Parken zwischen Exponaten
Foto: Jochen Bangert

Zwischen Booten, unter Flügeln

Parken zwischen Exponaten

Sinsheim. Keine Spur von Indian Summer, doch wer sich durch die Wettervorhersage von einem Besuch des traditionellen Motorrad-Wochenendes rund um das Technik-Museum abschrecken hatte lassen, versäumte Anfang Oktober was. Wer die warme Funktionsunterwäsche ausgepackt und vorsichtshalber den Regenkombi mitnahm, konnte sich ganz dem besonderen Flair dieser Veranstaltung hingeben.

Ein kostenloser Parkplatz fürs Bike, stilecht unterm U-Boot oder Flugzeugflügeln, sowie freier Eintritt aufs Gelände, hoben da bereits beim Eintreffen die Stimmung. Die Anzahl der ausgestellten Exponate war gegenüber den Vorjahren vielleicht etwas geringer, was aber der Qualität und vor allem der Bandbreite derselben keinen Abbruch tat. Wann bekommt der Moped-Fan schon mal in Reih und Glied drei Kreidler Florett im charakteristischen Orangeton aus dem Baujahr 1972 zu sehen? Vielleicht kennt der Fachmann die Maschinen der Firma Hecker, aber wann hat er die Möglichkeit gleich zwei davon – einmal perfekt restauriert und einmal mit viel Patina – mit der Kamera auf die Speicherplatte zu bannen? Die Showbühne war auch wieder aufgebaut und wer sich vor ihr eingefunden hatte, erhielt von den Besitzern und Moderator Andy Schwietzer viele Informationen, so zum Beispiel wie intensiv sich der Ankauf und Import einer Honda SL 175 aus den USA gestaltet. Das auch Motorräder, die bald schon 100 Jahre auf dem Rahmen haben, immer noch gerne bewegt werden, versicherte der Besitzer einer ganz seltenen Esch Record. Die in Köln hergestellte Maschine mit einem englischen 500ccm J.A.P.-Motor, soll dabei sogar noch für jede Menge Fahrspaß sorgen. Da ging so mancher sogar in die Knie, um sich in die Details dieser absoluten Rarität zu vertiefen.

Kurze Regenschauer ließen sich in der hölzernen Steilwand bei den Vorführungen der Daredevils locker überbrücken. Die holländische Stunt-Truppe war schon oft vor Ort, an Attraktivität haben sie auf jeden Fall nichts verloren. Bei den nahezu stündlichen Vorführungen herrschte die Treppe hoch und auch oben im Rondell dichtes Gedränge. Wem die Vorführungen gefielen, brachte seinen Respekt nicht nur durch Klatschen, sondern mit heftigem Klopfen auf die Bretter zum Ausdruck. Auch die akrobatischen Formationen der bayrischen Vespa-Oldtimer-Freunde wurden mit viel Beifall bedacht. Schon erstaunlich wie viele Personen auf drei der betagten Roller passen oder wie man in voller Fahrt einen Wechsel des Fahrers vornehmen kann. Die bunte Mischung von motorisierten Zweirädern aller Epochen und Klassen haben das einstige Oldtimertreffen längst zu einer Veranstaltung reifen lassen, bei dem sich alle wohlfühlen.

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Jochen Bangert

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