KTM-Boss Pierer Elektromobilität

»Wissenschaftlich ungebildete Politiker«

KTM-Boss Pierer keilt gegen Elektromobilität

Nach BMW-Entwicklungsvorstand Frank Weber und Stellantis-Chef Carlos Tavares hat nun auch KTM-Boss Pierer die einseitige Fokussierung der Politik auf batterieelektrische Antriebe öffentlich in Frage gestellt.

In einem Interview mit der Online-Plattform Speedweek hat KTM-Chef Stefan Pierer mächtig gegen eine seiner Meinung nach verfehlte Verkehrswende ausgeteilt. Das Gespräch drehte sich ursprünglich um die Perspektiven des Verbrennungsmotors im MotoGP. Im Verlauf des Interviews kam Pierer, der auch dem Verband der europäischen Motorradhersteller (ACEM) vorsitzt, jedoch auch auf die Problematiken bei der Umsetzung der Verkehrswende zu sprechen.

Seinen Ausführungen zufolge haben die europäischen Motorradhersteller im Gegensatz zur Automobilindustrie eine klare Vorstellung davon, in welchen Bereichen batterieelektrische Antriebe sinnvoll sind und wo nicht. So seien sich die Hersteller einig, dass Roller, Mopeds und Mofas künftig batterieelektrisch mit bis zu 48 Volt Spannung angetrieben werden. Oberhalb der A1-Klasse seien Verbrenner und E-Fuels die sinnvollere Lösung. »Elektro-Mobilität ist ein Schwachsinn, der von wissenschaftlich ungebildeten Politikern gepusht wird. Ein aufgelegter Schwachsinn«, stellte der KTM-Boss fest.

Mit diesem Standpunkt reiht sich Pierer in eine lauter werdende Front Elektromobilitäts-skeptischer Top-Manager ein. Erst kürzlich hatte der Chef des Stellantis Konzerns (Zusammenschluss von Fiat-Chrysler und Groupe PSA) Carlos Tavares gegenüber dem Handelsblatt die Fixierung der Politik auf batterieelektrische Antriebe kritisiert und warnte zudem vor Arbeitsplatzverlusten in Europa und den sozialen Folgen einer Mobilität, die für größere Bevölkerungsgruppen unerschwinglich werden könnte.

Ähnlich kritisch hatte sich auch BMW-Entwicklungsvorstand Frank Weber in einem Gespräch mit dem Magazin Auto, Motor und Sport zu einem von der Politik erzwungenen Ausstiegsdatum aus der Verbrennertechnologie geäußert und stattdessen Technologieoffenheit gefordert.

Foto: KTM

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