Verschiedene Verkäufer waren schon am Vorabend anwesend, um einen guten Platz zu ergattern. Doch auch so waren auf dem großen Wiesengelände nahe dem Festzelt alle Stände gut besucht.
Es war wieder so (schön), wie alle Jahre: Viele Besucher, ausgerüstet mit Rucksack oder Tragetasche, pendelten die Reihen der Verkaufsstände hoch und runter, immer auf der Suche nach einem seltenen Ersatzteil. Das eine oder andere Wort in „Schwyzer Dütsch“ oder elsäßischem Alemannisch, Verkäufer auch aus dem Elsaß und der Schweiz. Bekannte Oldtimerfreunde kamen entgegen, ein kurzer Plausch, ein kurzes Hallo. „Salli, häsch scho was gfunde?“, so oder ähnlich, keine Seltenheit.
Das Angebot selbst wieder „quer durch den Gemüsegarten“, von der alten Wachsjacke bis zum Zündapp „Bergsteiger-Moped“. Komplette Motorräder, Fragmente (eigentlich für den Schrotthändler), Literatur, Reparaturanleitungen, Werkzeuge, und, und, und. Deutsche Marken der Nachkriegszeit dominierten wieder einmal das Angebot. „Schwarzware“, wie mein Freund Ekkehard immer sagt, in Anlehnung an die damalige obligatorische schwarze Lackierung. Dazu 50er aus den 70er-/80er-Jahren, Hercules, Zündapp, Kreidler, Puch. Komplett oder in Teilen. „Ein Sachs-Motor zum Mitnehmen gefällig?“. Dazwischen wenige Exoten: Eine MV Agusta 350 Scrambler war ein vielbestaunter Magnet, eine schöne Laverda 750 SF 1 im Festzelt neben einer BMW R 90 S oder eine schön aufgebaute Norton. „Das wärs noch“, mag der eine oder andere Besucher gedacht haben. Doch ob es zu einem Kauf kam, ist nicht bekannt.
Na dann vielleicht eine Reparaturanleitung für BSA-Twins? Wechselte für kleines Geld den Besitzer. Zahlreiche Anbieter mit großen und kleinen Ersatzteilen, Unterbrecherkontakten, Zündkerzen oder Schrauben. Manches Fragment eher für den Schrotthändler, oder doch nicht? „Zu schade zum Wegschmeißen.“ Das ist eben immer Ansichtssache. Das alte Teil muss nur einen neuen Liebhaber finden.
In vielen Kisten und Schachteln wurde „gekrustelt“. Kleine Mitbringsel (ein altes MOTORRAD-Heft von 1971) oder was Größeres zum Schleppen (zwei Auffahrrampen für Auto-Reparatur), nicht gesucht, aber doch gefunden. Egal, jeder hatte seine Freude oder gar sein Glück gemacht. Na dann passt es ja. Das große Festzelt auch wieder komplett gefüllt. Teile-Suchen macht hungrig. Die vielen Helfer des MSRT (Motorsport Racing-Team) Freiamt ließen es laufen, professionell wie jedes Jahr. Großes Kompliment. Oldtimermarkt Freiamt: gerne wieder!