftsbereichen getrennt, darunter der Verkauf von MV Agusta, der Ausstieg aus dem Sportwagenprojekt X-Bow und die Beendigung des europäischen Vertriebsabkommens mit CFMoto. Vom Fahrradgeschäft hat sich KTM vollständig verabschiedet.
Finanziell zeigt sich ein gemischtes Bild: Für 2025 rechnet die Bajaj Mobility AG mit einem Umsatz von gut einer Milliarde Euro, rund 46 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Motorradabsatz sank um 28 Prozent auf 209.704 Einheiten, legte jedoch im zweiten Halbjahr gegenüber den ersten sechs Monaten um 60 Prozent zu. Die Lagerbestände wurden um mehr als 100.000 Motorräder reduziert.
Das Unternehmen sieht in der Restrukturierung die Grundlage für eine wirtschaftliche Stabilisierung ab 2026. Vorläufige Geschäftszahlen sollen Ende Januar veröffentlicht werden.
