Maxi-Scooter schließen mit leistungsstarken Antrieben, solide dimensionierten Fahrwerken und tourentauglichem Komfort die Lücke zwischen Stadtroller und Motorrad. Dieses Konzept will der US-amerikanische Hersteller LiveWire nun in den Elektrobereich übertragen. BMW Motorrad hat mit dem bereits erhältlichen CE 04 in diesem Segment vorgelegt und mit dem Konzeptfahrzeug Vision CE auch eine Zukunftsvision des leistungsstarken Elektro-Scooters präsentiert.
Komfortabler Großroller auf Arrow-Basis
Technische Basis des LiveWire Maxi-Scooters ist der modulare batterieelektrische Antriebsstrang Arrow, der bereits in den S2-Modellen zum Einsatz kommt. Dieser soll mit einem betont komfortorientierten Fahrzeuglayout kombiniert werden, einschließlich schützender Verkleidung, großzügigem Stauraum und optimierter Ergonomie.
Know-how in Sachen Roller bezieht LiveWire von Kymco. Das taiwanische Unternehmen ist nicht nur ein bedeutender Investor in das US-Unternehmen, sondern auch strategischer Entwicklungspartner. Erste Ergebnisse dieser Kooperation zeigen sich bereits in der überarbeiteten Version des E-Rollers Kymco RevoNEX, der ebenfalls auf der Arrow-Plattform basiert. Die gemeinsame Entwicklung des S2-Maxi-Scooters ist nun ein weiterer Schritt bei der Verzahnung der beiden Unternehmen, die künftig auch den Austausch von Fachkräften umfassen soll.
Urbanes Einsatzprofil für eine junge Zielgruppe
Konkrete technische Daten zum Maxi-Scooter hat LiveWire bislang nicht veröffentlicht. Das unlängst präsentierte Konzeptfahrzeug weist jedoch ein betont urbanes Einsatzprofil auf, weshalb das neue Modell dazu beitragen könnte, LiveWires Markenidentität weiter von den Harley-Davidson-Wurzeln zu lösen und eine jüngere, städtisch orientierte Zielgruppe anzusprechen. LiveWire will seine modulare Plattform offenbar breiter nutzen und sich mit Unterstützung von Kymco nachhaltig im Segment elektrischer Maxi-Scooter positionieren.
Die Eckdaten der Arrow-Plattform
Die Plattform Arrow basiert auf einem modularen Konzept: Batterie, Elektromotor sowie Leistungselektronik und Steuerungssysteme sind strukturell ins Fahrzeug integriert. Unterschiedliche Konfigurationen von Leistung und Chassis sind möglich. Der Endantrieb erfolgt direkt ohne Kupplung und Getriebe per Zahnriemen ans Hinterrad. Die Chassis-Komponenten entsprechen bei den bisher verfügbaren Modellen modernen Motorrad-Standards: Bei der S2 Mulholland etwa kommen eine Upside-Down-Gabel, eine Aluschwinge, ein Monoshock sowie Bremsen von Brembo zum Einsatz.
Die Hochvoltbatterie hat eine Kapazität von maximal 10,5 kWh. Die Leistungsabgabe des Elektromotors beträgt 84 PS, das Drehmoment wird mit 263 Newtonmetern angegeben. Bei der S2 Mulholland ist damit eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in rund 3,3 Sekunden möglich. Die mögliche Höchstgeschwindigkeit beträgt 159 km/h. LiveWire beziffert die Reichweite im Stadtbetrieb mit rund 180 Kilometern. Das Aufladen des Akku-Packs ist sowohl auf Level-1 (normale Haushaltssteckdose) als auch auf Level-2 (Wallbox, Ladesäule) möglich. Für Level-2 gibt LiveWire etwa 78 Minuten für eine Ladung von 20 auf 80 Prozent der Gesamtkapazität an.
Welche Spezifikationen der S2 Maxi-Scooter haben wird, ist offen. Denkbar wäre etwa eine Reduzierung der Spitzenleistung auf ein Äquivalent im oberen Bereich des Klassenniveaus bei den Verbrennern, also etwa 60 bis 70 PS, um eine höhere Reichweite zu erzielen. Oder LiveWire bietet eine supersportliche Elektro-Alternative zu den eher gemächlichen Fahrzeugen mit konventionellem Antrieb.