Unter dem Namen »WP Braking Systems« will der österreichische Fahrwerksspezialist künftig auch Bremsanlagen für Motorräder anbieten. Ein Schwerpunkt liegt auf Komponenten für das Schwesterunternehmen KTM, das WP bereits seit Jahren mit Suspension-Parts beliefert.
Werk mit hoher Fertigungstiefe
Die Entwicklung der Bremsanlagen erfolgt in einem neu aufgebauten Bereich mit einem Team aus 11 Ingenieuren und Technikern. Gefertigt wird in einem 6.000 Quadratmeter großen Werk, das eine hohe Fertigungstiefe von der Extrusion über Zerspanung, Oberflächenbehandlung und Montage bis zur Schlauchfertigung abbildet. Die geplante Jahreskapazität liegt bei rund 300.000 kompletten Bremssystemen sowie 1,5 Millionen Bremsleitungen.
Komplette Bremsanlage aus einer Hand
Technisch setzt WP auf eine gewichts- und wärmeoptimierte Konstruktion. Ziel ist es, eine hohe Standfestigkeit bei geringem Gewicht der Bremskomponenten zu erzielen.
Zu den neuen Komponenten zählt ein radialer Hauptbremszylinder, der laut WP Technologien aus dem Rennsport in kleinere Fahrzeugklassen bringen soll. Für die Vorderachse wurde ein radial verschraubter Vierkolben-Festsattel entwickelt. Mit einem Gewicht von 740 Gramm zählt er zu den leichteren Modellen seiner Klasse. Die Konstruktion mit zentralem Steg soll hohe Steifigkeit bei kompakter Bauweise ermöglichen. Durch die geringe Baubreite ist der Sattel auch mit Speichenrädern kompatibel. Zum Einsatz kommen Aluminium-Druckgussgehäuse, hartanodisierte Kolben, EPDM-Dichtungen sowie wahlweise gesinterte oder organische Beläge. Ergänzt wird er durch einen schwimmend gelagerten Bremssattel mit offenem Steg zur besseren Kühlung fürs Hinterrad.
Serienmäßig sollen alle WP-Bremsanlagen mit in-house-gefertigten stahlummantelte PTFE-Bremsleitungen, die für Betriebsdrücke bis 40 bar ausgelegt sind, ausgestattet werden. Neben einem definierten Druckpunkt sollen sie die Reaktionsgeschwindigkeit und Dosierbarkeit verbessern.
