Auch unterm Hallendach erfolgreich
Foto: Thorsten Horn

Britische Gewohnheit

Auch unterm Hallendach erfolgreich

Billy Bolt heißt auch in diesem Jahr der Sieger des SuperEnduro Riesa. Traditionell am ersten Samstag im neuen Jahr gewann der Brite beim zweiten Saisonlauf der SuperEnduro-WM nun schon zum sechsten Mal in der Sportstadt an der Elbe die Top-Klasse Prestige. In der Junior-Kategorie gab es in der in der seit Wochen ausverkauften WT Energiesysteme Arena einen vielumjubelten Heimsieg durch den Norddeutschen Milan Schmüser.

Riesa. Bereits nach der feierlichen Eröffnungszeremonie setzte in der Prestige-Klasse wie gewohnt Billy Bolt das erste Ausrufezeichen. Beim SuperPole-Einzelzeitfahren drehte der 28-jährige Brite die schnellste Runde und sicherte sich damit die ersten drei Punkte für die Tageswertung. Im ersten Heat behielt er nach zwei Führungswechseln mit seinem Landsmann Jonny Walker letztendlich die Oberhand und setzte sich in den Rennen zwei und drei souverän durch. Nach seinem mittlerweile 28. Grand-Prix-Sieg in Folge (seit Januar 2020) meinte der fünffache Rekord-Weltmeister (zusammen mit dem Polen Taddy Blazusiak): „Ich bin heute mit meinem Fahren wieder sehr zufrieden. Es war nicht einfach auf dieser schwierigen Strecke und auch ich habe ein paar Fehler gemacht. Aber insgesamt bin ich wirklich glücklich mit diesem Sieg.“

Zum frenetischen Publikum befragt, meinte der Husqvarna-Pilot: „Riesa hat uns Fahrer noch nie enttäuscht. Das ist nicht die größte Arena, aber die Leidenschaft und die Energie, die von den Fans ausgeht, ist eine der besten die wir haben.“

Mit den Heat-Plätzen zwei, zwei und fünf landete Jonny Walker auf Gesamtrang zwei. Zwar war der Triumph-Treiber damit nicht restlos zufrieden, allerdings auch froh, wieder auf dem Podest gestanden zu haben. Im dritten Heat hatte er sich offenbar leicht verletzt, sodass er sich anschließend vorsorglich medizinisch untersuchen ließ.

Mindestens genauso viel Jubel erhielt Josep Garcia. Der Spanier ist zweifacher EnduroGP-Weltmeister und zusammen mit fünf Klassen-Titeln insgesamt siebenfacher Champion, was ihn nun offenbar bestärkt hatte, sich auch mal beim SuperEnduro zu versuchen. Bei seinem Debüt vor drei Wochen in Polen ließ er mit Rang sechs bereits aufhorchen. Inklusive eines blitzsauberen zweiten Platzes hinter Billy Bolt im finalen Heat stand der KTM-Factory-Rider nun bereits als Dritter auf dem Tagespodest. In der Top-Kategorie waren mit dem Bayern Manuel Lettenbichler und Tim Apolle aus Sachsen-Anhalt auch zwei Deutsche mit von der Partie. Der Hard-Enduro-Weltmeister der letzten vier Jahre wurde bei seinem SuperEnduro-Comeback nach zweijähriger Abstinenz guter Sechster.

Eine Steigerung zeigte auch Tim Apolle mit Tagesrang neun: „Das war eine richtig geile Veranstaltung mit einer geilen Stimmung.“

In der Junior-Kategorie stand Milan Schmüser schon mehrfach in Riesa auf dem Podest, aber noch nie ganz oben. Nach seinem Auftaktsieg legte der 22-Jährige aus Schleswig-Holstein gleich nach und holte sich vor heimischem Publikum den nächsten Tagessieg. Wenngleich es auf Grund der siebenteiligen WM-Serie noch reichlich früh ist, liegt er damit auf Titel-Kurs.

Mit Henry Strauss aus Niedersachsen auf Platz drei hinter dem Briten Toby Shaw gab es sogar ein zweiten deutschen Podeststürmer. Qualifiziert hatten sich für die Wertungsläufe auch Fynn Hannemann aus Hessen, Maximilian Spies aus dem nur wenige Kilometer von Riesa entfernten Ortrand im Süden Brandenburgs sowie Felix Bähker aus Baden-Württemberg. Sie belegten die Plätze zehn, elf und 13.

Nach seinem zweiten Auftritt in Riesa meinte der reguläre Motocrosser und von der Eventmanufaktur Auerswald als Veranstalter des SuperEnduro Riesa unterstützte Maximilian Spies: „Ich bin mit viel Motivation ins Rennen gegangen, vielleicht war es ein bisschen zu viel. Es war trotzdem wieder cool, vor heimischer Kulisse zu fahren. Ich hoffe, den Fans hat es gefallen zuzuschauen. Ich werde daran arbeiten und sage schon mal: bis nächstes Jahr.“

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Thorsten Horn

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