App ID Wallet für digitalen Führerschein gestoppt

Gravierende Mängel

App für digitalen Führerschein gestoppt

Die App ID Wallet, Voraussetzung für den digitalen Führerschein, ist wegen technischer Mängel aus den App-Stores geflogen. Die Erklärungsversuche der Politik wirken hilflos.

Erst vor einer guten Woche vorgestellt, ist die Zukunft des digitalen Führerscheins wieder offen. Grund sind offenbar erhebliche Mängel an der App ID Wallet, die als Voraussetzung für das elektronische Dokument benötigt wird. Die Anwendung ist in den App-Stores bis auf weiteres nicht verfügbar.

Von zahlreichen Nutzern wurden Fehlfunktionen bis hin zur völligen Dysfunktionalität (wie in unserem Test mit einem iPhone SE) gemeldet. Hinzukommen offenbar gravierende Sicherheitsmängel. Schlechte Voraussetzungen für eine Anwendung, in der sensible Dokumente hinterlegt werden sollen.

Unklar ist, warum ID Wallet von der völlig unbekannten Firma Digital Enabling GmbH entwickelt wurde und nicht wie die – auch nicht gerade ruhmreich gestartete Corona-Warn-App – unter Federführung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik.

Auf die teils heftige Kritik in den sozialen Netzwerken reagierte Tobias Plate, Leiter des Referats Digitaler Staat im Bundeskanzleramt, mit einem Tweet, in dem er den Ansatz, eine nicht zu Ende entwickelte Applikation zu veröffentlichen, rechtfertigte. Man setze auf das Prinzip »Fail Fast, Fail Often« und verfolge den Ansatz der agilen Software-Entwicklung.

Der Begriff »agile Entwicklung« steht für das Prinzip, Software bereits in einem frühen Entwicklungsstadium bereitzustellen, das Produkt dann sukzessive zu verbessern und weiterzuentwickeln. Was Herr Plate aber offenbar nicht weiß: Auch in agilen Prozessen wird nur funktionsfähige Software veröffentlicht.

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