DESMORI-Motorradfahrsimulator am WIVW

Unfallprävention

CMC will Reaktionszeit von Motorradfahrern ermitteln

Um den idealen Warnzeitpunkt für Assistenzsysteme zu finden, will das Connected Motorcycle Consortium (CMC) die Reaktionszeit von Motorradfahrern ermitteln. Hierzu dient ein Simulator mit extra realistischen Bedingungen.

Das Connected Motorcycle Consortium (CMC) ist ein Zusammenschluss von Motorradherstellern sowie Forschungseinrichtungen, der sich zum Ziel gesetzt hat, motorisierte Zweiräder in einem vernetzten Umfeld sicherer zu machen.

Um dieses Ziel zu erreichen, wird auch an Assistenzsystemen geforscht, die nicht direkt eingreifen (wie etwa ein ABS), sondern den Fahrer über eine Gefahrensituation informieren. Damit dieses Kommunikation zwischen Motorrad und Mensch zu einem Zeitpunkt stattfinden kann, zu dem der Fahrer angemessene Maßnahmen ergreifen kann, muss der Warnzeitpunkt optimal terminiert sein.

Zahlreiche Faktoren wie etwa die Ergonomie des Fahrzeugs oder die Arbeitsbelastung des Fahrers durch Umgebungseinflüsse beeinflussen die Reaktionszeit. Um diese Auswirkungen zu untersuchen hat das CMC am Würzburger Institut für Verkehrswissenschaften GmbH (WIVW) mit intensiven Studien begonnen. Zum Einsatz kommt hierfür ein fortschrittlicher Fahrsimulator. Der dynamische DESMORI-Motorradfahrsimulator am WIVW ist mit einem Mockup ausgestattet, das auf einer hydraulischen Plattform mit sechs Freiheitsgraden für vestibuläres Feedback (vestibuläres System = Gleichgewichtsorgan) montiert ist. Die Attrappe ermöglicht dem Fahrer die Interaktion mit völlig realistischen Bedienelementen wie z. B. Lenker, Bremshebel/-pedal, Kupplung, Schalthebel usw.

In den Helm integrierte Kopfhörer oder an den Helmen befestigte Shaker werden für das auditive Feedback verwendet. Der Fahrer lenkt das Motorrad durch eine Kombination aus Lenkmoment (mit Drehmomentrückmeldung bis zu 80 Nm) und induziertem Rollmoment durch Gewichtsverlagerung.

Der zylindrische Bildschirm ermöglicht ein horizontales Sichtfeld von 220 Grad. Das Kombiinstrument – wie auch die Rückspiegel – ist ein TFT-Bildschirm, der es ermöglicht, flexibel verschiedene Arten von visuellen Warnungen zu geben.

Der Simulator ist gefüttert mit Szenarien, die unfallträchtigen Situationen entsprechen. Diese Szenarien wurden zuvor von Unfallforschern in sicheren und kontrollierten Umgebungen mit echten Motorrädern erarbeitet.

In diesem Versuchsaufbau sollen mit unterschiedlichen Probanden empirisch die exakten Warnzeitpunkte für Alarmmeldungen gefunden werden.

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