Unter der Regie Private-Equity-Gesellschaft Carolwood LP aus Los Angeles wird Indian Motorcycle künftig als eigenständiges Unternehmen geführt und ist organisatorisch und strategisch vollständig vom bisherigen Mutterkonzern Polaris getrennt. Der TF berichtete. Polaris bleibt Minderheitsgesellschafter, will sich aber künftig auf das margenstärkere Geschäft mit Schneemobilen und Quads konzentrieren.
Langfristiges Engagement geplant
Zum neuen Chief Executive Officer von Indian Motorcycle wurde Mike Kennedy ernannt, ein Manager mit langjähriger Erfahrung in der Motorradindustrie mit Stationen bei Harley-Davidson und Vance & Hines. Kennedy übernimmt die Führung in einem symbolträchtigen Jahr: 2026 begeht Indian Motorcycle sein 125-jähriges Bestehen.
Der Eigentümerwechsel fällt in eine Phase, in der die Marke zuletzt Marktanteile ausbauen und ihre Modellpalette insbesondere im schweren Cruiser- und Touring-Segment erneuern konnte.
Nach Angaben des Unternehmens verfolgt Carolwood eine langfristige Startegie. Investitionen sollen sich auf die Weiterentwicklung der eingesetzten Technologien sowie die Verbesserung der Produktqualität konzentrieren. Konkrete Aussagen zu neuen Modellen oder Plattformen machte das Unternehmen bislang nicht.
Stärker auf den Handel hören
Ein zentraler Bestandteil der neuen Unternehmensstruktur bleibt das bestehende Händlernetz. Indian Motorcycle kündigte an, die Zusammenarbeit mit den Vertriebspartnern auszubauen und Entscheidungsprozesse stärker an deren Rückmeldungen auszurichten. Dies betreffe sowohl den operativen Handel als auch Produktplanung und Marktentwicklung.
Standorte bleiben erhalten – bis auf Osceola
Im Zuge der Übernahme wechseln rund 900 Beschäftigte in das neue Unternehmen. Die Produktionsstandorte in Spirit Lake (Iowa) und Monticello (Minnesota) bleiben erhalten. Forschung und Entwicklung sowie Designaktivitäten werden weiterhin in Burgdorf (Schweiz) sowie in Wyoming (Minnesota) angesiedelt sein.
Das Werk in Osceola (Wisconsin) hingegen soll bis zum Jahresende schließen. In der Fabrik wurden bislang Motorradmotoren sowie Antriebseinheiten und Komponenten für Offroad-Fahrzeuge und Schneemobile gefertigt. Nach der Trennung von Polaris ist eine Auslastung der Kapazitäten nicht mehr gegeben. Rund 200 Mitarbeiter werden ihren Arbeitsplatz verlieren.
Vertrieb, Service und Ersatzteilversorgung sollen durch den Eigentümerwechsel nicht beeinträchtigt sein und ohne Unterbrechung fortgeführt werden.
Fokus auf »Made in USA«
Kennedy betonte die Bedeutung der Fertigung in den USA für die Positionierung der Marke. Diese sei kein reines Marketingargument, sondern Teil der industriellen und wirtschaftlichen Strategie. Mit der neuen Eigentümerstruktur will sich Indian Motorcycle klarer als unabhängiger Hersteller mit starkem nationalem Ursprung positionieren – in einem global weiterhin umkämpften Markt.
