Kevin Benavides: Sieg bei Rally Dakar 2021

One-Two für Honda

Kevin Benavides gewinnt Rally Dakar 2021

Mit einem One-Two-Sieg beendet Honda die Dakar 2021: Rang eins für Kevin Benavides, Rang zwei für Titelverteidiger Ricky Brabec. Sam Sunderland sichert den dritten Platz für KTM. Mit dem Franzosen Pierre Cherpin gibt es leider auch wieder einen toten Motorradfahrer zu beklagen.

Es war noch alles offen vor der 12. und letzten Etappe der 43. Rally Dakar. Kevin Benavides (Honda) führte das Rennen mit einem hauchdünnen Vorsprung von vier Minuten auf Sam Sunderland an. Mit weiteren drei Minuten Rückstand folgte Titelverteidiger Ricky Brabec auf der dritten Position. Nach dem Crash-bedingten Ausscheiden von Toby Price im zweiten Teil der Marathonetappe ruhten alle Hoffnungen von KTM auf Sunderland. Der ebenfalls für das offizielle Werksteam Red Bull KTM Rally Factory Team startende Rookie Daniel Sanders rangierte nach elf Etappen zwar an vierter Position, hatte mit einem Rückstand von 33 Minuten aber nur noch theoretische Chancen, in den Titelkampf einzugreifen.

Um 7.00 Uhr Ortszeit trennen die verbliebenen Teilnehmer noch 447 Kilometer vom Ziel in der Hafenstadt Dschidda, darunter eine 200 Kilometer lange Sonderprüfung. Auf dem Papier ist die Speziale nicht allzu lang, aber die Dünen, die wieder auf dem Programm stehen, sind voller Tücken. Mit Navigationsfehlern können die Fahrer ebenso kostbare Zeit verlieren wie mit Steckenbleiben. Während der Titel für die Spitzengruppe noch in Reichweite ist, geht es für das Gros nur noch darum, das Rennen an den Ufern des Roten Meeres heil zu beenden.

Mit seinem ersten Etappenerfolg seit 2019 hatte Sam Sunderland auf der 11. Etappe nicht nur die Serie von sieben Etappensiegen für Honda gestoppt, sondern verbesserte auch seine Chancen im Kampf um den Titel. Allerdings hat Benavides die bessere Ausgangsposition. Als Etappendritter startet er sechs Minuten nach Sunderland und kann zunächst dessen Spuren folgen. Titelverteidiger Ricky Brabec geht als sechster Mann ins Rennen.

Sunderland fällt zurück

Für Sunderland läuft es nicht gut. Nach den ersten 99 Kilometern hat der britische Fahrer bereits 11 Minuten auf Ricky Brabec und 10 auf Kevin Benavides verloren. Ricky Brabec übernimmt die Führung der Etappe und hat eine Minute auf Kevin Benavides zurückgewonnen. Matthias Walkner (KTM) ist mit mehr als drei Minuten Rückstand Dritter. Daniel Sanders hat einen Rückstand von mehr als sechs Minuten. Pablo Quintanilla (Husqvarna), gestern Zweiter, hat mehr als 13 Minuten kassiert.

Nach 149 km beträgt der Rückstand von Sam Sunderland auf Kevin Benavides knapp 12 Minuten, mit nur noch 50 Kilometern in Wertung sind seine Chancen auf den Sieg gleich null.

Kevin Benavides dreht auf

Nachdem er Sam Sunderland überholt hat, führt Kevin Benavides das Rennen an. Trotz dieser schwierigen Aufgabe schafft es der Argentinier, 50 Kilometer vor dem Ziel dreißig Sekunden auf seinen Teamkollegen Ricky Brabec aufzuholen. Der Titel ist für ihn nun zum Greifen nah, die letzte Sonderprüfung nur noch Formsache! Der Argentinier fährt bis ins Ziel ein hohes Tempo, um einen Angriff von Ricky Brabec abzuwehren. Schlussendlich sichert sich Kevin Benavides den Gesamtsieg mit knapp fünf Minuten Vorsprung auf Titelverteidiger Brabec. Rang drei geht an KTM-Mann Sunderland.

Seit 1987 war dies der erste Doppelsieg für Honda. Damals holte sich Cyril Neveu den Titel vor Edi Orioli. Teamkollege Franco Picco, der noch heute bei der Dakar startet, wurde Vierter.

Freud und Leid

Während KTM mit einem blauen Auge davon kam, wurde die Dakar 2021 für ein anderes der großen Werksteams zum Alptraum. Zu Beginn der Schlussetappe hatte Yamaha mit Adrien Van Beveren nur noch einen Mann im Rennen. Mit einer Stunde Rückstand auf den Gesamtführenden an achter Position liegend, war zumindest noch ein gutes Top-Ten-Resultat für die Blauen drin. Doch auf der zwölften Etappe war auch für den Franzosen Schluss. Das einst so erfolgreiche Werksteam brachte bei der 43. Dakar keinen einzigen Fahrer ins Ziel.

Bester Rookie in der Gesamtwertung ist Daniel Sanders auf Platz vier. Oft mit seinem Landsmann Toby Price verglichen, verpasste es Sanders ganz knapp, in dessen Fußstapfen zu treten. Price hatte seine erste Dakar auf Platz drei beendet.

Nicht genug würdigen kann man die Leistung von Laia Sanz (GasGas). Trotz gesundheitlicher Probleme im Vorfeld der Rallye kämpfte sich die Katalanin durch ihre elfte Dakar und belegte den 17. Gesamtrang.

Weniger zufrieden mit seinem diesjährigen Abschneiden dürfte Pablo Quintanilla (Husqvarna) sein. Der Vorjahres-Zweite und frühere Rallyeweltmeister musste sich mit einem siebten Gesamtrang zufriedengeben. Nicht zuletzt navigatorische Unsicherheiten verwehrten dem Chilenen ein besseres Ergebnis.

Starke Leistungen der kleinen Teams

Eine Top-Leistung lieferte der einzige Deutsche im Starterfeld ab: Sebastian Bühler vom Hero Motosports Team Rally. Der 26-jährige Duisburger sichert sich den 14. Gesamtrang bei seiner dritten Dakarteilnahme. Sein Kollege, der Portugiese Joaquim Rodrigues, verpasste mit Rang 11 sogar nur knapp einen Platz unter den besten Zehn.

Mit Lorenzo Santolino auf Rang sechs hat es auch ein ganz kleiner Motorradhersteller in die Top Ten der diesjährigen Dakar geschafft: die französische Enduro-Schmiede Sherco.

Pierre Cherpin stirbt an Unfallfolgen

Leider gibt es auch bei der diesjährigen Dakar wieder einen tödlichen Unfall in der Motorradklasse zu beklagen. Der französische Fahrer Pierre Cherpin erlag heute auf dem Transport nach Frankreich den schweren Kopfverletzungen, die er sich bei einem Sturz auf der 11. Etappe zugezogen hatte. Cherpin war bereits in Arabien notoperiert worden, erlangte das Bewusstsein jedoch nicht mehr. Für Cherpin, der in der Klasse »Original by Motul« startete, in der die Fahrer komplett ohne Teamunterstützung fahren, war es die fünfte Dakarteilnahme. Sein Debut gab der Franzose im Jahr 2009. Pierre Cherpin wurde 52 Jahre alt.

Endstand Rally Dakar 2021 nach zwölf Etappen

Rang

Fahrer

Nat.

Team

Zeit

1

Kevin Benavides

ARG

Monster Energy Honda Team 2021

47h 18' 14''

2

Ricky Brabec

USA

Monster Energy Honda Team 2021

47h 23' 10''

3

Sam Sunderland

GBR

Red Bull KTM Factory Team

47h 34' 11''

4

Daniel Sanders

AUS

Red Bull KTM Factory Team

47h 57' 06''

5

Skyler Howes

USA

BAS Dakar KTM Racing Team

48h 10' 47''

6

Lorenzo Santolino

ESP

Sherco Factory

48h 16' 44''

7

Pablo Quintanilla

CHL

Rockstar Energy Husqvarna Factory Racing

48h 34' 53''

8

Stefan Svitko

SVK

Slovnaft Rally Team

49h 01' 21''

9

Martin Michek

CZE

Orion Moto Racing Group

49h 40' 51''

10

Matthias Walkner

AUT

Red Bull KTM Factory Team

49h 50' 26''

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