Yamaha arbeitet an einer technisch vereinfachten und kostengünstigeren Ausführung seines automatisierten Schaltgetriebes Y-AMT (Yamaha Automated Manual Transmission). Das geht aus kürzlich veröffentlichten Patentanmeldungen hervor. Die Konstruktion soll mit weniger beweglichen Teilen auskommen und dadurch günstiger zu produzieren sein. Gleichzeitig könnte das System in weiteren Modellreihen zum Einsatz kommen.
Breites Spektrum alternativer Getriebekonzepte
Y-AMT wurde 2025 vorgestellt und reiht sich ein in ein immer breiter werdendes Spektrum alternativer Getriebekonzepte, wie sie auch von Herstellern wie BMW Motorrad, Honda oder KTM angeboten werden. Anders als ein Automatikgetriebe – etwa das Doppelkupplungsgetriebe DCT von Honda – basiert Y-AMT auf einem konventionellen Schaltgetriebe, bei dem lediglich die Kupplungs- und Schaltvorgänge automatisiert ablaufen. Damit ähnelt das System dem automatisierten Schaltassistenten (ASA) von BMW Motorrad.
Ein Aktuator muss künftig reichen
In der aktuellen Ausführung von Y-AMT übernimmt je ein elektrischer Aktuator die Betätigung von Kupplung respektive Schaltwalze. Laut den Patenten will Yamaha das System jedoch insofern vereinfachen, als dass einer der beiden Aktuatoren entfällt. Der verbleibende Stellmotor soll also künftig beide Aufgaben übernehmen.
Die Fliehkraftkupplung kommt
So einfach scheint das aber nicht zu sein, weshalb die Ingenieure eine Fliehkraftkupplung verbauen. Diese trennt den Kraftschluss automatisch beim Anhalten und kuppelt ab einer bestimmten Motordrehzahl wieder ein. Das Motorrad kann somit ohne Kupplungsbetätigung anfahren und anhalten, ohne abzuwürgen. Damit würde das neue System einen weiteren Schritt in Richtung Automatikgetriebe machen.
Modulares System mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten
Wie beim bisherigen System ist die gesamte Einheit außerhalb des eigentlichen Getriebes angeordnet. Das erleichtert die Integration in bestehende Plattformen und reduziert den Fertigungsaufwand. Durch die kompaktere Bauweise und die geringere Zahl an Bauteilen dürfte das System zudem leichter in kleineren Modellen unterzubringen sein.
Yamaha äußert sich bislang nicht zu einem möglichen Serieneinsatz oder zu konkreten Modellen. Die Patente deuten jedoch darauf hin, dass der Hersteller mittelfristig eine breitere Y-AMT-Palette anstrebt – möglicherweise auch in niedrigeren Hubraumklassen.
