93 Prozent der Motorradfahrer lehnen Verbrennerverbot ab

FEMA-Umfrage

93 Prozent der Motorradfahrer lehnen Verbrennerverbot ab

Fast 24.000 Motorradfahrer nahmen an der Umfrage der FEMA zu einem Verbot von Verbrennungsmotoren teil. Mit einer überwältigenden Mehrheit von mehr als 90 Prozent sprachen sich die Biker gegen entsprechende Bestrebungen aus.

Im Juli und August 2021 führte die FEMA, Lobbygruppe für die europäischen Motorradfahrer in Brüssel, eine Umfrage zu einem möglichen Verbrennerverbot durch. An der in 12 Sprachen online bereitgestellten Befragung nahmen 23.768 Personen (1.188 Frauen und 22.580 Männer) teil.

Auf die zentrale Frage »Was halten Sie von einem möglichen Verbot des Verkaufs neuer benzinbetriebener Motorräder?« lehnten 92,91 Prozent der antwortenden Motorradfahrer ein solches Verbot ab. Es gibt zwar Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern, aber die Ablehnungsquote für ein mögliches Verbot liegt in keinem europäischen Land unter 80 Prozent.

Mehrheit würde neues Motorrad mit sauberem Verbrenner kaufen

Im Vergleich zu der von der FEMA im Jahr 2016 durchgeführten Umfrage gibt es eine größere Gruppe von Motorradfahrern, die bereit wären, ein neueres Motorrad zu kaufen, wenn ältere Motorräder (Baujahr vor 2006) für die Stadt verboten würden (55,46 % im Jahr 2021 gegenüber 44 % im Jahr 2016). Solche Verbote gibt es de facto bereits seit Einführung der Umweltplakette in zahlreichen französischen Städten

 Ausgewählte Daten aus der FEMA-Studie: Klares Votum gegen ein Verbot von Motorrädern mit Verbrennungsmotor, wenig Begeisterung für alternative Antriebe

Mobilitätsverlagerung in den Städten droht

Über 44 Prozent der Befragten würden im Falle eines solchen Verbots den Umstieg auf ein anderes Verkehrsmittel in Betracht ziehen, was in einigen Städten zu einer erheblichen Mobilitätsverlagerung führen könnte. Dies könnte ein noch größeres Problem darstellen, wenn die Stadtbehörden beschlössen, Fahrzeugen mit fossilen Brennstoffen komplett die Einfahrt in die Stadt zu verbieten, denn in diesem Fall würden über 76 Prozent der Befragten ihr Verkehrsmittel wechseln, anstatt auf ein »emissionsfreies« Motorrad (Elektro-/Brennstoffzelle) umzusteigen. Dies könnte drastische Auswirkungen auf den städtischen Mobilitätsmix haben.

Keine Bereitschaft, für E-Mobilität mehr zu zahlen

Eine große Mehrheit (88,75 %) derjenigen, die bereit wären, im Falle eines Fahrverbots für Fahrzeuge mit fossilen Brennstoffen auf ein »emissionsfreies« Motorrad umzusteigen, ist nicht bereit, für ein solches Motorrad mehr zu bezahlen als für ein Motorrad mit einem Verbrennungsmotor, der mit fossilen Brennstoffen betrieben wird.

Über die Hälfte würde Motorradfahren aufgeben

Auf die Frage, was sie tun würden, wenn der Verkauf neuer benzinbetriebener Motorräder verboten würde, antwortete eine Mehrheit von 53,38 Prozent, dass sie aufhören würden zu fahren, wenn sie kein neues benzinbetriebenes Motorrad mehr kaufen könnten. 38,96 Prozent der Befragten würden ein »emissionsfreies« Motorrad kaufen, wenn es keine neuen oder gebrauchten Motorräder mit Benzinmotor mehr gäbe. Nur 7,67 Prozent würden bereits ein »emissionsfreies« Motorrad kaufen, wenn es noch benzinbetriebene Motorräder gibt.

Die detaillierte Auswertung der Befragung gibt auf der Website der FEMA.

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Artikelbild © Can Stock Photo / Palto, Grafik: TF

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